„Eingriff in die Pressefreiheit“: Sportverband erteilt Journalisten Hausverbot
Die Sportjournalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus haben ein Hausverbot für die heutige Pressekonferenz der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) im Berliner Müggelturm erhalten. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Ein „Sportschau“-Bericht hatte zu Beginn der Olympischen Winterspiele über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze berichtet. An diesem Bericht waren maßgeblich Seppelt und Mebus beteiligt.
Sportjournalisten-Verband: Klarer Eingriff in die Pressefreiheit
Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) protestierte gegen die Nichtzulassung von Seppelt und Mebus. „Die Nichtzulassung der Kollegen werten wir als klaren Eingriff in die Pressefreiheit“, schrieb der Verband in einem Schreiben, das der dpa ebenfalls vorliegt. „Ihre Gemeinschaft wird mit öffentlichen Geldern gefördert, an die daraus erwachsende Verantwortung möchten wir hier eindringlich erinnern.“ Dem Versuch, kritischen Sportjournalismus zu reglementieren, trete man „vehement entgegen“, schrieb der VDS.
Auf der Pressekonferenz wollte die DESG um den umstrittenen Präsidenten Matthias Große Stellung zu dem Bericht beziehen. Der Berliner Müggelturm gehört Große. Der Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein steht seit 2020 an der Spitze der DESG. (dpa)
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