„Alfred, scheiße gecoacht“: Ex-HSV-Held greift Bundestrainer Gislason an
Nach dem Serbien-Spiel üben Stefan Kretzschmar und andere Ex-Weltmeister scharfe Kritik am EM-Auftritt des DHB-Teams. Vor allem Alfred Gislason kommt nicht gut weg. Ex-HSV-Spieler Michael „Mimi“ Kraus wird sehr deutlich.
Handball-Ikone Stefan Kretzschmar und seine Weltmeister-Kollegen von 2007 haben Deutschlands Handball-Nationalspieler nach dem teils desaströsen EM-Auftritt gegen Serbien scharf kritisiert. „Auf Außen hätten heute auch der Busfahrer und der Physiotherapeut stehen können. Da kam ja gar kein Ball hin. Die zweite Halbzeit ist halt wieder scheiße. Sie ist heute eine Katastrophe gewesen“, bemängelte Kretzschmar nach dem 27:30 gegen Serbien bei Dyn.
Will sich die DHB-Auswahl nicht auf die Schützenhilfe der Österreicher verlassen, muss gegen Spanien am Montag (20.30 Uhr/live im ZDF) ein Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied her. Dann wäre der Olympia-Zweite im Falle eines Sieges von Serbien beim Dreiervergleich definitiv Gruppenzweiter vor Spanien.
Kretzschmar: „Mir macht Angst, wie wir angreifen“
Gegen Serbien sah Deutschland lange wie der sichere Sieger aus, führte zur Halbzeit 17:13 – auch dank Spielmacher Juri Knorr, der nach der Pause auf deutlich weniger Einsatzminuten kam. „Wir haben die Serben in der ersten Halbzeit niedergerannt – und dann ändern wir alles. Das verstehe ich nicht. Ich stand nicht so viel auf der Platte in der zweiten Halbzeit. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll“, sagte Knorr, ohne den Namen des Handball-Bundestrainers in den Mund zu nehmen.

Nach Meinung von Kretzschmar war vor allem die Abschlussschwäche Grund für den Einbruch. Fehlwürfe und Fehlpässe reihten sich phasenweise aneinander. „Mir macht Angst, wie wir angreifen. Wir sind so unkreativ und ohne Lösung im Angriff, ohne Flow. Ich sehe mir das Spiel an und frage mich: Wo wollen wir hin? Was ist die Idee?“, sagte der Dyn-Experte.
Handball-Legende Hens: „Das ist so unnötig und dumm“
Sein ehemaliger Teamkollege Pascal Hens pflichtete ihm bei. Der 45-Jährige konnte außerdem nicht nachvollziehen, wie sich Deutschland in den Schlussminuten noch so viele Tore fangen konnte. „Das ist so unnötig und dumm. Wieso decken wir offensiv und fangen uns noch ein Tor“, wunderte sich der frühere Kapitän des HSV Handball.
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Genau wie beiden Handball-Experten fehlte auch Michael Kraus eine entsprechende Führung von Bundestrainer Gislason. „Alfred, scheiße gecoacht. Vercoacht“, kritisierte Kraus, der mit dem HSV Handball 2011 Deutscher Meister und 2013 Champions-League-Sieger wurde. Kraus schimpfte weiter: „Das war einfach Kacke im Angriff. Man muss es auch einmal beim Namen nennen.“ (dpa/hmg)
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