Nur Vierter, aber zweites Gold! Schweizer wird zum Ski-Superstar der Spiele
Normal ist ein vierter Platz das Undankbarste, was es bei Olympia zu holen gibt. Dank seines Slalom-Mitstreiters Tanguy Nef konnte der Schweizer Abfahrtsexperte Franjo von Allmen aber doch noch sein zweites Gold der Olympischen Winterspiele 2026 feiern – in der neu ausgetragenen alpinen Kombination.
Als Gewinner des Abfahrtslaufs war von Allmen am Samstag in Bormio zum ersten Olympiasieger der Spiele 2026 geworden. Der 24-jährige ausgebildete Zimmermann, der mit seinem tollkühnen Stil die Balken biegen lässt, startete am Montagmorgen in der Kombinations-Abfahrt, landete dort aber mit 0,42 Sekunden Rückstand auf den Italiener Giovanni Franzoni nur auf Rang vier.
Tanguy Nef mit fast perfektem Slalom – van Allmen dankt
Das war trotzdem gut genug für seinen 29-jährigen Kollegen Nef, der am Nachmittag einen nahezu perfekten Slalomlauf hinlegte, sodass die Kombination von Allmen/Nef in der Gesamtwertung schließlich stolze 0,99 Sekunden vor ihren Landsleuten Odermatt/Meillard sowie dem österreichischen Duo Kriechmayr/Feller lag. Alle vier kombiniert Zeitgleichen bekamen Silbermedaillen – und Nachmittags-Zaungast von Allmen gemeinsam mit Nef Gold.
Vor einem Jahr wurde von Allmen Weltmeister in der Abfahrt und in der Kombination, damals mit Loic Meillard als Slalom-Starter. Nun wiederholte er seinen Doppel-Triumph auf der größten Bühne des Wintersports. Mit dem richtigen Techniker an der Seite ist also auch ein vierter Platz gut zu reparieren …
Alpine Kombination mit neuem Olympia-Modus
Am Mittwoch wartet mit dem Super-G die nächste Chance auf den bisherigen Superstar der Spiele, der allerdings auch von einer Regeländerung profitierte. Früher wurde die alpine Kombination nicht im Team bestritten, sondern allein – um den vielseitigsten Rennfahrer zu küren. 2026 feierte die Kombination zu zweit mit Abfahrts- und Slalom-Spezialisten ihre olympische Premiere.
Das deutsche Duo Simon Jocher (Abfahrt) und Linus Straßer (Slalom) landete dabei auf Platz zehn. „Du musst alles voll am Limit fahren und Fehler wie ich darfst du dir sowieso nicht erlauben“, gab sich Straßer danach selbstkritisch.
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Die Skiläuferinnen sind am Dienstag mit ihrer Kombination (10.30 Uhr Abfahrt, 14 Uhr Slalom) an der Reihe. Das deutsche Duo aus Silbermedaillengewinnerin Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann bekommt dabei die größtmögliche Konkurrenz. Die USA schicken die Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson und mit Slalom-Königin Mikaela Shiffrin die erfolgreichste Skirennläuferin der Weltcup-Geschichte an den Start.
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