Franziska Preuß nach dem Zieleinlauf

Franziska Preuß konnte sich den Traum von einer Einzel-Medaille nicht erfüllen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Nach Biathlon-Drama: Preuß erlebt unangenehmen Moment in der Umkleide

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Franziska Preuß liegt lange auf Medaillenkurs, doch zwei Fehlschüsse im entscheidenden Moment lassen den Traum platzen. Julia Simon triumphiert, Vanessa Voigt wird wie schon 2022 Vierte.

Die große Chance auf Edelmetall war greifbar. Doch beim letzten Schießen fiel für Franziska Preuß alles auseinander.

Franziska Preuß vergibt Medaille im letzten Schießen

Im schweren 15-Kilometer-Einzel von Antholz setzte Deutschlands beste Biathletin zwei Schüsse daneben – und rutschte am Ende auf Rang zehn ab. 2:19,9 Minuten fehlten auf Siegerin Julia Simon aus Frankreich.

Ohne die beiden Fehler hätte es zu Silber gereicht.

Preuß will das letzte Schießen schnell abhaken

„Vor dem letzten Schießen war ich noch optimistisch, danach natürlich nicht mehr“, sagte Preuß. Nach dem ersten Fehler sei „das Kartenhaus wirklich in sich zusammengefallen“.

Franziska Preuß zeigte lange ein starkes Rennen, landete jedoch durch zwei Fehlschüsse am Ende auf dem zehnten Platz picture alliance / dpa | Hendrik Schmidt
Franziska Preuß bricht nach der verpassten Medaille im Ziel zusammen
Franziska Preuß zeigte lange ein starkes Rennen, landete jedoch durch zwei Fehlschüsse am Ende auf dem zehnten Platz

„Das ist schade, aber man kann die Zeit jetzt auch nicht mehr zurückdrehen. Ich hake das jetzt ab.“

Preuß läuferisch nicht auf Topniveau

Auf der Strecke habe irgendwann das Gedankenkarussell begonnen. „Ich habe versucht, in meinen mentalen roten Faden zu kommen. Ich wollte es so machen, wie beim ersten Stehendschießen, aber es hat nicht funktioniert“, erklärte die 31-Jährige.


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Kurz vor dem Rennen musste zudem am Gewehr ein gebrochener Schlagbolzen gewechselt werden. Auch läuferisch war Preuß nicht ganz auf Topniveau.

Preuß hätte „perfekten Tag“ für eine Medaille gebraucht

„Wenn es für eine Medaille reichen sollte, dann brauche ich wirklich den perfekten Tag, so realistisch bin ich“, sagte sie. „Ich habe noch die Hoffnung, dass der vielleicht noch kommt.“

Beste Deutsche wurde die fehlerfreie Vanessa Voigt als Vierte – wie schon vor vier Jahren in Peking. Damals hatte Denise Herrmann-Wick Gold geholt.

Vanessa Voigt wieder Vierte im Biathlon-Einzel

In Antholz fehlten Voigt 12,9 Sekunden zur Medaille. 2022 waren es sogar nur 1,3 Sekunden gewesen.

Landete als beste Deutsche auf dem vierten Platz: Vanessa Voigt picture alliance / dpa | Hendrik Schmidt
Vanessa Voigt beim Biathlon-Rennen
Landete als beste Deutsche auf dem vierten Platz: Vanessa Voigt

„Total schwierig, meine Gedanken zu ordnen. Grundsätzlich bin ich enorm stolz auf meine Leistung. Ich weiß, jetzt kommt wieder das Thema Laufzeit und Schießzeit. Aber ich bin happy mit dem Rennen“, sagte Voigt.

Langsame Schießzeiten ein Thema bei Vanessa Voigt

Läuferisch zählt sie nicht zu den Schnellsten. Zudem hatte es immer wieder Kritik an ihrer langsamen Schießzeit gegeben. Auch diesmal hätte sie mit schnelleren Einlagen wohl Bronze gewonnen.

In Oberhof hatte es dazu „ein Krisengespräch, ein härteres Gespräch“ gegeben, wie Bundestrainer Kristian Mehringer berichtete. Dabei seien auch Tränen geflossen. „Das kann nach hinten losgehen. Aber unser Ziel war, dass es nach vorne losgeht. Ich glaube, das haben wir gut erreicht“, hatte Mehringer nach der Mixed-Staffel gesagt.

Französischer Doppelsieg – Sensation durch Lora Hristova

Ganz umsetzen konnte es Voigt diesmal nicht – weitere Chancen folgen.

Den Sieg sicherte sich Julia Simon mit einem Fehler. Lou Jeanmonnot machte mit zwei Fehlern den französischen Doppelerfolg perfekt. Für beide war es nach Mixed-Gold bereits die zweite Medaille im zweiten Rennen.

Unangenehmer Preuß-Moment in der Umkleide

Für eine Überraschung sorgte die fehlerfreie Bulgarin Lora Hristova. Die 73. im Gesamtweltcup gewann sensationell Bronze.

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„Ich war gerade in der Umkleide und habe so rumgefragt, wer ist eigentlich diese Bulgarin?“, erzählte Preuß. Hristova habe sich schüchtern gemeldet: „Ja, ich!“ Das sei ihr etwas unangenehm gewesen. „Aber ich habe ihr natürlich gleich gratuliert.“

Olympia-Debütantinnen im Biathlon-Einzel ohne Chance

Preuß konnte damit ihren Olympia-Fluch im Einzel nicht besiegen, auch wenn sie mit der Mixed-Staffel bereits Bronze geholt hatte. Damals hatte sie sogar eine Strafrunde gedreht. „Daran habe ich aber nicht gedacht, das hat keine Rolle gespielt“, betonte sie.

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Janina Hettich-Walz wurde nach zwei Strafminuten gute Achte. Selina Grotian, die ihr Olympia-Ticket erst auf den allerletzten Drücker gelöst hatte, landete nach vier Fehlern auf Rang 55. Das Einzel von Antholz hatte für das deutsche Team alles zu bieten – nur keine Medaille. (dpa/ea)

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