Härtetest vor EM: Deutscher Handball-Star hofft, „dass die Halle uns ausbuht“
Die knifflige Mission beginnt erst in der kommenden Woche, der gefühlte Startschuss für die Handball-EM fällt für Deutschlands Handballer aber bereits am Donnerstag im Hexenkessel von Zagreb. „Wir müssen diese zwei Spiele gegen Kroatien so angehen, als wären sie Teil der EM sein“, forderte Bundestrainer Alfred Gislason.
Der erste von zwei Stresstests gegen den Vizeweltmeister steigt in der 15.000 Zuschauer fassenden Arena im Herzen Kroatiens (20.30 Uhr/sportschau.de), wo vor heißblütigen Zuschauern direkt Höchstleistung gefordert ist. „Wer die kroatischen Fans kennt, weiß, dass die Atmosphäre in der Regel auch durchaus hitzig sein kann“, sagte DHB-Teammanager Benjamin Chatton am Mittwoch und verglich die riesige Halle mit der deutschen Handball-EM-Spielstätte Jyske Bank Boxen in Herning. Man erwarte einen „Top-Gegner“.
Vor Handball-EM-Start: Deutsche Handballer testen in Kroatien
Den „Angstgegner“, gegen den Deutschland die vergangenen vier Duelle allesamt verloren hat, haben sich die Verantwortlichen ganz bewusst ausgewählt, schließlich geht es auch beim Handball-EM-Turnier ab dem 15. Januar in Dänemark Schlag auf Schlag. „Ich hoffe, dass die Halle uns ausbuht, dass sie gegen uns sehr körperlich spielen, wir richtig Probleme bekommen. Denn dann haben wir noch Zeit, Fehler zu machen, aber direkt Lösungen zu finden“, sagte Rückraumspieler Renars Uscins im ZDF, bevor es mit dem Flieger von Hannover via Frankfurt in die kroatische Hauptstadt ging. Für den frühen Mittwochabend war noch ein Abschlusstraining in Zagreb vorgesehen.

Mit dem Beginn der unmittelbaren Handball-EM-Vorbereitung ist spürbar: Das deutsche Team brennt auf die Herausforderung, die es in den kommenden Wochen erwartet. Bereits die Vorrundengruppe A mit Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar/alle 20.30 Uhr) hat es in sich. In der Hauptrunde, die Deutschland ebenfalls im dänischen Herning bestreiten würde, würden aller Voraussicht nach Olympiasieger Dänemark, Titelverteidiger Frankreich, Co-Gastgeber Norwegen und der WM-Vierte Portugal warten.
Gislason: „Müssen direkt in Topform sein“
Angesichts dieses Programms werden bei Gislason Erinnerungen wach. Wie bei den Olympischen Spielen in Frankreich, sagte der 66-Jährige, „müssen wir direkt im ersten Spiel gegen Österreich in Topform sein. Jeder Punktverlust kann wirklich schwere Folgen haben.“

Wer auf den olympischen Silber-Coup und das Viertelfinal-Aus bei der WM im Vorjahr blickt, kann aber zum Schluss kommen: Ein steiniger Turnierweg liegt einer deutschen Mannschaft mehr als ein „Steigerungslauf“ auf zunächst flachem Terrain. In Frankreich bezwang Deutschland bereits in der Gruppenphase unter anderem Schweden und Spanien, bei der Weltmeisterschaft 2025 gab es auf dem Weg in die K.o.-Phase auf dem Papier erst bei der Hauptrunden-Niederlage gegen die Dänen einen echten Härtetest – und im Viertelfinale dann die Ernüchterung gegen Portugal.
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Schon gegen das von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson trainierte Kroatien, mit dem es am Sonntag (18.05 Uhr/ARD) im Rahmen der Handball-EM-Generalprobe in Hannover zum Wiedersehen kommt, gehe es daher darum, „sich möglichst schnell schon auf dieses Niveau hochzupimpen“, sagte Chatton. Man habe sich zudem „bewusst für ein Auswärtsspiel entschieden, um nicht nur die Wohlfühlatmosphäre zu Hause zu haben“. Er betonte am Mittwoch aber auch: „Für beide Mannschaften steht weniger das Ergebnis als die Entwicklung in dieser Phase der Vorbereitung im Fokus.“ (sid/hmg)
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