„Seit ihrer Geburt weiblich“: Olympiasiegerin darf wieder boxen
Box-Olympiasiegerin Lin Yuting (30) kann erstmals seit der Geschlechter-Debatte während der Sommerspiele 2024 wieder an internationalen Turnieren teilnehmen. Die Taiwanesin erhielt vom Weltverband World Boxing die Freigabe für Starts in der Frauenkategorie und will nun bei den Asienmeisterschaften in der Mongolei (ab 28. März) boxen.
„Wir freuen uns, dass die unabhängigen medizinischen Expertinnen und Experten von World Boxing sämtliche Beweise gründlich geprüft und bestätigt haben, dass Lin Yuting seit ihrer Geburt weiblich ist“, teilte Taiwans Boxverband in einer Stellungnahme mit. Lin stand wie die Algerierin Imane Khelif bei den Spielen in Paris im Zentrum einer öffentlichen und scharf geführten Geschlechterdebatte. In unterschiedlichen Gewichtsklassen gewannen beide dort Gold.
Lin Yuting erst ausgeschlossen, dann rehabilitiert
2023 waren sie durch den Weltverband IBA von den Weltmeisterschaften ausgeschlossen worden, als Grund wurden nicht bestandene Geschlechtertests angeführt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erlaubte im Folgejahr aber den Start bei den Sommerspielen in Paris und erklärte, die Boxerinnen seien Opfer einer „plötzlichen und willkürlichen Entscheidung der IBA“ gewesen.
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Die IBA ist nach jahrelangen Konflikten mit dem IOC nicht mehr Weltverband des olympischen Boxsports, auch unter dem Nachfolger World Boxing war der Weg zu Lins Freigabe indes kein einfacher. Im vergangenen Jahr hatte sie sich einem obligatorischen Gentest unterzogen, erhielt aber noch keine Starterlaubnis für die WM in Liverpool im September. Taiwans Verband leitete daraufhin ein Berufungsverfahren ein und übermittelte medizinische Unterlagen an World Boxing. Daraufhin erfolgte nun die Freigabe. (sid/dj)
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