Nach Medaillen-Coup: Alkoholverbot für deutsche Olympia-Helden – Kritik am Verband
Bei den Olympischen Spielen in Cortina d’Ampezzo haben Deutschlands Skeleton-Asse Axel Jungk und Christopher Grotheer nach ihren Medaillengewinnen bewusst auf große Feiern verzichtet. Der Grund: An diesem Sonntag wartet mit der olympischen Premiere des Mixed-Teamwettbewerbs (je ein Mann und eine Frau bilden ein Team) schon die nächste Medaillenchance.
Jungk, der wie schon vor vier Jahren in Peking Silber holte, wollte zwar „so gerne ein Bierchen aufmachen“, blieb aber konsequent: „Ich hatte gestern brutal mit Krämpfen zu tun. Deswegen ist Alkohol strikt verboten. Wir haben in zwei Tagen noch das Team-Rennen.“ Für das Mixed-Teamrennen formulierte er außerdem ein klares Ziel: „Wenn ich es nicht alleine schaffe, will ich Matt wenigstens im Team schlagen. Das ist das große Ziel.“
Skeleton-Helden Jungk und Grotheer mit Alkoholverbot
Sportlich mussten sich die Deutschen im Einzel nur dem Briten Matt Weston beugen. Weston gewann nach vier Läufen mit 0,88 Sekunden Vorsprung und holte die erste Medaille der Winterspiele für Großbritannien. Grotheer folgte 1,07 Sekunden hinter Weston auf Rang drei.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Tod im Morgengrauen: Lkw überrollt Radfahrer († 63)
- Was alles teurer wird: Das kostet uns der Iran-Krieg
- Kind stirbt nach OP: Prozess gegen drei Hamburger Ärzte
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: Experte warnt den HSV & St. Pauli plant zweigleisig
- 28 Seiten Plan 7: „Die kleine Meerjungfrau“ am Thalia, das Familienmusical „Anouk“ & Open-Air-Konzerte
Grotheer, der nach einer schwierigen Saison mit Verletzungsproblemen Bronze gewann, blieb ebenfalls zurückhaltend. „So lange nichts mehr getrunken, dann bin ich wahrscheinlich übel schnell voll“, sagte er lachend, „es wird eher eine Apfelschorle“. Zugleich blickte er auf den Mixed-Wettbewerb: „Da will ich noch einmal richtig Gas geben.“
Jungk widmet Medaille einem verstorbenen Freund
Bei Jungk stand der Erfolg zudem im Zeichen eines persönlichen Gedenkens. Er widmete seine Silbermedaille einem langjährigen Freund, der im vergangenen Jahr an Krebs gestorben war: „Dem widme ich definitiv diese Medaille. Guido, die ist für dich.“
Am Tag nach dem Rennen kritisierte Jungk außerdem den Weltverband IBSF wegen der aus seiner Sicht schwachen Vermarktung der Sportart. „Es ist natürlich traurig“, sagte er im Deutschen Haus: „Wir stehen halt immer so ein bisschen im Schatten vom Bobsport“, obwohl Skeleton „mindestens genauso interessant“ sei.
Vorwurf: Skeleton wird gegenüber Bob benachteiligt
Besonders störten ihn die Startzeiten: Skeleton starte im Weltcup häufig freitags, während die Bob-Piloten „Samstagabend und Sonntag zur Primetime“ fahren. „Dann müssen wir uns nicht wundern, dass die Sportart nicht populärer wird“, sagte Jungk und ergänzte: Er hoffe auf Besserung, „aber ich gehe nicht davon aus, weil es in den letzten zehn Jahren auch nicht besser geworden ist.“

Grotheer sieht zwar ebenfalls Potenzial: Skeleton könne „auf jeden Fall noch populärer sein“. Gleichzeitig erkennt er Fortschritte durch die Erfolge der vergangenen Jahre. Olympia sei „die größte Bühne, vor allem für auch diese kleinen Sportarten“, und: „Ich glaube, dass Axel und ich da schon eine sehr, sehr große Werbung gemacht haben in den letzten Jahren.“
Das könnte Sie auch interessieren: „Ich kann es nicht begreifen“: Eiskunstlauf-Superstar über das größte Olympia-Drama
Insgesamt bleibt die deutsche Bilanz im Eiskanal stark. Die deutschen Schlittensportler holten mit der Silbermedaille von Susanne Kreher und Bronze von Jacqueline Pfeiffer bereits die achte und neunte Medaille im siebten Rennen. Zuvor hatten die Rodler um Tobias Wendl und Tobias Arlt mit dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze vorgelegt.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.