Hallenhockey-EM: Gibt es im Januar sechs Mal Gold für Hamburg?
Anfang Januar startet die Hallenhockey Europameisterschaft in Heidelberg. Vom 8. bis 11. Januar will die deutsche Mannschaft auf heimischen Boden ihren Titel gegen die besten Nationen Europas verteidigen. Welche Spieler die Mission „Titelverteidigung“ in Angriff nehmen sollen, verkündeten die Bundestrainer Matthias Witthaus und Jan-Philipp Rabente am Dienstag. Mit dabei auch sechs Hamburger.
Das Ziel ist klar formuliert: „Wir wollten eine Mannschaft zusammenstellen, die in der Lage ist, einen Titel zu holen“, verkündete Bundestrainer Witthaus bei der Kadervorstellung. Dabei stellte sich die Kaderzusammensetzung als erste knifflige Hürde im Kampf um den Titel heraus. „Wir sind natürlich immer in der Halle ein bisschen eingeschränkt, da viele gute Spieler im Feldkader unterwegs sind“, erklärte Witthaus.
Der Hamburger Anteil an einem Titelgewinn in Heidelberg könnte ein Großer sein. Gleich sechs der zwölf Kaderplätze gehen an Hamburger Spieler. So steht der frischgebackene Doppelweltmeister Jasper Ditzer vom Harvestehuder THC im Tor, der erst vor wenigen Tagen von der Junioren-WM aus Indien zurückgekehrt ist. „Wir freuen uns, dass Jasper bei der Junioren-WM unglaublich gut gehalten hat“, sagte Witthaus. „In einem Jahr zweimal Weltmeister zu werden, das ist mit Sicherheit für so einen jungen Kerl was ganz Besonderes.“ Hinzu komme noch der Deutsche Meistertitel mit seinem HTHC. Für Ditzer sind das bereits drei große Titel in nur einem Jahr. In drei Wochen könnte im Besten Fall ein Vierter hinzukommen.
50 Prozent des EM-Kaders spielt in Hamburg
Neben Ditzer ist auch sein Teamkollege Anton Pöhling mit von der Partie und auch die anderen Hamburger Hockey-Klubs sind im EM-Kader vertreten. So wurden ebenfalls Dieter-Enrique Linnenkogel, Anton Böckel und Nick Kerner vom Club an der Alster nominiert. Tom Schmidt-Didlaukies vom Uhlenhorster HC macht schließlich die 50 Prozent Hamburg-Anteil im gesamten EM-Aufgebot komplett. Neben den zahlreichen Hanseaten sind auch Lukas Stumpf, Nicolas Proske, Sten Brandenstein, Fin Langheinrich, Jan Philipp Fischer und Luca Großmann bei der Europameisterschaft im Einsatz.

„Unterm Strich sind das fünf Jungs, die wir auch schon beim letzten Turnier, der Weltmeisterschaft dabei hatten und sieben neue Spieler“, bestätigte Nationalcoach Jan-Philipp Rabente. „Wir haben eine sehr gesunde Mischung aus jung und erfahren gefunden.“
Für eine umfangreiche Vorbereitung auf die Europameisterschaft in drei Wochen bleibt nicht viel Zeit. Immerhin konnten die Coaches das Team während eines zweitägigen Treffens in Hamburg zusammenrufen. „Unser erster Eindruck ist, dass es sehr gut harmoniert“, bestätigte Witthaus die Kaderentscheidungen.
Keibel: „Heidelberg ist eine super Hockey-Region“
Doch für den amtierenden Welt-und Europameister geht es in Heidelberg nicht ausschließlich um den sportlichen Titelkampf. Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hockeybundes Julien Keibel erklärte, dass man auch etwas für die Region Heidelberg tun wolle. „Über 2200 Kinder, können an zwei Vormittagen die Spiele kostenlos in der Halle verfolgen. So können wir den Hockeysport auch ein bisschen in die Schulen bringen.“ Das Ganze basiere auf einem langfristigen Projekt, das den Hockeysport in den normalen Schulsport integrieren solle.
„Wer sich ein bisschen mit Hockey auskennt weiß, dass Heidelberg eine super Hockey-Region ist“, fügte Keibel hinzu und merkte an: „Wir haben ja auch einige Lokalmatadore im Kader, was mich persönlich sehr freut.“ Damit spielte er auf die rund 20 Kilometer entfernte Nachbarstadt Mannheim an, in der der TSV Mannheim seine Heimspiele austrägt. Die Kadernominierten Stumpf, Proske, Fischer und Großmann stehen dort unter Vertrag.
„Die Rhein-Main-Region ist ein großer Hallenhockey-Standort. Wir erhoffen uns natürlich durch die Zuschauer in Heidelberg einen Push von außen und die Stimmung, die dann die Mannschaft mal durch die ein oder andere knifflige Situation trägt“, bekräftigten beide Bundestrainer. „Da freuen wir uns extrem drauf.“
Testspiele gegen Tschechien und Portugal
Am 6. und 7. Januar bestreitet das deutsche Team seine finalen Testspiele gegen Tschechien und Portugal. „Dann sind wir hoffentlich sehr gut auf das Turnier vorbereitet“, hofft Witthaus. Am kommenden Wochenende stünde aber nochmal die Bundesliga im Fokus, bis es danach in die Winterpause ginge, erklärte der Coach den Fahrplan bis zur EM.

„Über die Weihnachtstage sind die Jungs natürlich ein bisschen in der Eigenverantwortung, um fit und in Form zu bleiben. Da haben wir allen noch mal nahegelegt, dass man den einen oder anderen Braten weniger essen sollte und dafür den einen oder anderen Lauf zwischendrin einstreuen und auch den Hockeyschläger mal anfassen sollte“, sagte er lachend.
Magenta Sport überträgt alle deutschen Spiele
Der Streaminganbieter Magenta Sport überträgt alle deutschen sowie alle K.o.-Spiele der Hallenhockey-EM live und kostenlos. Zehn Minuten vor Spielbeginn startet die Übertragung aus der Halle in Heidelberg, die Platz für rund 3800 Zuschauer bietet.
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Dann wird sich zeigen, ob die deutsche Mannschaft, inklusive geballter Hamburg-Power ihren Europameistertitel erfolgreich verteidigen kann.
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