Rydzek feuert Rydzek an: Deutsches Geschwister-Duo kämpft gemeinsam bei Olympia
Ob Coletta Rydzek im Kampf um eine Medaille auf ihren Glücksbringer zählen kann, hängt auch vom Verkehr ab. „Wenn alles glatt geht, bin ich bei den Finals da“, sagt ihr Bruder Johannes vor der Sprint-Entscheidung der Langläuferinnen am Dienstag. Drei Trainingssprünge muss der siebenmalige Weltmeister der Nordischen Kombination ab 9.00 Uhr in Predazzo absolvieren, danach will er hinüber zur Loipe in Tesero eilen.
Johannes (34) ist nicht nur der große Bruder von Coletta (28), sondern auch einer ihrer größten Fans. Daheim in Oberstdorf wohnen beide unter einem Dach, wenn auch in verschiedenen Wohnungen. „Manchmal kochen wir zusammen oder gehen gemeinsam auf Klettertour“, sagt Johannes. Und manchmal ist auch Colettas Freund Simon Jocher da. Bei Olympia ist der Skirennläufer allerdings 212 Straßen-Kilometer entfernt in Bormio im Einsatz. Bruder Johannes dagegen wohnt im selben Hotel.
Rydzek über Olympia: „Halbfinale ist der Anspruch“
„Es ist schön, Johannes jeden Tag zu sehen“, sagt Coletta Rydzek. Auch im Weltcup sind die Geschwister mitunter am selben Ort im Einsatz, häufig war Johannes eine Art Glücksbringer: Als Coletta 2024 erstmals auf das Podest lief, fiel sie im Ziel ihrem Bruder in die Arme. Nach Rang zwei im Januar in Oberhof wartete im Ziel neben Johannes auch der zweite Bruder Simon, einst ebenfalls Kombinierer.

Ergebnisse wie in Thüringen weckten Hoffnungen für den Olympia-Sprint, doch Rydzek bleibt vorsichtig. „Das Halbfinale ist der Anspruch“, sagte sie, das Finale der besten sechs Läuferinnen „wäre sehr schön. Das habe ich diese Saison im Klassischen aber noch nicht geschafft.“ Noch größere Medaillenchancen bestehen gemeinsam mit Laura Gimmler im Teamsprint am 18. Februar, für den das Duo vorgesehen ist.
Besser als 2022 in Peking sollte es aber auf alle Fälle laufen. „Johannes hat mehr olympische Erfahrung als ich. Meine beschränkt sich auf vier Minuten“, sagte Coletta im Sportschau-Podcast. Als 37. war sie in China schon im Prolog gescheitert. Ihr Bruder dagegen hat zwei Goldmedaillen sowie je einmal Silber und Bronze im Schrank liegen.
Letzten gemeinsamen Winterspiele für die Geschwister
Gleichzeitig steht bereits fest, dass es die letzten gemeinsamen Winterspiele werden. „2030 bin ich sicher nicht mehr am Start“, sagt Johannes. Und deswegen will auch er die Winterspiele in Italien abseits aller sportlichen Ambitionen zusammen mit seiner Schwester voll genießen.
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„Dieses Erlebnis mit jemandem zu teilen, dem man so nahe steht, ist ganz besonders. Und das macht das Erlebnis auch noch mal intensiver“, sagte Johannes. Und, na klar, die Eltern kommen natürlich auch. Irgendein Rydzek ist schließlich eigentlich immer im Einsatz – und am Dienstag sogar beide. (sid/lam)
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