Anton Grammel nach dem Riesenslalom in Bormio

Anton Grammel hatte sich mehr erwartet – sportlich und von der Atmosphäre in Bormio. Im Riesenslalom landete er auf Platz 15, zwei Ränge hinter Alexander Schmid. Foto: AP

„Stimmung kommt nicht auf“: Deutsche Skirennfahrer von Olympia enttäuscht

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Halbzeit bei den Winterspielen – doch bei den alpinen Männern in Bormio will keine echte Olympia-Stimmung aufkommen. Die deutschen Riesenslalom-Starter sind enttäuscht.

Nach gut der Hälfte der Olympia-Wettkämpfe sind die deutschen Skirennfahrer schwer enttäuscht von der Atmosphäre in Bormio. Dort finden bei diesen Winterspielen nur die alpinen Männerrennen statt, parallel gibt es keine Events anderer Sportarten.

In Bormio kommt keine Olympia-Atmosphäre auf

„So richtig Stimmung kommt leider nicht auf“, erzählte Alexander Schmid vor dem Riesenslalom am Samstag, den er als bester Deutscher auf Platz 13 beendete. Teamkollege Anton Grammel, der 15. wurde, verglich die Atmosphäre mit jener eines normalen Weltcups – „vielleicht auch nicht eines der bestorganisierten Weltcups“, wie er sagte.


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In Bormio gibt es kein olympisches Dorf, die Mannschaften sind – ähnlich wie beim Weltcup – auf einzelne Hotels aufgeteilt. Während zu den Rennen Fans in den Ort kommen und zumindest in der Nähe des Zielstadions Party machen, sind die Straßen, Restaurants und Bars an rennfreien Tagen deutlich menschenleerer. Viele Hotels und Pensionen blieben zudem während der Spiele geschlossen.

Cheftrainer Schwaiger sieht Parallelen zu Corona-Spielen

Der deutsche Männer-Cheftrainer Christian Schwaiger meinte mit Blick auf das Konzept von Mailand und Cortina, die Spiele auf Orte in ganz Norditalien zu verteilen: „Olympia ist, glaube ich, schon in einer gewissen Art und Weise verloren gegangen.“ Er habe schon viele Spiele erlebt, „einige richtig schöne, wo die Sportstätten sehr zentral waren, wo man einen Austausch mit anderen Sportlern hatte. Das macht dann das olympische Flair aus. Das gibt es hier nicht. Eigentlich ist es jetzt ruhiger als beim Weltcup.“

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Der Coach verglich diese Winterspiele mit jenen von Peking 2022, als wegen Corona kaum Zuschauer dabei waren und man ebenfalls sehr isoliert agierte. Riesenslalomfahrer Schmid erzählte, dass er sich damals zum Ziel gesetzt hatte, einmal Olympia in Europa als Ski-Kernregion zu erleben. „Jetzt hier hat man sich dann doch ein bisschen mehr erhofft“, sagte er nun aber. (dpa/mp)

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