Darts-Champions Littler (18) lockt zwei Bayern-Stars nach Manchester
Die Erfolgsgeschichte von Darts-Weltmeister Luke Littler ist auch bei den Fußballern des FC Bayern München Thema. Der 18 Jahre alte Engländer erzählte am Abend nach seinem 7:1-Finalsieg über Gian van Veen (Niederlande), dass er in der jüngeren Vergangenheit von einem Shootingstar des deutschen Rekordmeisters kontaktiert wurde.
„Der Spieler von Bayern München – ich weiß nicht, wie sein Vorname ist – Karl, Lennart Karl hat mir in der dritten oder vierten Runde geschrieben. Er schrieb so etwas wie: Mach genauso weiter. Seither folge ich ihm“, sagte Littler in einem Interview bei Sport1.
Als Experte Max Hopp daraufhin fragte, ob er dem 17 Jahre jungen Offensivspieler Karl zu einem Wechsel zu Manchester United geraten habe, antwortete Littler scherzhaft: „Wenn er will, kann er uns helfen. Danke – und bring Harry Kane gleich mit!“ Der junge Darts-Dominator ist großer Fan der Red Devils.
Littler: „Davon habe ich geträumt“
„Das ist es, wovon ich geträumt habe“, sagte Littler zu seinem erneuten Triumph. Nacheinander Weltmeister zu werden, war zuvor nur Legende Phil Taylor, Adrian Lewis und Gary Anderson gelungen. „Es fühlt sich unglaublich an“, erklärte der englische Teenager, der van Veen im WM-Finale von London nicht den Hauch einer Chance ließ.

Mit Titel Nummer zwei sicherte sich Littler den Siegerscheck von erstmals einer Million Pfund (rund 1,15 Millionen Euro). In der Weltrangliste ist „The Nuke“ der Konkurrenz damit enteilt, mit 2,77 Millionen Pfund liegt Littler mit mehr als doppelt so viel Preisgeld vor Verfolger Luke Humphries. Littler bleibt mindestens bis Oktober an der Spitze, er bräuchte bis dahin nicht einmal antreten.
Littler: „Hier, um zu gewinnen“
Doch gewiss hat der Superstar größere Ziele. „Noch 14 Titel?“ Dafür werde er wohl „noch 15 bis 16 Jahre“ brauchen, sagte Littler großspurig mit Blick auf Taylors Rekordmarke von 16 Weltmeistertiteln und schmunzelte: „Ich werde noch sehr lange dabei sein. Ich bin hier, um zu gewinnen.“
Daran ließ Littler bei seiner dritten Weltmeisterschaft keinen Zweifel. Der Teenager aus Warrington fegte durch das Turnier, nur im Achtelfinale gegen Rob Cross wackelte er kurz. Insgesamt gab Littler im Turnierverlauf lediglich vier Sätze ab, im Endspiel holte er sieben am Stück.
Der größte Gegner waren die Fans, mit denen sich Littler kurzzeitig anlegte, sich aber nach dem gewonnenen Endspiel der Rekord-WM mit erstmals 128 Teilnehmern versöhnlich zeigte. Auch einem Angriff der „Ally-Pally-Wespe“ im Finale wich der Champion in der Manier eines Boxers aus.
Van Veen: „Luke ist eine Klasse für sich“
Und nun? „Ich will alles dominieren. Ich will alles gewinnen“, kündigte Littler an. Zehn Majortitel hat der Senkrechtstarter bereits gewonnen, von den zehn großen Einzel-Turnieren fehlen ihm nur noch zwei. Ende Januar hat Littler die Chance, erstmals beim World Masters zu triumphieren. Danach würde ihm nur noch die Europameisterschaft fehlen.
Diesen Titel hält van Veen. Der fünf Jahre ältere zweimalige Junioren-Weltmeister gehört ebenfalls zur neuen Generation, die den Dartssport auf den Kopf gestellt hat. Verdiente Stars wie der zweimalige Weltmeister Peter Wright sind nicht mehr auf dem Topniveau früherer Tage, andere werden durch die junge Riege verdrängt.

„Die Jungen sind da, wir versuchen, die Kontrolle zu erlangen“, sagte van Veen, der durch seinen Lauf bis ins Finale Weltranglistenplatz drei eroberte und damit Ex-Dominator van Gerwen nach 13 Jahren als Nummer eins der Niederlande abgelöst hat – eine Zeitenwende. „Ich glaube, dieses Spiel gehört jetzt den jungen Spielern“, meinte van Veen: „Wir sind hier, um zu zeigen, wie es geht.“
Das könnte Sie auch interessieren: „Verstoß gegen Vereinswerte“: DEL-Klub schmeißt einstiges Top-Talent raus
Aber auch van Veen weiß: „Wir sind uns alle einig, Luke ist eine Klasse für sich.“ (dpa/sid/lam)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.