„Endlich ein Happy End“: Zverev gewinnt ersten Grand-Slam-Titel!

Alexander Zverev küsst den Pokal
Alexander Zverev hat bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen.

Es ist vollbracht: Alexander „Sascha“ Zverev ist Sieger eines Grand Slams! Bei den French Open erlöste sich der 29-jährige Hamburger im Finale gegen Flavio Cobolli. „Das ist ein großer Tag für den Sport“, sagte Boris Becker bei Eurosport. Zverev ist damit der erste Deutsche jemals, der seit Beginn der Open Era (1968) die French Open gewinnen konnte.

Um 19.44 Uhr fiel er zu Boden. Sofort standen ihm die Tränen in den Augen. Im vierten Anlauf hatte er es geschafft. Zverev gewann in 4:17 Stunden mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 (5:7), 6:1 gegen Cobolli. Es war ein kurioses und dramatisches Match, das das kuriose Turnier komplettierte. Damit ist der Hamburger der erste deutsche Mann seit Boris Becker (1996), der ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. „Der erste Deutsche zu sein, der diese Trophäe in den Händen halten kann, ist sehr besonders“, sagte Zverev nach dem Erfolg bei Eurosport International.

Flavio Cobolli gratuliert Alexander Zverev.
Flavio Cobolli gratuliert Alexander Zverev zum Sieg bei den French Open.

Die Eurosport-Kommentatoren Becker und Matthias Stach sprachen von einer „Sensation“ und von „Tennis-Geschichte“. Auch Cobolli fand unmittelbar nach dem Match schöne Worte für den Hamburger: „Keiner hat diesen Titel mehr verdient als du.“ Er sei stolz auf sich selbst, weil das Match gezeigt habe, dass er in solchen Matches mithalten könnte. „Ich habe nur noch eine Bitte an euch“, richtete sich Cobolli an seine Fans und sein Team: „Ich will euch alle lächeln sehen. Das war so eine tolle Woche mit euch.“ Es sind Worte, die zeigen, was für ein Mensch der Italiener ist. Zum Abschluss seiner Rede bat er das Publikum nur noch darum, „noch einmal laut für Sascha“ zu werden.

Zverev: „Das hatte ich seit zehn Jahren nicht mehr“

Nach einem Lob an die Zuschauer („Ohne euch hätte ich das Turnier nicht gewonnen“), Turnierdirektorin Amélie Mauresmo und Cobolli sowie sein Team, das Zverev als „eines seiner liebsten“ bezeichnete, konnte er sich die Erleichterung von der Seele sprechen: „Jetzt ist es endlich ein Happy End“, sagte Zverev. „Wir waren so oft die Verlierer, aber am Ende des Tages sind wir jetzt Grand-Slam-Champions!“, widmete er den Titel seinem gesamten Team.

„Es ist großartig, es endlich geschafft zu haben. Ich fühle gerade alle Emotionen“, sagte der Deutsche bei Eurosport International. „Ich hatte das Gefühl, dass ich es über die zwei Wochen im Griff hatte. Heute war das nicht der Fall. Ich war nervös, es ging viel häufiger auf und ab.“ Über seine körperlichen Probleme im Laufe des Matches sagte er: „Ich hatte Krämpfe. Das hatte ich seit zehn Jahren nicht mehr. Daran sieht man, welche Rolle der Kopf im Tennis spielt. Körperlich ging es mir gut, ich hatte einfach Krämpfe.“

Körperliche Probleme und Nervosität hielten Zverev nicht auf

Auf seinem Weg ins Finale spielte Zverev gegen keinen Top-25-Spieler. Das erste Mal seit 2023 standen weder Carlos Alcaraz noch Jannik Sinner im Finale eines Grand-Slam-Turniers. Am Ende spielte das alles keine Rolle mehr. Zverev war derjenige, der die Nerven behielt.

Der Hamburger startete souverän ins Match und holte sich den ersten Satz schnell mit 6:1. Erst Mitte des zweiten Durchgangs meldete sich Cobolli im Spiel zurück, und schnappte sich, zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend, den zweiten Satz mit 4:6. Den dritten Satz konnte Zverev mit 6:4 für sich entscheiden, ehe es spätestens im vierten Durchgang dramatisch wurde.

