EM-Kracher schon am Nachmittag! Portugal-Star gesperrt – Kritik an Knorr
Der erste deutsche Kracher in der Hauptrunde der Handball-EM steigt bereits am Donnerstagnachmittag um 15.30 Uhr. Die ARD überträgt das Spiel der DHB-Auswahl gegen Portugal live. Dem Gegner fehlt dabei ein wichtiger Spieler – im deutschen Lager steht Juri Knorr im Mittelpunkt.
Portugal muss zum Hauptrunden-Auftakt auf Kreisläufer Victor Iturriza verzichten. Wie die Europäische Handballföderation (EHF) am Mittwoch verkündete, wird der 35-Jährige beim Duell mit Deutschland gesperrt fehlen. Grund für den nachträglichen Ausschluss ist ein Vergehen, das er sich in den Schlussminuten des Vorrundenspiels der Handball-EM gegen Dänemark geleistet hat.
Iturriza hatte Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin beim 31:29-Coup gegen den Olympiasieger mit ausgestrecktem Arm geblockt. Da er zuvor bereits zwei Zeitstrafen kassiert hatte, sah der Portugiese für die Aktion die Rote Karte. „Nach sorgfältiger Prüfung des Vorfalls kam die Disziplinarkommission zu dem Schluss, dass die Handlung rücksichtslos und gefährlich war“, heißt es vom Kontinentalverband, der bei der Handball-EM jede direkte Disqualifikation nachträglich überprüft.
Handball-EM: Portugals Victor Iturriza gegen Deutschland gesperrt
Iturriza hatte beim WM-Viertelfinale in Oslo vor gut einem Jahr mit dafür gesorgt, dass für die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason der Traum von der ersten WM-Medaille seit 18 Jahren platzte. Beim 30:31 schied die DHB-Auswahl damals in der Verlängerung aus, Iturriza traf siebenmal.
Zum Auftakt in die EM-Hauptrunde will es das deutsche Team nun am Donnerstag gegen die Portugiesen in Herning/Dänemark besser machen. Dem Duell gegen den WM-Vierten folgen die Partien gegen Norwegen (Samstag), Weltmeister und Olympiasieger Dänemark (Montag) und Titelverteidiger Frankreich (Mittwoch). Alle Spiele finden in der Jyske Bank Boxen in Herning statt.
Wie weit die DHB-Auswahl kommen wird, liegt auch in den Händen von Spielmacher Juri Knorr. Weltmeister-Trainer Heiner Brand kann dessen Kritik wegen mangelnder Einsatzzeit bei der Handball-EM nicht viel anfangen. „Keiner hat den Anspruch auf Spielzeit”, betonte der 73-Jährige bei Sport1-Interview. Knorr setze im deutschen Nationalteam „sicherlich Akzente mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten, aber er macht auch Fehler. Insofern kann man nicht unbedingt Spielzeit beanspruchen.“
Weltmeister-Trainer Heiner Brand kritisiert Juri Knorr
Knorr hatte sich nach dem zweiten EM-Gruppenspiel gegen Serbien (27:30) am ARD-Mikrofon über seine Einsatzzeit beschwert und danach beim erfolgreichen Abschluss gegen Spanien (34:32) geglänzt. Gislason wies anschließend auf sein gutes Verhältnis zu Knorr hin („Habe überhaupt kein Problem mit ihm”).

„Auch gegen Spanien waren immer wieder einfache Fehler dabei, die nicht notwendig sind“, sagte Brand über die Leistung des DHB-Stars bei der HandballEM, „im Spiel gegen Serbien auch.“ Grundsätzlich müsse sich Knorr „im Griff haben – dass er kein zu großes Risiko eingeht, dass er nicht zu sehr meint, jede Entscheidung muss von ihm abhängen. Dann wird er sicherlich auch ein großer Faktor sein.”
Wegen der deutschen Mannschaft macht sich der frühere Bundestrainer „zum jetzigen Zeitpunkt keine allzu großen Sorgen. Eigentlich muss mit dieser Mannschaft eine Medaille zu holen sein. Man muss immer Respekt vor jedem Gegner haben, aber in dieser Mannschaft stecken sehr große Möglichkeiten.“ (sid)
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