Überraschende Erkenntnisse: So steht Hamburg im Olympia-Rennen da

Grafik eines möglichen Olympia-Stadions in Hamburg 2040
Im Hamburger Volkspark soll eine neue Arena entstehen, die dann das Olympiastadion wäre.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Das Rennen der vier deutschen Bewerber-Regionen um die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele ist noch lange nicht entschieden. Im Gegenteil: Es geht jetzt erst richtig los. Auch wenn München mit dem deutlichen Olympia-JA beim Bürgerentscheid vorgelegt hat, ist Mitbewerber Hamburg weiterhin aussichtsreich dabei und hat in anderen Bereichen die Nase vorn. Mit einem ausgeklügelten Bewertungssystem soll der Gewinner ermittelt werden. Was dahintersteckt und wie die internationalen Chancen stehen.

Es sind entscheidende Tage für die deutsche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044, um deren Austragung sich national neben Hamburg und München auch Berlin und die Region Rhein-Ruhr/Köln bewerben. Am Donnerstag besiegelten Bund, Bewerber und Sport mit einem Abkommen die gemeinsame Unterstützung einer deutschen Bewerbung – als starkes Signal in Richtung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC): Deutschland meint es ernst mit Olympia. Entscheidend: Die Bundesregierung gibt auch finanzielle Garantien. An diesem Wochenende soll auf der DOSB-Mitgliederversammlung in Frankfurt der Bewerbungs- und Bewertungsprozess verabschiedet werden.

Hamburg hat gute Chancen in der Olympia-Matrix

Gut für Hamburg: Mit einem umfangreichen und sehr detaillierten Bewertungssystem, Matrix genannt, sollen DOSB und die 36 olympischen Spitzenverbände die vier Bewerber und ihre Konzepte bewerten und bepunkten. Die MOPO hat Einblick in diese Matrix erhalten, in der es von internationaler Strahlkraft über Sportstätten, Finanzierung, Akzeptanz der Bevölkerung, Verkehrssituation bis hin zu Nachhaltigkeit geht. Ziel: Transparenz und Ausgewogenheit der einzelnen Faktoren. Und deshalb ist es nicht so, dass München aufgrund der starken 66,4 Prozent Olympia-Zustimmung beim Bürgerentscheid „sowieso schon gewonnen hat“, wie teilweise behauptet wird. Das Referendum ist nur eines von vielen Kriterien, wenn auch ein wichtiges. In Hamburg wird es am 31. Mai 2026 durchgeführt.

Hamburgs größte Stärke im Vergleich: Kein anderer Bewerber hat derart kurze Wege, was wichtig für Athleten ist und von den Verbänden entsprechend bepunktet werden dürfte. Berlin hat die größte internationale Strahlkraft, aber die größten Schwächen in der Bewerbung. Rhein-Ruhr bietet die größten Arenen und 14,5 Millionen zu verkaufende Tickets, was olympischer Rekord wäre, hat aber weite Wege. München hat ein ähnlich kompaktes und insgesamt schlüssiges Konzept wie Hamburg. Bayerns Metropole gilt aktuell als Favorit.

Deadline für Olympia-Bewerbung ist der 4. Juni 2026

Bis zum 4. Juni 2026 um 24 Uhr müssen die deutschen Bewerberstädte ihre finalen Konzepte einreichen, im Falle Hamburgs: kurz nach dem Referendum. Im Anschluss werden diese vom DOSB in fünf Kategorien evaluiert. Danach überprüft und bestätigt eine Evaluierungskommission die Ergebnisse.

Die endgültige Entscheidung, welcher deutsche Bewerber ins internationale Rennen geschickt wird, fällt auf der außerordentlichen DOSB-Mitgliedersammlung in Baden-Baden am 26. September.

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Der DOSB schätzt die Chancen, dass ein europäischer Bewerber 2036, 2040 oder 2044 zum Zug kommt, als „gut“ und „sehr wahrscheinlich“ ein. Kontinentale Konkurrenten sind bislang Budapest und Istanbul, möglicherweise auch Madrid und die Region Manchester/Liverpool. Auch hier sieht sich der DOSB nach MOPO-Informationen aussichtsreich positioniert. Seitens des IOC soll es Signale gegeben haben, dass alle vier deutschen Bewerbungen das Format hätten, Austragungsort Olympischer Spiele zu sein.