Es war ein Break-Festival, bei dem Cobolli mit 3:5 in Führung ging. Zu diesem Zeitpunkt plagten Zverev Probleme mit den Beinen. Trotz körperlicher Probleme kämpfte er sich zurück und rettete sich in den Tiebreak, den der Italiener für sich entscheiden konnte. Es ging in den fünften Satz. Dort zeigte Zverev seine Erfahrung und ließ Cobolli keine Chance mehr. Mit 6:1 sicherte er sich bei seiner 41. Teilnahme bei einem Grand Slam den ersten Grand-Slam-Titel.

Hier der MOPO-Liveticker zum Nachlesen:

Zverev dreht noch einmal auf und holt alles aus seinem Körper. 0:40! Drei Matchbälle für Zverev. Den zweiten kann er nutzen! Alexander Zverev ist Grand-Slam-Sieger! Sofort fällt er auf den Boden. Die Erleichterung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Die Tränen schießen ihm sofort in die Augen. Cobolli zeigt sich als guter Verlierer und kommt sofort zu dem Sieger, um ihm zu gratulieren.

Alexander Zverev liegt am Boden
Alexander Zverev fiel nach dem Sieg der French Open zu Boden.

Cobolli verkürzt bei eigenem Aufschlag souverän auf 4:1. Aber auch Zverev kann sein Aufschlagspiel ohne Probleme durchbringen und auf 5:1 erhöhen. Ein Spiel fehlt dem Hamburger noch!

Jetzt vergeht hier keine Minute mehr, ohne dass etwas Kurioses passiert. Cobolli erspielt sich zwei Breakbälle, Zverev kann beide abwehren. Wieder ist es ein vermeintlich einfacher Schmetterball, den der Italiener liegen lässt. Nach 4:04 Stunden von „einfach“ zu sprechen, wird dem mittlerweile hochklassigen Match jedoch nicht gerecht. Cobolli verzweifelt erneut an Zverevs Durchsetzungskraft, beißt in neben dem Platz stehende Blumen, und verliert das Spiel. 4:0 für Zverev!

Zverev geht mit 3:0 in Führung

Was Zverev hier jetzt auf der letzten Rille leistet, ist äußerst beeindruckend. Er erspielt sich die nächsten beiden Breakbälle und kann den zweiten mit einer Stop-Passierball-Kombination verwandeln. Zverev ist ein Doppel-Break vorne, 3:0! Auch Cobolli lässt sich jetzt im Seitenwechsel an den Beinen massieren. Das Match kostet auch für ihn seine letzten Körner.

Unfassbar. Zverev beginnt mit zwei Doppelfehlern, und schafft es dennoch, das Spiel zum 2:0 zu ziehen! Mental bleibt er sehr ruhig und legt alle Energie in das Körperliche. Cobolli schickt den Deutschen derweil weiterhin über den gesamten Platz.

Nach 3:38 Stunden Spielzeit geht es in den fünften Satz. Cobolli schlägt auf. Der Italiener sprintet nach wie vor zu jedem Ball und wirkt insgesamt frischer. Cobolli lässt Zverev viele Meter laufen, dennoch kommt der Deutsche an zwei Breakbälle. Den ersten wehrt Cobolli mit einem Ass ab, den zweiten vergibt Zverev selbst mit einem Rückhandfehler. Das Break holt sich der Hamburger im dritten Versuch – 1:0 für Zverev! Eurosport-Kommentator Matthias Stach spricht bei Zverev von einem körperlichen Zustand im „dunkelroten Bereich“.

Cobolli holt sich den Tiebreak – 5. Satz entscheidet!

Cobolli holt sich den vierten Satz! Der Italiener zieht seine Vorhand voll durch, Zverev kommt nicht mehr ran. Es geht in den entscheidenden fünften Durchgang! Der Deutsche lässt sich von Physios beraten, Cobolli verlässt den Platz für eine kurze Verschnaufpause.

Doppelfehler Zverev. 3:5. Zverevs Aufschlag sitzt. 4:5 für Cobolli, der Italiener hat zwei Aufschläge. 4:6, zwei Satzbälle für Cobolli. Das gibt es nicht! Cobolli kommt ans Netz und hat den Satz in der eigenen Hand. Er verschätzt sich beim Schmetterball! 5:6, Aufschlag Zverev!

Die Ballwechsel werden länger, 3:1 für Zverev. Vier Punkte fehlen. Doch Cobolli schlägt zurück. 3:2 für Zverev, Aufschlag Cobolli. 3:3 – Seitenwechsel. Zeit für Zverev, seine Beine auszuschütteln. Das Publikum unterstützt beide Finalisten. Cobolli geht mit 3:4 in Führung, Zverev schlägt jetzt auf.

