Europapokal in Hamburgs Wasser: Warum der ETV vor allem auf den Kopf setzt

Lilly Scafi bei einem Wasserball-Spiel des ETV am Beckenrand
Mit 23 Jahren gehört Lilly Scafi bei den ETV-Wasserballerinnen zu den routinierten Spielerinnen.

Auf den Winterwettkampf in Wilhelmsburg könnte ein Sommertrip nach Teneriffa folgen. Dafür müssten die Wasserballerinnen des Eimsbütteler TV sich für die Endrunde der Nordic Water Polo League qualifizieren – ab Freitag versuchen sie das in der Inselpark-Schwimmhalle. Dann nämlich ist Europa zu Gast in Wilhelmsburg.

„Drei Siege sind drin“, gibt sich Lilly Scafi optimistisch und erzählt von ihrer „riesigen Vorfreude“ auf die Spiele. „Diese internationalen Erfahrungen sind echt cool“, sagt die 23-Jährige: „Und jetzt können auch unsere Familien dabei sein.“

ETV-Wasserballerinnen spielen gegen internationale Teams

Anders als bei der Premieren-Veranstaltung, als die Eimsbüttelerinnen erst per Crowdfunding genug Geld auftrieben, um vor einem Jahr per Bus quer durch Rumänien zu gondeln. Am Wochenende ist Europa zu Gast in den Wilhelmsburger Wassern, es reisen Teams aus Dänemark, Finnland, England, der Slowakei und den Niederlanden an. Der ETV spielt in der Inselpark-Schwimmhalle gegen Kupele Piestany (Freitag, 18.30 Uhr), Cheltenham SWPC (Samstag, 16.45 Uhr) und Cetus Espoo (Sonntag, 13.30 Uhr). Die Männer von Poseidon Hamburg treffen auf Turun Uimarit (Freitag, 20.15 Uhr), Frem Odense (Samstag, 15 Uhr) und ZV De Ham (Sonntag, 15.15 Uhr).

Lilly Scafi bei einem Wasserball-Spiel des ETV in Aktion
Europäische Heimspiele: Lilly Scafi (l.) und der ETV treffen an diesem Wochenende auf Teams aus der Slowakei, England und Finnland.

„Wir sind sehr fit“, berichtet Scafi: „In der Vorbereitung sind wir sehr viel geschwommen, wir wollen aber auch im Kopf schneller werden.“ Eine Sekunde gedanklicher Vorsprung könnten zwei Meter ausmachen, rechnet die ausgebildete Bauzeichnerin vor, die an der HafenCity Universität gerade ein Bauingenieurs-Studium begonnen hat. In ihrer Sportart geht es auch darum, nach dem Abtauchen unter Wasser schnell die Spielsituation zu erfassen – und oft genug zur Abwehr des eigenen Tores nach hinten zu kraulen.

Scafi kam mit neun Jahren durch eine Freundin zum Wasserball und ist seitdem im Becken geblieben. „Erst war es eine Nebensache“, erzählt sie: „Jetzt ist es zu einer größeren Sache geworden.“ Mit 16 feierte sie ihr Bundesliga-Debüt, längst gehört sie zu den erfahreneren Spielerinnen im Team um Torjägerin Maren Hinz, das viermal pro Woche trainiert.

ETV will in der Wasserball-Bundesliga in die Playoffs

In der Bundesliga belegt der ETV den vierten Platz unter sechs Teams, die Playoffs winken – wobei Spandau oder Bochum im Halbfinale wohl übermächtige Gegnerinnen sein würden. Die Bochumerinnen werden von Rheinmetall gesponsert, während der ETV schon froh über die Unterstützung des Förderkreises „8barer Rückhalt“, eines Restaurants sowie eines Unternehmens für nachhaltige Bademoden ist. Mit Letzterem entwickeln die Spielerinnen einen neuen Schwimmanzug, der aus Entwürfen von Studierenden hervorgeht.

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  • 28 Seiten Plan 7: Opern-Horror mit Donald Trump, Hype um Rap-Star Apache 207 & Ideen für Wochenendtrips

Eine von zahlreichen Aktionen, um die Sichtbarkeit des Sports zu erhöhen. „Wir sind auf einem guten Weg, Frauen-Wasserball auf die Agenda zu bringen“, sagt Trainerin Melis Dasdemir, ehemalige Spielerin und selbst erst 29. Um die Zukunft muss ihr sportlich nicht bange sein: Sieben Nachwuchsspielerinnen stehen in den Kadern der deutschen Juniorinnen-Teams, die U16 des ETV ist gerade Zweite bei der deutschen Pokalendrunde geworden.

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Nur am Wochenende in Wilhelmsburg, da sollte es noch ein Platz besser sein. Um sich dann Gedanken zu machen, wie die Sommerreise nach Teneriffa im schmalen Budget untergebracht werden kann.

Auf den Winterwettkampf in Wilhelmsburg könnte ein Sommertrip nach Teneriffa folgen. Dafür müssten die Wasserballerinnen des Eimsbütteler TV sich für die Endrunde der Nordic Water Polo League qualifizieren – ab Freitag versuchen sie das in der Inselpark-Schwimmhalle. Dann nämlich ist Europa zu Gast in Wilhelmsburg.