„Danke, dass ihr gebuht habt“: Littler attackiert Publikum nach umkämpftem Sieg
Dartsstar Luke Littler hat sich mit einiger Mühe in das Viertelfinale der Darts-WM gespielt, sein bis dato perfekter Lauf ist beendet. Der 18 Jahre alte Engländer siegte im Londoner Alexandra Palace am Ende zwar souverän mit 4:2 gegen seinen Landsmann Rob Cross, in dem Weltmeister von 2018 fand das „Wunderkind des Darts“ jedoch seinen ersten echten Härtetest. Nach seinem Match revanchierte er sich mit bissigen Worten für die Buhrufe des Publikums während der Partie.
Auf seinem Weg zur dritten Finalteilnahme in Serie und zum zweiten Titel in Folge hatte sich Littler, seit November die Nummer eins der Welt, zuvor noch vollkommen schadlos gehalten. Nach gewohnt starkem Beginn wackelte „The Nuke“ im Ally Pally dann aber plötzlich und kassierte den ersten Satzverlust, im weiteren Verlauf drohte das Duell sogar kurz zugunsten des starken Cross zu kippen. Am Ende bewies Littler dann aber doch Nerven und nutzte seinen ersten Matchdart zum Sieg.
Littler über Buhrufe: „Das juckt mich nicht“
Über die Buhrufe und laut seiner Aussage auch Pfiffe während seiner Achtelfinalpartie sagte der 18 Jahre alte Weltmeister auf der Bühne am Mikrofon von Sky Sports sichtlich aufgebracht: „Das juckt mich nicht. Ich will eines sagen: Ihr zahlt für Tickets – ihr zahlt also mein Preisgeld. Danke für mein Geld. Danke, dass ihr gebuht habt. Come on!“ Er sei vom Verhalten der Fans überrascht gewesen, sagte Littler, der üblicherweise viel Unterstützung von den Fans erfährt, später bei der Pressekonferenz: „Es ist, wie es ist. Sie wollten, dass der Favorit rausfliegt. Ich musste einfach meinen Job machen.“ Die Stimmung sei „feindselig“ gewesen, fand er, wenngleich sie nicht negativer war als in vielen anderen Spielen mit Beteiligung anderer Profis. „Niemand wollte, dass ich gewinne. Sie haben sich geirrt“, sagte Littler trotzdem. „Es war das erste Mal bei der Weltmeisterschaft, dass die Fans mich nicht siegen sehen wollten. Aber alles klar.“
Das könnte Sie auch interessieren: Alle Deutschen raus! Warum diese Darts-WM trotzdem Hoffnung macht
In der Runde der letzten Acht am Donnerstagabend trifft Littler nun auf den Sieger des Duells zwischen Luke Woodhouse (England) und Krzysztof Ratajski (Polen). Nach eigenen Worten rechnet er auch dort mit mehr Unterstützung für seinen Kontrahenten. „Ich werde mich für das Viertelfinale auf das Schlimmste vorbereiten“, sagte Littler mit Blick auf die anstehende Partie an Neujahr.(sid/hmg)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.