Cobolli sichert sich das erste Mini-Break nach einem sehenswerten Ballwechsel. Zverev antwortet mit einem weiteren Mini-Break zum 1:1. Und direkt folgt das nächste Mini-Break. Zverev führt mit 2:1 und hat jetzt zwei Aufschläge! Der Hamburger spürt weiterhin seine Beine, das Publikum reagiert mit „Sascha! Sascha!“-Rufen.

Zverev rettet sich mit körperlichen Problemen in den Tiebreak

Unmittelbar nach dem Ausgleich zum 5:5 lässt sich Zverev aus seiner Box etwas nach unten geben. Vermutlich sind es Mittel gegen seine körperlichen Probleme. Der Deutsche lässt sich entsprechend etwas mehr Zeit und nimmt eine Verwarnung in Kauf. Von den Problemen ist nichts mehr zu sehen, Zverev stellt auf 6:5. Vier Punkte fehlen im noch! Zu null gewinnt Cobolli das Spiel und rettet sich in den Tiebreak.

Zverev beginnt furios ins Spiel um den Satz, zieht voll durch und geht mit 0:30 in Führung. Immer wieder fässt sich der Deutsche an den linken Oberschenkel und beginnt, leicht zu humpeln. Auch das hält ihn nicht auf. Mit drei sehenswerten Winnern schlägt sich Zverev trotz körperlicher Probleme tatsächlich zurück ins Spiel, und stellt auf 5:5!

Wieder steht es 30:30 bei Aufschlag Cobolli. Dieses Mal kann Zverev jedoch nicht das Re-Re-Break holen. Der 29-Jährige bleibt selbst kurz stehen und hält inne. Zverev bewegt sich aktuell nicht mehr optimal. Beim Italiener lassen sich keine körperlichen Unannehmlichkeiten feststellen. Wird es doch noch zum Vorteil, dass er das Halbfinale nicht spielen musste? Cobolli geht über Einstand und erhöht auf 3:5. Zverev gibt sich noch nicht auf und bleibt dem Italiener dicht auf der Spur. Der Hamburger kann auf 4:5 verkürzen.

Break-Festival im vierten Satz

Das gibt es nicht, wird sich der Deutsche denken. Sofort kassiert er das Re-Break. Zverev rückt vor, Cobolli glänzt mit einem Passierball und nimmt Zverev den Aufschlag ab. 3:4! Alles steht wieder auf Kurs Entscheidungssatz.

Jetzt wird es kurios. Zverev gleicht zum 3:3 aus, alles ist wieder in der Norm! Mit einem 22 Schläge langen Ballwechsel erspielt sich der Deutsche das 0:40, vergibt aber alle drei Möglichkeiten. Erst die vierte Chance kann er nutzen. Drei Spiele fehlen ihm noch für den großen Titel!

Zverev schielt kurz auf das Break, vergibt beim 30:30 aber seine Chance auf einen Breakball mit einem zu lang geratenen Stop. Cobolli stellt auf 1:3. Der Deutsche hält sich mit starken Aufschlägen im Spiel und kriegt erneut die Chance zum Ausgleich.

Zverev „schenkt“ Cobolli das frühe Break

Der dritte Durchgang startet nicht nach Plan. Zverev serviert Doppelfehler vier und fünf und ebnet so den Weg zum 0:1 für Cobolli, der wenig später auf 0:2 erhöht. Zverev meldet sich sofort zurück und verkürzt mit einem Zu-null-Aufschlagspiel auf 1:2. Trotzdem läuft der Hamburger weiterhin einem Break hinterher. Es bleibt das Battle der Nerven.

In diesem Match lässt sich einfach nicht vorhersehen. Zverev holt sich den dritten Satz! Nach einem Durchgang, in dem beide Finalisten ihren Aufschlag ohne große Probleme durchbringen konnten, schafft es der Deutsche dann doch noch. Plötzlich steht es 30:40 – Satzball. Die erste Chance ergreift Zverev prompt und sichert sich damit den Satz. Das erste Mal ermutigt lässt auch er seine Emotionen raus und ermutigt das Publikum, Lärm zu machen. Zverev ist damit nur noch einen Satz entfernt von seinem ersten Grand-Slam-Titel!

