Horst Hüttel

Horst Hüttel ist Weltcup-Sportdirektor für die deutschen Skispringer und die nordischen Kombinierer. Foto: Daniel Karmann/dpa

Verlängern Olympia-Stars ihre Penisse künstlich? Sportchef fordert Veränderungen

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Berichte über mögliche Manipulationen bei der Anzug-Vermessung haben im Skispringen für Wirbel gesorgt. DSV-Sportdirektor Horst Hüttel sieht Handlungsbedarf – und bringt zwei konkrete Ideen ins Spiel, um Penis-Tricks künftig auszuschließen.

Nach den Berichten über mögliche „Penis-Tricks“ für größere Weiten im Skispringen fordert Horst Hüttel vom Deutschen Skiverband Konsequenzen. „Ich habe keine Hinweise, dass betrogen wurde. Ich sehe trotzdem Handlungsbedarf, um das Thema aus der Welt zu schaffen“, sagte der 57-Jährige bei den Olympischen Winterspielen in Italien. „Zumindest theoretisch gibt es die Möglichkeit zur Manipulation.“

Skispringen und Penis-Tricks: Warum das Schrittmaß so heikel ist

Im Kern geht es um die Regeln des Weltverbands FIS zur Vermessung der Athleten. Diese Messung ist entscheidend für die Größe der Sprunganzüge. Vereinfacht gilt: Mehr Stoff an der richtigen Stelle sorgt für mehr Auftrieb – und genau da spielt laut Diskussion auch die Penisgröße eine Rolle.


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Hüttel beschreibt ein Problem in der aktuellen Methode: „Das Problem an der ganzen Sache ist: Die derzeitige Vermessung wird von einem 3D-Scanner gemacht. Der Punkt, wo das Schrittmaß genommen wird, wird aber händisch festgelegt“, sagte er.

Bericht während der Vierschanzentournee: Hyaluron als mögliche „Hilfe“?

Seine Erklärung: „Je weiter unten sich die Geschlechtsteile befinden, desto weiter unten ist der Schritt beim Athleten in der FIS-Tabelle manifestiert.“ Damit könne sich das Schrittmaß – und damit die Anzug-Vorgaben – verschieben.

Während der Vierschanzentournee rund um den Jahreswechsel hatte die „Bild“ berichtet, es solle Sportler geben, die für ein paar Millimeter mehr Stoff zu Hyaluronsäure gegriffen hätten – um vor der Messung ihren Penis aufzuspritzen. Wie verbreitet sind diese Penis-Tricks?

Ärzte bestätigen Hüttel: Hyaluron-Spritzen führen zu Veränderungen

Hüttel sagte dazu: „Bis zu diesem Bericht habe ich mir in keiner Weise Gedanken darüber gemacht.“ Danach habe man das Thema intern geprüft: „Wir haben uns im Nachgang auch mit unseren Ärzten unterhalten, ganz seriös. Sie haben gesagt, dass man durch eine Hyaluron-Spritze oder andere Maßnahmen etwas verändern könnte.“

Der frühere Nordische Kombinierer bringt zwei mögliche Lösungen für die FIS-Vermessung ins Spiel.

Zwei Ideen von Hüttel: Knochen messen – oder Schrittmaß an Körpergröße koppeln

„Variante eins: Entweder man vermisst die knöchernen Strukturen und legt danach das Schrittmaß fest“, sagte Hüttel. „Variante zwei: Man orientiert sich beim Schrittmaß an der Körpergröße.“

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Für die zweite Option liefert er auch einen Richtwert: „Bei 98 Prozent der Athleten liegt das Schrittmaß bei circa 45 Prozent der Körpergröße. Das wäre einfach und transparent und aus meiner Sicht eine Lösung, die man weiterdenken sollte.“

Penis-Tricks: Neuer Weg im Frühjahr für den Olympiazyklus

Hüttel betonte zudem den praktischen Vorteil: „So müsste man nur die Körpergröße messen, was auch für die darunterliegenden Wettkampfsysteme wie Continental Cup oder Alpencup praktikabel wäre.“

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Hüttel hofft auf Bewegung in den Gremien: „Ich würde mir wünschen, dass man im Frühjahr für den neuen Olympiazyklus in den FIS-Gremien einen neuen Weg findet.“ (dpa/mp)

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