Tiere, Ketten, Socken, Kerze: Das sind die Glücksbringer unserer Olympia-Stars
Könnerinnen und Könner sind sie alle. Viele von ihnen absolute Weltklasse. Das oberste Ziel für Olympische Spiele: Bestleistung zeigen, alles aus sich herausholen – und möglichst noch ein bisschen mehr. Nicht selten braucht es dafür noch eine Portion Glück. Kein Wunder also, dass viele Sportlerinnen und Sportler in Paris ganz persönliche Glücksbringer dabei haben und teilweise sogar im Wettkampf tragen. Die MOPO hat nachgeschaut und nachgefragt. Einige der deutschen Olympiastars lüften ihr Glücksbringer-Geheimnis.
Klein, niedlich, kuschelig. Den Glücksbringer von Beachvolleyball-Riese Nils Ehlers kann man streicheln. Der 2,10-Meter-Mann hat ein Plüsch-Einhorn dabei. „Das hat mir meine Verlobte geschenkt. Das habe ich bei jedem Turnier mit“, verrät der Hamburger der MOPO. Da er viel auf Reisen ist, verbindet es ihn mit seiner Lara, sorgt „einfach für ein gutes Gefühl oder es hilft auch mal in schweren Momenten.“
In Paris hat das Einhorn vielleicht schon Glück gebracht: Beim Vorrunden-Krimi-Sieg gegen Team Australien wehrten Ehlers und Teampartner Clemens Wickler sechs (!) Matchbälle abwehren. Wicklers Glücksbringer: Ein Foto von Freundin Franziska im Portemonnaie.
Fußball-Nationalspielerin Klara Bühl hat in Paris einen neuen Talisman dabei – selbst gehäkelt. Name:„Ottienne“, ein kleiner Otter mit Baskenmütze und Schnurrbart. „Ich habe einfach so ein bisschen drauf losgehäkelt und hatte nur ein ungefähres Bild im Kopf. Aber ich bin schon sehr zufrieden“, hatte Häkel-Fan Bühl vor Olympia der MOPO erzählt. Der Otter „steht für Zusammenhalt“.
Der deutsche Leichtathletik-Star Leo Neugebauer holte als Einzelkämpfer Silber – wenngleich er sich als Teil des deutschen Mehrkampf-Teams sieht und Zehnkämpfer sind ohnehin eine besondere Gemeinschaft. Im Wettkampf trägt der Modellathlet, der in den USA lebt und an der Universität von Texas studiert, eine Kette mit einem Anhänger in der Form des Kontinents Afrika. Neugebauers Mutter ist Deutsche, sein Vater stammt aus Kamerun. Mit der Kette möchte der gebürtige Görlitzer auch diese Wurzeln würdigen.
Laura Ludwigs Lieblingskette „steht für Vertrauen in sich selbst“
Vom anderen Ende der Welt stammt der Glücksbringer von Laura Ludwig. Die Beach-Legende, die ihre Karriere beenden wird, trägt ein traditionelles neuseeländisches Jade-Amulett an einem Lederband um den Hals. „Meine Lieblingskette. Sie bedeutet mir viel. Das Symbol steht für Vertrauen in sich selbst, zu den Liebsten und die enge Bindung“, erklärt die fünfmalige Olympia-Teilnehmerin der MOPO.
„Ich liebe Neuseeland, habe mir die erste Kette vor vielen Jahren von einem Trainingslager dort mitgebracht. Ich trage aber nicht mehr das Original. Das ist beim Beachvolleyball kaputt gegangen“, erzählt sie lachend. „Aber zum Glück haben mir liebe Menschen eine neue von dort mitgebracht.“
Tennis-Queen Angelique Kerber trug bei ihren Abschieds-Spielen in Paris wie immer ihre Kette mit dem kleinen Diamant-besetzten Elefanten, der für Mut, Treue und Stärke steht. Er bleibt auch nach dem Karriereende der Talisman fürs Leben.
Den Olympia-Glücksbringer von Sonja Greinacher kann man riechen. „Das ist eine Kerze mit Paris-Duft, die mir eine Freundin schon vor der Olympia-Quali geschenkt hat. Da hat sie uns Glück gebracht und jetzt ist sie mit in Paris“, berichtet die Basketballerin der MOPO. Die Kerze ist im Dorf auf dem Zimmer, das sich die 1,90-Meter-Frau mit Mitspielerin Svenja Brunckhorst teilt. Lachend fügt sie an: „Wenn Svenni und ich mal bessere Luft auf der Bude brauchen, dann zünden wir die an.“
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Der Stoff, den Beachvolleyballerin Svenja Müller immer auf Turnieren dabei hat, sind ihre beiden Lieblingsstrandtücher. „Eines davon habe ich immer auf dem Court dabei“, erzählt die Hamburgerin der MOPO.
Und Windsurfer Sebastian Kördel schwört auf seine Glückssocken (blau mit grünen Klee-Blättern), die er am Wettkampfmorgen trägt. Im Rennen natürlich nicht.