Mit einem Sahne-Ball holt sich Zverev das 5:4. Nach einem sehenswerten Stop von Cobolli kann der Hamburger mit einem Cross-Stop antworten, den nicht einmal der schnelle Italiener noch erreichen kann. Mit einem Break kann Zverev jetzt den Satz eintüten.

French Open: Dritter Satz geht in die Crunchtime

Nach den beiden Breakchancen für Zverev beim Stand von 2:2 gab es für keine weitere Gefahr bei den Aufschlägern. Dabei bleibt es. Cobolli spielt sich zum 4:4. Auffällig ist, dass der Italiener bei den wichtigen Punkten vermehrt ans Netz vorrückt. Und das meistens mit Erfolg. Es ist Crunchtime angesagt im dritten Satz!

Das Hin-und-her geht weiter. Cobolli gleicht zum 3:3 aus und beeindruckt, wie schon über das gesamte Turnier, vor allem mit seiner Variation bei seinem Aufschlag. Vom spielerisch besten Finale kann nicht die Rede sein. Es sind viele kurze Rallies. Vielmehr findet das Match seinen Reiz im mentalen Battle. Die Qualität steigert sich jedoch seit Beginn stetig. Zverev erhöht, wieder einmal ohne größere Probleme, auf 4:3.

Ist das bitter! Zverev erspielt sich zwei Breakchancen, kann sie aber nicht nutzen. Bei Aufschlag Cobolli erspielt er sich das 15:40, doch der Italiener meldet sich, unter anderem mit einer sehenswerten Serve-and-Volley-Variante, zurück und bringt das Aufschlagspiel über die Ziellinie. Zverev beschwert sich sichtlich frustriert auf russisch bei seiner Box. Den Frust münzt der Deutsche in Leistung um und geht weiterhin voran – 3:2.

Der Italiener holt sich den zweiten Satz

Zu Beginn des dritten Satzes zeigt sich Zverev mental stark, zeigt sich nicht beeindruckt von dem Leistungssprung Cobollis und legt mit 1:0 vor. Cobolli zieht mit und gleicht zum 1:1 aus. Der Italiener streut vermehrt Stops ein und bringt Zverev zum Laufen. Der Hamburger legt sofort nach und gewinnt sein Aufschlagspiel zum 2:1 zu 15. Mittlerweile ist es ein Spiel auf Augenhöhe.

Und dann ist es tatsächlich passiert. Cobolli schafft das, was vor 20 Minuten noch kaum vorstellbar gewesen wäre. Der Italiener holt sich den Satzausgleich! Das Bild ist ein komplett anderes, als noch im ersten Satz. Cobolli bewegt sich besser und scheint auch mental komplett im Finale angekommen zu sein. Zverev scheint sich darauf erst einmal einstellen zu müssen.

Flavio Cobolli ballt die Faust
Flavio Cobolli pusht sich im Finale der French Open gegen Alexander Zverev.

Wichtiges Zeichen von Zverev! Nach einem umkämpften Spiel kann er auf 4:5 verkürzen. Die Entwicklung des Matches ist kaum zu erklären. Zverev ließ Cobolli über eine lange Zeit keine Chance. Mittlerweile bewegt sich der Italiener deutlich besser und spielt sich weiter in einen Rausch. Er setzt immer mehr Ausrufezeichen, verzaubert die Fans mit Rückhand-Winnern und Stops. Das Publikum steht derweil voll auf der Seite des vermeintlichen Underdogs. Der schlägt jetzt zum Satzgewinn auf.

Aus dem Nichts! Cobolli nimmt Zverev den Aufschlag ab

Das Momentum verschiebt sich tatsächlich vollkommen. Nach den ersten anderthalb Sätzen, in denen Zverev keine Probleme hatte, ist es plötzlich Cobolli, der die Ballwechsel bestimmt. Die Ballwechsel werden länger, ganz zur Freude des Italieners. Das Break kann er bestätigen und auf 3:5 erhöhen.

Aus dem Nichts holt sich Cobolli das Break! Das erste Mal muss sich Zverev bei eigenem Aufschlag so richtig beweisen. Dem Italiener gelingt es erstmals, Zverev in längere Ballwechsel zu verwickeln, und erspielt sich den ersten Breakball. Ganz zur Freude des Publikums, die im Sinne des Sports auf ein spannendes Match hoffen. Cobolli wird zunehmend lauter, pusht sich und nimmt das Publikum mit. Der Deutsche hilft dem Italiener mit zwei Doppelfehlern schließlich zum überraschenden Break zum 3:4.

