DOSB-Boss Otto Fricke schaut ernst

DOSB-Boss Otto Fricke ist mit der Bahn-Kampagne im Zusammenhang mit dem deutschen Olympia-Team nicht einverstanden. Foto: IMAGO / Nico Herbertz

Warum eine Kampagne der Deutschen Bahn beim Olympia-Team für großen Ärger sorgt

kommentar icon
arrow down

Eine Werbekampagne der Deutschen Bahn zu den Winterspielen hat die Spitze des deutschen Olympia-Teams mächtig verärgert. Das Vorgehen des Unternehmens mit dem Angebot einer Aktions-Bahncard für Freifahrten im Falle deutscher Goldmedaillen bezeichnet DOSB-Vorstandschef Otto Fricke als „nicht die feine Art“.

Der Spitzenfunktionär des Deutschen Olympischen Sportbunds moniert, dass Einnahmen aus der Aktion nicht in den Sport fließen würden. „Dass das ein Staatsunternehmen macht, das ist schofelig“, sagte Fricke. Die Bahn wies die Kritik zurück. 

Fricke sieht Trittbrettfahrer-Werbung

Vor Beginn der Winterspiele in Italien hatte die Bahn eine sogenannte „Probe Bahncard Gold“ ab einem Preis von 19,90 Euro zum Kauf angeboten. Wenn deutsche Sportlerinnen und Sportler Goldmedaillen bei den laufenden Olympia-Wettbewerben gewinnen, können Besitzer dieser Bahncard am jeweils nächsten Tag alle Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn deutschlandweit kostenlos nutzen, wie das Unternehmen mitgeteilt hatte.

Pünktlich zum Wochenende erhalten Sie von uns alle aktuellen News der Woche rund um den HSV kurz zusammengefasst – direkt per Mail in Ihr Postfach.
Mit meiner Anmeldung stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Fricke, der vor seinem Wechsel zum DOSB haushaltspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion war, kritisierte die Kampagne als „Ambush Marketing“, sinngemäß also eine Trittbrettfahrer-Werbung der Bahn. Der DOSB habe sich bereits schriftlich bei dem Konzern beschwert, aber keine zufriedenstellende Antwort erhalten. Der Vorstandschef betonte, es brauche finanzielle Hilfe, damit der deutsche Sport sich bei Olympia gut präsentieren könne. 

Fricke hofft daher weiter auf ein Entgegenkommen der Bahn. Diese könne auch gern in den Breitensport investieren. „Wo, das kann sich die Bahn ja überlegen“, sagte der 60-Jährige.

Olympia-Legenden in TV-Spot

Die Bahn ließ wissen, das Unternehmen habe „größten Respekt vor allen sportlichen Spitzenleistungen bei den Winterspielen 2026“. Darum sei die besondere Bahncard vom 16. Januar bis 5. Februar zum Kauf angeboten worden. „Wir können die in diesem Zusammenhang geäußerte Kritik daher nicht nachvollziehen“, teilte ein Sprecher mit. 

Das könnte Sie auch interessieren: Nach Medaillen-Coup: Alkoholverbot für deutsche Olympia-Helden – Kritik am Verband

Im Rahmen der Werbekampagne waren laut Bahn auch eine Reihe deutscher Wintersport-Legenden in einem TV-Spot aufgetreten. Darunter waren die Olympiasieger Kati Wilhelm (Biathlon), Viktoria Rebensburg, Markus Wasmeier (beide Ski alpin), Sven Hannawald (Skispringen) und André Lange (Bob) sowie Paralympics-Idol Gerd Schönfelder. (dpa/lam)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test