Das gab es noch nie! Traum vom deutschen Finale am Rothenbaum lebt
Im Einzel stehen die Chancen auf ein deutsches Finale bei Turnieren von größerer Turnierordnung denkbar gering. Die Lücke zwischen der deutschen Nummer eins Alexander Zverev (3.) und dem nächstbesten Yannick Hanfmann (55.) ist häufig zu groß. Trotz der Absage von Zverev und dem Aus von Hanfmann besteht bei den Bitpanda Hamburg Open am Rothenbaum jetzt aber doch begründete Hoffnung auf ein deutsches Finale. Nach einer Aufgabe steht ein Finalist bereits kampflos fest.
Seit Beginn der Open Era (1969) gab es das noch nie. Das letzte Mal, dass zwei deutsche im Finale gegeneinander gespielt, war 1964. Damals trugen Wilhelm Bungert und Christian Kuhnke das letzte deutsche Endspiel am Rothenbaum aus, mit besserem Ende für Bungert (0:6, 6:4, 7:5, 6:2). Ein Doppel-Finale mit vier Deutschen gab es noch nie. Zwei Deutsche kämpften in der Open-Era-Zeit zumindest schon um den Titel. 2021 besiegte Tim Pütz mit dem Australier Michael Venus Kevin Krawietz mit seinem Partner Horia Tecau (6:3, 6:7, 10:8).
Hamburg Open: Krawietz und Pütz sorgen für Fan-Boom
Das schien Krawietz gar nicht gefallen zu haben. 2023 verbündete er sich mit Pütz und trat gemeinsam mit seinem Final-Gegner am Rothenbaum an. Prompt gewann das deutsche Top-Duo zweimal in Folge. Die Mission des dritten Titels 2025 wurde durch eine Handverletzung von Tim Pütz gestoppt, die er sich in der ersten Runde am Rothenbaum, zuzog. Trotz dieser Verletzung gewannen die beiden ihr Match, konnten in der zweiten Runde jedoch nicht mehr antreten.
2026 starteten sie in Hamburg erneut als deutsches Top-Duo, um um den Sieg zu spielen. In ihrem ersten Match sorgten sie auf dem Nebenplatz M1 bereits für einen so großen Fan-Andrang, dass es zum Einlassstopp kommen musste. Auch im Viertelfinale wurde ihr Match wieder auf den Außenplatz gelegt. Während Ignacio Buse im großen Stadion ins Halbfinale einzog, sorgten Krawietz und Pütz erneut für den Fan-Boom außerhalb.
Erneut spielten sie sich vor rund 1500 Fans in einen Rausch und schlugen das Österreich-Duo aus Alexander Erler und Lucas Miedler souverän mit 6:3 und 7:5. Damit lösten sie ihr Halbfinal-Ticket, in dem sie eigentlich am Freitag auf das Duo aus Guido Andreozzi und Manuel Guinard treffen sollten. Doch das war gar nicht nötig. Denn Andreozzi konnte wegen Problemen am rechten Bein nicht antreten. Der erste Teil des deutschen Finals stand also ohne Halbfinale fest.
Schnaitter und Wallner überraschen am Rothenbaum
Spannender könnte hingegen ein vorausschauender Blick ins Finale sein. Denn dort könnte Historisches passieren. Parallel zu Krawietz und Pütz spielten nämlich Jakob Schnaitter und Mark Wallner auf dem noch kleineren Nebenplatz M2 um den Einzug ins Halbfinale. Sie erhielten eine Wildcard für das Hauptfeld und lagen im Championstiebreak der ersten Runde bereits mit 2:7 zurück. Sie kämpften sich jedoch zurück und gewannen schließlich mit 10:8.
Im Viertelfinale trafen sie auf das an zweit gesetzte Duo aus Christian Harrison und dem Doppel-Weltranglistenersten Neal Skupski. Sensationell und sogar souveräner als noch in Runde eins gewannen sie mit 7:5 und 6:4.
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Im Halbfinale treffen sie auf das französisches Duo aus Sadio Doumbia und Fabien Reboul. Aufgrund der verschiedenen Turnierseiten, auf denen sich Krawietz/Pütz und Schnaitter/Wallner befinden, kann es erst im Finale zum Aufeinandertreffen kommen.
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