Von der gesteigerten Leistung Cobollis lässt sich Zverev keineswegs beeindrucken. Zu null holt er sich das nächste Aufschlagspiel und bestätigt seinen starken Aufschlag. Nach genau einer Stunde Spielzeit bleiben die großen Highlight nach wie vor aus. Cobolli gleicht erneut zum 3:3 aus. Im zweiten Satz gab es bislang keinen einzigen Breakball.

Fans unterstützen Cobolli mit „Flavio“-Rufen

Cobolli kommt mittlerweile zwar besser ins Spiel und findet langsam seine Form, bei Zverevs Aufschlag bleibt er dennoch chancenlos. Hinzu kommt die Vorhand des Deutschen, die den Italiener vor große Probleme stellt. Zverev macht die Punkte schnell zu, verhindert damit längere Ballwechsel und stellt auf 2:1. Der Italiener spielt vermehrt mit dem Publikum, versucht sich so zu pushen und ins Match zu finden. Das klappt mittlerweile zumindest bei eigenem Aufschlag – 2:2.

Der Hamburger verlässt nach dem ersten Durchgang kurz den Platz. Und dann macht er da weiter, wo er aufgehört hat. Mit starken Aufschlägen und ohne Cobolli jegliche Hoffnung zu geben, beginnt Zverev auch im zweiten Satz besser und spielt sich zum 1:0. Erstmals gelingt es dem Italiener anschließend, zum 1:1 auszugleichen.

Zverev holt sich den ersten Satz! Auch das Publikum kann Cobolli mit „Flavio, Flavio“-Rufen nicht pushen. Weiterhin wirkt der Italiener unsicher, und gibt auch das dritte Aufschlagspiel ab. Mit 6:1 fliegt Zverev nach 35 Minuten zum ersten Satzgewinn. Und das nach dem ersten Spiel, das acht Minuten dauerte. Für ihn läuft alles nach Plan!

Zverev erwischt den perfekten Start – Cobolli nervös

Cobolli hat nach wie vor Probleme bei eigenem Aufschlag, hat eine schwache Quote beim ersten Aufschlag (54 Prozent). Nach 26 Minuten holt sich Zverev ohne allzu große Mühe das zweite Break und erhöht auf 4:1! Wie auch zuvor ist der 29-Jährige bei eigenem Aufschlag souverän und zieht mit dem 5:1 davon. Bislang ist es ein Traumstart für den Hamburger.

Sein erstes Aufschlagspiel bekommt Zverev ohne größere Probleme durch, verliert nur einen Punkt und erhöht auf 2:0. Auch Cobolli scheint seinen Weg ins Finale zu finden. Souverän verkürzt er auf 2:1. Zverev hat dennoch weiterhin den Vorteil und schlägt als nächstes auf. Den Vorteil kann er realisieren und auf 3:1 stellen. Derweil spielen sich beide Finalisten nach und nach in einen Flow und es entstehen die ersten längeren Ballwechsel.

Das Match ist eröffnet! Cobolli legt mit dem Aufschlag vor. Beiden merkt man zu Beginn die Nervosität an. Der Italiener serviert prompt einen Doppelfehler, aber auch Zverev startet mit einigen unerzwungenen Fehlern. Mehrfach geht es über Einstand, bis Zverev nach acht (!) Minuten das erste Break schließlich nach Hause bringt. Das erste Spiel deutet zumindest schon einmal auf ein intensives Finale hin.

Boris Becker: „Ich habe ein gutes Gefühl“

Um 15.17 Uhr ist es soweit: Cobolli betritt den Center Court. Eine Minute später wird auch Zverev auf den Platz gerufen. Alles ist bereit für das große Finale. Die Spieler befinden sich im Warm-up. „Heute gewinnt der mental stärkere“, sagt Boris Becker bei Eurosport. „Ich habe ein gutes Gefühl. Wenn er die drei verlorenen Finals ausblendet, kann er heute Geschichte schreiben.“

Gleich geht es also los, Zverev und Cobolli bereiten sich in den Katakomben wenige Meber voneinander entfernt vor und warten auf ihren letzten Einlauf auf den Court Philippe-Chatrier. „Seit Mitte der Woche ist er der Topfavorit“, sagt Legende Boris Becker kurz vor Matchbeginn bei Eurosport. Becker habe kein Problem damit, als letzter deutscher Grand-Slam-Sieger abgelöst zu werden. „Jeder Tag ist ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben“, erklärt Alexander Zverevs Bruder Mischa.

