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Jonas (16): Gebürtiger Hamburger geht großen Schritt für seinen Olympia-Traum

Jonas Trümpler springt und schlägt den Ball beim Padel.
60 der besten 100 Padel-Spieler der Welt kommen aus Spanien. Wird Jonas Trümpler der erste Deutsche, der in die Weltklasse vorstößt?

Wie Jonas Trümpler seine ungewöhnliche Entscheidung erklärt – und was seine Ziele sind.

Die Bälle fliegen hart, die Wege sind kurz, die Glaswände immer im Spiel. Padel ist schnell, laut,  spektakulär – und Jonas Trümpler offenbar wie dafür gemacht. Der 16-Jährige aus Barrien bei Bremen steht sechs- bis siebenmal pro Woche im 20 mal 10 Meter großen Glaskasten. Er spielt gegen Erwachsene, reist an den Wochenenden zu Turnieren und ist inzwischen so gut, dass ihm das eigene Land sportlich zu klein wird.

Ende August zieht Trümpler nach Mallorca. Raus aus Deutschland, rein in eine der Hochburgen des Padelsports. Dort will er den nächsten Schritt machen – Richtung Profikarriere.

„Die Jugend ist in Spanien einfach viel weiter“, sagt Trümpler. Auf Mallorca warten ein starker Trainer, bessere Trainingspartner und Bedingungen, die es in Deutschland kaum gibt. In der deutschen U18-Rangliste ist er die Nummer eins, bei den Herren steht er auf Platz neun. Doch während hier gerade überall neue Courts entstehen, sind Spanien und Argentinien längst andere Welten.

Gebürtiger Hamburger Trümpler kam über den Vater zum Padel

Trümpler weiß das – und zieht die Konsequenz. Während andere 16-Jährige ihre Sommerferien planen, organisiert er einen Umzug, eine neue Schule und ein Leben, das auf den Sport ausgerichtet ist. Für sein Alter wirkt er erstaunlich reif: ruhig, klar, ohne große Sprüche. Er weiß, was er will.

Dabei begann alles nebenbei. Trümpler, der in Hamburg-Iserbrook die ersten Jahre seines Lebens verbracht hat, spielte zunächst Fußball und Tennis. 2020 nahm er erstmals den kleineren, robusten Padelschläger in die Hand. Den Kontakt stellte sein Vater Erik her, früher selbst Tennisprofi.

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„Sportlich war mein Vater immer ein extremes Vorbild“, sagt Jonas. Und spätestens bei der Junioren-EM 2021 in Bilbao war es um ihn geschehen. „Dieses Internationale, mit einem Freund zusammenzuspielen, nach Bilbao zu fliegen – das hat mich direkt gecatcht. Ich wollte nicht mehr aufhören.“

Jonas Trümpler träumt von Olympia 2032 in Brisbane

Heute bestimmt Padel sein Leben. Trümpler trainiert in der W2Padel-Akademie nahe seines Wohnorts. Dazu kommen Turniere „von Nordrhein-Westfalen bis Porto“. Zeit für Freunde bleibt wenig. „Irgendwann haben sie sich daran gewöhnt, dass ich nicht oft kann.“

Leicht fällt ihm der Abschied trotzdem nicht. Auf Mallorca wird er bei der Familie seines Trainers Alejandro Walter wohnen und eine deutsche Schule besuchen. Sein Abitur will er machen. Trümpler setzt alles auf den Sport, aber nicht kopflos. Die Akademie kennt er bereits. „Es ist dort schon wie eine Familie. Sie haben mich unglaublich herzlich aufgenommen.“ Unterstützt wird er von Sponsoren und der Beratungsagentur Padel360.

Sein Traum reicht weit über Mallorca hinaus. Trümpler will Profi werden – und 2032 bei Olympia in Brisbane antreten. Noch gehört Padel nicht zum Programm. Er ist überzeugt, dass sich das ändern wird.

Vorher steht 2029 die EM in Deutschland an. Dafür, sagt Trümpler, trainiere er hart. Vermutlich härter als die meisten. Denn Deutschlands größtes Padel-Talent ist dem eigenen Land schon jetzt voraus.