Dramatischer Grund: Tennis-Star bricht nach Sieg bei French Open in Tränen aus
Marta Kostyuk gewinnt ihr Auftaktmatch bei den French Open. Doch danach bricht die Ukrainerin in Tränen aus – wegen eines Raketenangriffs nur 100 Meter vom Elternhaus entfernt.
Marta Kostyuk hatte gerade ihr Erstrundenmatch bei den French Open gewonnen. Doch die Freude über den Sieg gegen die gebürtige Russin Oksana Selekhmeteva rückte schnell in den Hintergrund.
Marta Kostyuk: Raketenangriff nahe Elternhaus
Mitten im Interview überkamen die ukrainische Tennisspielerin die Tränen. Die 23-Jährige vergrub ihr Gesicht in den Händen.
„An diesem Morgen hat hundert Meter von meinem Elternhaus entfernt eine Rakete ein Gebäude zerstört“, sagte Kostyuk nach ihrem Auftakterfolg in Paris.
Kostyuk zeigt per Handybild die Zerstörungen
Auf der Pressekonferenz zeigte die Weltranglisten-15. sogar ein Bild auf ihrem Handy. Es soll die Zerstörung zeigen.
„Das habe ich heute Morgen um 8 Uhr erhalten“, sagte Kostyuk. Ihr sei „schon beim Gedanken daran übel“ geworden, „dass ich, wenn es 100 Meter näher gewesen wäre, heute wahrscheinlich keine Mutter und keine Schwester mehr hätte“.
„Eines der schwierigsten Matches meiner Karriere“
Wegen der Umstände sei sie „unglaublich stolz“ auf sich selbst, sagte Kostyuk. „Ich denke, es war eines der schwierigsten Matches meiner Karriere.“
Ihr Interview auf dem Court Simonne-Mathieu musste sie kurz unterbrechen, weil ihr erneut die Tränen kamen. Von den Rängen gab es Applaus.
Gedanken bei den Menschen in der Ukraine
„Ich habe nicht gewusst, wie ich damit umgehen würde. Ich habe am Morgen geweint“, erzählte Kostyuk.
„Ich bin natürlich froh, in der zweiten Runde zu sein. Aber all meine Gedanken und mein Herz sind heute bei den Menschen in der Ukraine“, sagte die Ukrainerin.
Kein Handschlag mit Selekhmeteva
Auf den im Tennis eigentlich obligatorischen Handschlag am Netz verzichtete Kostyuk. Aus Protest reichen ukrainische Spielerinnen und Spieler den Russinnen und Russen auf der Tour nicht mehr die Hand.

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Russland hat nach eigenen Angaben erneut die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt. Vor allem Kiew war Ziel der jüngsten Angriffe.
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69 Menschen seien in der Hauptstadt verletzt und zwei weitere getötet worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (dpa/mp)