18 Paraden! Wolff und die deutschen Handballer glänzen bei EM-Generalprobe
Die Form stark, die Brust breit, der Erfolgshunger groß. Deutschlands Handballer haben eine gelungene Generalprobe für die Europameisterschaft (15. Januar bis 1. Februar) gefeiert. Im zweiten und finalen Vergleich mit Vize-Weltmeister Kroatien setzte sich die DHB-Auswahl vor heimischer Kulisse in Hannover mit 33:27 (16:12) durch. Insbesondere die deutsche Deckung und ein überragender Keeper Andreas Wolff dahinter präsentierten sich in Medaillen-reif. Ein glänzender Auftritt, der Appetit auf mehr macht.
Mit Standing Ovations der 10.427 Zuschauenden in der ausverkauften ZAG-Arena wurden die deutschen Spieler in Richtung Kabine verabschiedet. Reichlich Rückenwind für die Reise ins dänische Herning, wo am Donnerstag das Auftaktspiel der Handball-EM gegen Österreich steigt. „Am Ende des Tages geht es darum, Selbstvertrauen zu tanken“, meinte Spielmacher Juri Knorr, und das hatte sein Team. Rückraumspieler Julian Köster sprach von einem „sehr wichtigen Sieg, mit dem wir uns noch mal ein gutes Gefühl holen“.
DHB-Team besiegt Kroatien erneut – Wolff überragend
Bundestrainer Alfred Gíslason, der bekanntlich nicht zu Euphorie oder ausschweifenden Lobhudeleien neigt, war voll des Lobes und bester Laune. „Die Jungs haben das super gemacht“, freute sich der Isländer über den zweiten überzeugenden Auftritt seiner Mannen, die drei Tage zuvor im kroatischen Zagreb dank eines starken Endspurts mit 32:29 gewonnen hatten. „Ich bin natürlich zufrieden mit den beiden Spielen. Die Art und Weise war mir noch wichtiger als das Ergebnis. Wir hatten eine sehr starke Abwehrleistung und zweimal eine Weltklasse-Leistung im Tor.“

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18 Paraden lieferte Wolff, der schon in EM-Form ist, darunter drei Siebenmeter. Und der Kieler erzielte auch noch selbst ein Tor – in die verwaiste Kiste der in Unterzahl mit einem Feldspieler mehr agierenden Kroaten. „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, offensiv wie defensiv“, befand der Torhüter-Hüne gewohnt nüchtern. „Ich hoffe, dass wir das gegen Österreich genauso tun.“
Gute Generalprobe vor Handball-EM gegen Österreich
Die Österreicher sind der Auftaktgegner der deutschen Mannschaft am 15. Januar im dänischen Herning. Es folgen die Vorrundenspiele gegen Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar). In der Hauptrunde träfe das Gíslason-Team dann unter anderem auf die Topfavoriten Dänemark und Frankreich. Knüppelhart.
Die Formkurve zeigt jedenfalls nach oben. Gegen die kroatische Auswahl, die aufgrund des Wetters am Vortag eine wahre Reise-Odyssee hinter sich hatte und nicht optimal vorbereitet in die Partie gegangen war, hatte sich das DHB-Team im zweiten Duell nach einer ausgeglichenen Anfangsphase dank aggressiver Abwehrarbeit und einiger Paraden von Wolff sowie eiskalter Chancenverwertung auf vier Tore absetzen können (13:9/25.). Die Pausenführung war hochverdient.
Fehlstart in die zweite Halbzeit als Schönheitsfehler
Ärgerlich, dass die Mannschaft schläfrig und unkonzentriert aus der Pause kam, sich in den ersten Minuten im Angriff unnötige Ballverluste leistete, welche die von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson trainierten Kroaten sofort per Gegenstoßtreffer bestraften. Nach nur fünf Minuten war der schöne Vorsprung dahin (17:17). „Das darf uns so nicht passieren“, mahnte Köster. „Das müssen wir uns noch mal anschauen und darüber reden.“
Wolff war es zu verdanken, dass sich die Gastgeber dann wieder auf 22:19 (45.) absetzen und den Vorsprung bis Spielende noch ausbauen konnten. Beste DHB-Schützen im letzten Test waren Lokalmatador Renars Uscins und Lukas Zerbe mit jeweils fünf Toren.
Breite im Team ist eine große Stärke für die Handball-EM
Auffällig war in den 60 Minuten, dass die Mannschaft das hohe Niveau trotz zahlreicher Wechsel und unterschiedlicher Besetzung in der Abwehr, insbesondere im Mittelblock, mit Ausnahme des Fehlstarts in die zweite Halbzeit hatte halten können. „Wir haben eine gute Breite im Kader und die nutzen wir“, betonte Köster. „Wir können wechseln und das müssen wir auch, wenn wir das hohe Tempo gehen wollen.“
Anders als vor vergangenen Turnieren wird Gíslason nicht noch kurz vor der Abreise Spieler aus dem aktuellen Vorbereitungs-Kader streichen. „Wir haben beschlossen, mit allen 18 Spielern nach Dänemark zu fahren“, kündigte der Coach nach der gelungenen Generalprobe an. „Wir haben dann die Möglichkeit, kurz vor jedem Spiel 16 Spieler zu nominieren und können tauschen.“
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Der Kader ist aber nicht nur in der Breite, sondern auch in der Spitze hochwertig und bildet ein gutes Fundament für den angestrebten Medaillenkampf. „Wir haben einfach eine gute Mannschaft“, befindet Knorr. „Jeder Spieler, der hier dabei ist, ist ein Top-Spieler. Wir müssen uns vor keiner Mannschaft verstecken.“
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