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„Hier ist es besonders“: In Hamburg will Ironman-Star Bleymehl den ganz großen Coup
3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und zum Abschluss ein Marathon über 42,195 Kilometer. Es ist das „ganz normale“ Arbeitspensum für die Ironman-Triathletinnen, die an diesem Sonntag bei den „European Championships“ in Hamburg ihre Besten krönen. Aussichtsreichste deutsche Starterin ist die Darmstädterin Daniela Bleymehl, die mit den schönsten Erinnerungen an die Alster zurückkehrt. Und sie will den ganz großen Coup in Hamburg schaffen.
2017 war Bleymehl, die damals noch Sämmler hieß, die erste Ironman-Siegerin in der Hansestadt. „Hamburg ist immer ein gutes Pflaster“, sagt die 35-Jährige, die darauf brennt, an den Erfolg von vor sieben Jahren anzuknüpfen. Vor allem nach einer schmerzhaften Generalprobe. Mitte April hatte Bleymehl beim Ironman in Südafrika nach dem Radfahren, ihrer Paradedisziplin, in Führung gelegen, als der Oberschenkel streikte. Eine Faszienverletzung zwang die zweifache Mutter zur Aufgabe. „In dem Moment ist das natürlich abgrundtief.“
Inzwischen aber ist Bleymehl wieder topfit. „Ich fühle mich gut. Ich bin jetzt sogar besser in Form“, sagt sie im Gespräch mit der MOPO. „Wir freuen uns auf Hamburg. Die Atmosphäre hier ist besonders.“
Ironman: Daniela Bleymehl trainiert 25 Stunden pro Woche
Wir, das sind neben Daniela Bleymehl ihr Mann Moritz und die gemeinsamen Kinder Marlon (13) und Alicia (2), die Kraftquellen der Frau mit der eisernen Disziplin. 25 Stunden Training stehen pro Woche an. Mindestens. Wichtig sei, „den umfangreichen Trainingsplan an sein Leben anzupassen“, sagt sie, „nicht andersherum“. Denn: „Es bringt nichts, wenn nur ich durchkomme.“
Das „Wir“ gewinnt. „Triathlon ist eine Einzelsportart, aber ohne Team geht es nicht“, erklärt Bleymehl, die gemerkt hat, „dass die Regeneration natürlich schwieriger geworden ist, seit meine Tochter auf der Welt ist“. Auch das „Kita-Virus“ sei zu einem neuen Gegner emporgestiegen, dem aber steht die Kraft entgegen, die das kleine Geschöpf ihrer Mutter schenkt. „Meine Familie gibt mir Halt. Durch sie finde ich Ausgleich“, sagt Bleymehl.
Tödlicher Unfall überschattet Ironman in Hamburg 2023
In Hamburg will sich die WM-Neunte von 2019, die bislang sechs große Ironman-Wettkämpfe gewinnen konnte, für die Weltmeisterschaft qualifizieren, die in diesem Jahr erstmalig nicht auf Hawaii, sondern in Nizza stattfinden wird. Familienfreundlich. Aus Sicht der Hessin. Für das Ticket zur WM muss Bleymehl in Hamburg unter die Top 6 kommen. „Ich will abrufen, was ich kann“, sagt sie. „Und wenn ich das tue, dann kann ich vielleicht sogar aufs Podest schielen.“
Ein mulmiges Gefühl sei nicht dabei, bei ihrem Start in Hamburg, wo es beim Ironman im Vorjahr einen tödlichen Unfall mit einem Motorradfahrer, der mit einem Triathleten auf der Radstrecke kollidiert war, gab. „Das war das Worst-Case-Szenario“, sagt sie und weiß, „dass die Gefahr in diesem Jahr geringer sein wird, da deutlich weniger Motorradfahrer zugelassen werden. Außerdem ist es sehr positiv, dass die engen Strecken vom Veranstalter angepasst wurden.“
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Es sind daher ausschließlich positive Gefühle, die sie mit nach Hamburg nehme, sagt die Optimistin – voller Vorfreude, auf das, was kommen könnte, wenn es denn klappt mit dem WM-Ticket. Dann werde man vor der Weltmeisterschaft, die am 22. September stattfindet, nämlich im Sommer für mehrere Wochen in die Berge gehen. „Mit meinem Mann und meinen Kindern.“ Mit ihrem Team.