Jeanne Richard zielt mit dem Gewehr

Jeanne Richard soll angeblich das Gewehr ihrer Teamkollegin manipuliert haben. Foto: imago/Bildbyran

Gewehr von Biathlon-Star manipuliert? Verband droht Reportern

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Erst die Verurteilung der Topathletin Julia Simon wegen Diebstahls und Kreditkartenbetrugs, dann die angebliche „Gewehr-Affäre“ um Jeanne Richard: Als die französischen Biathletinnen zum ersten Weltcup des Winters nach Östersund anreisten, hatten Lou Jeanmonnot, Justine Braisaz-Bouchet und Co. schweres „Gepäck“ dabei. Und der eigene Verband scheint mit der Aufarbeitung reichlich überfordert zu sein. Die ARD berichtete während der Frauen-Staffel, dass Reportern gedroht worden ist.

Der ganze Wirbel, vor allem um die mehrmalige Weltmeisterin Simon, hatte die Vorbereitung der besten Biathlon-Mannschaft der Welt erheblich belastet. Doch vor dem Auftakt in Schweden waren die Verantwortlichen sichtlich bemüht, die skandalösen Vorkommnisse hinter sich zu lassen. Der französische Frauentrainer Cyril Burdet sprach vom „Ende dieser Angelegenheit, wir können uns endlich beruhigt auf die Saison konzentrieren“. Man werde, ergänzte Schießtrainer Jean-Paul Giachino, „auf den Sport fokussiert sein“.

Julia Simon nach Kreditkarten-Affäre gesperrt

Kann das gelingen? Simon war Ende Oktober vor einem Gericht in Albertville zu einer Haftstrafe auf Bewährung und 15.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Die 29-Jährige hatte die Kreditkarte ihrer Teamkollegin Braisaz-Bouchet und einer Physiotherapeutin des Teams für Einkäufe im Wert von rund 2400 Euro missbraucht und zudem kleinere Geldbeträge entwendet. Der französische Verband (FFS) sprach deshalb zusätzlich eine sportliche Sperre von sechs Monaten aus, fünf davon auf Bewährung. Simon fehlt deshalb bei den Rennen in Östersund, die am Samstag mit den Staffeln starteten, und bereitet sich aktuell alleine auf ihre Rückkehr in Hochfilzen (12. bis 14. Dezember) vor.


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Doch damit nicht genug der Probleme innerhalb des Teams, das im letzten Winter fünf Frauen in der Weltcup-Gesamtwertung unter den Top acht platziert hatte. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, wonach Richard in Pokljuka das Gewehr ihrer Kollegin Océane Michelon manipuliert haben soll. Dies sei angeblich von Braisaz-Bouchet beobachtet worden.

Verband droht Reportern

Der Verband sah sich deshalb zu einer Stellungnahme gezwungen. „Im Gegensatz zu gewissen Gerüchten wurde kein Fehlverhalten (…) festgestellt.“ Allerdings, räumte die FFS ein, habe man sich zu Saisonbeginn „mit einem Verstoß gegen die Team-Regeln beschäftigt, der im Anschluss an eine Untersuchung zu einer Strafe geführt hat“. Details wurden nicht genannt. Im Gegenteil sogar: ARD-Kommentator Christian Dexne berichtete, der französische Verband habe gedroht, dass Reporter in der kompletten Saison kein Interview mehr bekämen, wenn sie Fragen zur Manipulations-Affäre stellen würden. Auch Trainer anderer Nationen zeigen sich über dieses Verhalten verwundert.

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Fest steht aber auch, dass die Französinnen trotz der Querelen sportlich weiter das Maß der Dinge sind. Den Staffel-Wettbewerb gewann Frankreich vor Italien und Tschechien, während Deutschland mit Gesamtweltcup-Siegerin nicht über den elften Platz hinauskam. (sid/jh)

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