Klappt es im vierten Anlauf?

Für Zverev ist es das vierte Grand-Slam-Finale. Bei den US Open (2020, Fünfsatz-Niederlage gegen Dominic Thiem), den French Open (2024, Fünfsatz-Niederlage gegen Carlos Alcaraz) und den Australian Open (2025, Dreisatz-Niederlage gegen Jannik Sinner) stand der 29-Jährige bereits im Endspiel. Elfmal stand der Hamburger durch seinen Lauf bei den French Open im Halbfinale eines Grand Slams. Kein Profi schaffte das jemals, ohne einen Titel zu gewinnen. Im vierten Anlauf soll es jetzt also klappen.

Alexander Zverev jubelt.
Alexander Zverev behielt auf seinem Weg ins Finale der French Open die Nerven.

Die Marschroute sollte dabei klar sein. Für Zverev heißt es: Jetzt oder nie. Schließlich ist es das erste Mal seit 2023, dass weder Carlos Alcaraz noch Jannik Sinner im Finale eines Grand Slams stehen. Der verletzte Spanier und der Italiener, der in Paris mit der Hitze zu kämpfen hatte und überraschend ausschied, dominierten die Tenniswelt in den vergangenen Jahren.

Zverev und Cobolli flogen durch das Turnier

2026 war für Zverev bislang ein körperlich enorm anstrengendes Jahr. Gegen Cobolli tritt der Weltranglistendritte zu seinem 57. Match des Jahres an. Der Italiener hat zehn Matches weniger in den Knochen. Eine richtige Pause verschaffte sich Zverev eigentlich nur einmal. Ausgerechnet bei seinem Heimturnier in Hamburg, das er aufgrund von Rückenproblemen kurzfristig absagte. Cobolli trat zwar in Hamburg an, flog jedoch in der ersten Runde gegen den Überraschungssieger Ignacio Buse raus. Beide hatten also ausreichend Zeit, sich auf die French Open vorzubereiten.

Flavio Cobolli jubelt
Flavio Cobolli spielte sich bei den French Open in sein erstes Grand-Slam-Finale.

Auf dem Weg ins Finale gaben sowohl Zverev als auch der Weltranglistenzehnte Cobolli lediglich zwei Sätze ab. Im Halbfinale profitierte der 24-jährige Italiener von einer Virus-Erkrankung seines Landsmanns Matteo Arnaldi, der nicht antreten konnte. Auf seinem Weg ins Finale stand Zverev 14:44 Stunden auf dem Platz, bei Cobolli waren es 13:01 Stunden. Auf der Tour spielten Zverev und Cobolli bislang viermal gegeneinander, dreimal ging der Deutsche als Sieger vom Platz.

French Open: Das waren die Wege ins Finale

Wie verrückt der Ablauf der diesjährigen French Open war, zeigt ein Blick auf die beiden Wege ins Finale. Cobolli musste nur einen Top-10-Spieler besiegen, während Zverevs bester Gegner in der Weltrangliste auf Rang 27. stand. Am Ende waren Zverev und Cobolli die beiden einzigen Topspieler, die die Nerven behielten und sich durchsetzen konnten.

Das war Zverevs (3.) Weg ins Finale: Benjamin Bonzi (95.; 6:3, 6:4, 6:2) – Tomaš Machač (43.; 6:4, 6:2, 6:2) – Quentin Halys (90.; 6:4, 6:3, 5:7, 6:2) – Jesper De Jong (106.; 7:6, 6:4, 6:1) – Rafael Jodar (29.; 7:6, 6:1, 6:3) – Jakub Menšik (27.; 7:5, 6:2, 3:6, 6:3).

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Das war Cobollis Weg in sein erstes Grand-Slam-Finale: Andrea Pellegrino (124.; 6:4, 7:6, 6:3) – Yibing Wu (92.; 6:4, 6:4, 6:4) – Learner Tien (18.; 6:2, 6:2, 6:3) – Zachary Svajda (85.; 6:2, 6:3, 6:7, 7:6) – Félix Auger-Aliassime (6.; 4:6, 6:4, 6:4, 6:4) – Matteo Arnaldi (104; Walkover).