„Größte Schock der WM“: Deutsche Darts-Hoffnung blamiert sich
Niko Springer erlebt bei der Darts-WM einen Albtraum und scheitert überraschend in der ersten Runde an einem australischen Außenseiter.
Niko Springer gratulierte seinem Bezwinger fair, dann eilte er mit enttäuschter Miene und gesenktem Kopf von der Bühne des Ally Pally. Nach seiner völlig überraschenden Erstrundenniederlage gegen Außenseiter Joe Comito aus Australien hatte Springer keine Lust zu reden, lehnte alle Interviewanfragen ab. Die Enttäuschung saß offenbar tief.
„Das ist für mich der größte Schock der WM“, sagte der ehemalige Premier-League-Sieger Glen Durrant im britischen TV nach der 1:3-Pleite des deutschen Hoffnungsträgers: „Es ist einfach vom ersten Dart an nicht gelaufen.“

Bei seiner zweiten WM-Teilnahme war dem Weltranglisten-52. Springer viel zugetraut worden. Neben Martin Schindler ruhten die Erwartungen vor allem auf dem 25-Jährigen. In seiner Heimat Siefersheim fanden sich Dutzende Fans, Freunde und Familienmitglieder zum Public Viewing zusammen. Doch der „Meenzer Bub“, so Springers Spitzname, brach unter dem Druck zusammen.
Springers Kontrahent gewinnt erstes WM-Spiel überhaupt
Von Beginn an brachte er sein starkes Scoring, das ihn in diesem Jahr unter anderem zu einem Turniersieg auf der European Tour getragen hatte, nicht ans Board. Er ärgerte sich bei den zahlreichen schwachen Aufnahmen sichtlich, untermauerte seinen Favoritenstatus lediglich im zweiten Satz. Kläglich vergebene Matchdarts des Gegners ließ Springer unter Druck ungenutzt, Comito nahm die Geschenke an und gewann sein erstes WM-Spiel überhaupt.

„Da sieht man einfach, was dieser ganze Aufbau und der Druck drumherum mit einem Charakter machen kann, der sich im ersten Turnierjahr befindet, ein fantastisches Jahr spielt, aber in letzter Zeit auch mit gesundheitlichen Problem zu kämpfen hatte“, sagte DAZN-Experte Florian Hempel nach dem Match. Springer hatte mit den Players Championship Finals die WM-Generalprobe krankheitsbedingt auslassen müssen, sich vor der WM aber für fit erklärt.
Bei aller Enttäuschung erhielt Springer auch aufbauende Worte. „Er ist jung, wird seine Lehren daraus ziehen, da bin ich mir ganz sicher“, sagte Hempel. Springer verfüge über „ein tolles Umfeld, das ihn unterstützen wird“.
Pietrezcko gewinnt, trotz Kreislaufproblemen
Einen völlig anderen Abend erlebte Ricardo Pietreczko. Mit seinem 3:1-Sieg über den Portugiesen José de Sousa wurde „Pikachu“ seiner Favoritenrolle gerecht – und das gegen einige Widerstände, wie er nach dem Match verriet. „Mitte des dritten Satzes hatte ich auf einmal Kreislaufprobleme, mir war schwarz vor Augen“, sagte Pietreczko bei Sport1.
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Später erklärte der 31-Jährige, dass er keine Unterbrechung eingefordert habe, da ihm das englische Wort für Kreislaufprobleme „nicht eingefallen“ sei, „deswegen habe ich einfach durchgezogen.“ (sid/hmg)
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