Marc Kennedy beim Curling bei Olympia

Der kanadische Curler Marc Kennedy ist schwer enttäuscht von den Betrugsvorwürfen, die gegen ihn geäußert wurden. Foto: imago/Bildbyran

Nach Betrugsvorwürfen bei Olympia: „Der Geist des Curlings ist tot!“

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Die Betrugsvorwürfe am Rande des olympischen Wettbewerbs haben bei den kanadischen Curling-Stars offenbar tiefe Wunden hinterlassen. „Der Geist des Curlings ist tot“, sagte der Kanadier Marc Kennedy.

Kennedy hatte den Curling-Zoff am vergangenen Freitag im Duell mit Olympiasieger Schweden erst mit ausgelöst, als er seinem Widersacher Oskar Eriksson ein herzhaftes „Verpiss Dich!“ zurief. Erikssons Schweden warfen den Kanadiern eine Doppelberührung und damit einen Regelverstoß vor. Seither ist in Anlehnung an das englische Wort für stupsen oder antippen vom „Boop-Gate“ die Rede.

Curling: Kennedy von Betrugsvorwürfen sehr enttäuscht

Der Vorfall bringt Kennedy auch Tage später noch auf die Palme. Es falle ihm „schwer“, sagte er, noch vom „Gentlemen-Sport“ zu sprechen. Stattdessen herrsche die „Gier nach Medaillen“ vor, die zu falschen Anschuldigungen führe. „Das ist einfach nur Mist. Leider.“ Er habe Eriksson mitgeteilt, dass er „niemals“ dieselben Vorwürfe gegen ihn erhoben hätte, weil sich das nicht gehöre.

Im Duell mit Schweden war es zu einem Wortgefecht zwischen den Curlern gekommen. picture alliance / BILDBYRÅN | JOEL MARKLUND
Marc Kennedy in einem Wortgefecht
Im Duell mit Schweden war es zu einem Wortgefecht zwischen den Curlern gekommen.

Doch der Fall zieht längst Kreise. Die kanadischen Curling-Frauen wurden bei den Spielen von Cortina d’Ampezzo für dasselbe Vergehen bestraft. Die Schweden behaupten, dass Kanada schon seit längerer Zeit systematisch die Regeln umgehe. Das wiederum rief den kanadischen Spitzencurler Michael Fournier auf den Plan. Er rief Eriksson in einer Kolumne auf der Fachseite „The Curling News“ zu: „Du solltest dich schämen!“

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Dass es auch anders geht, bewiesen die Schweden und die deutsche Curling-Mannschaft am Montag. Als Wischer Johannes Scheuerl im letzten End des Duells an gleich zwei schwedischen Steinen hängenblieb, einigten sich beide Teams lächelnd darauf, die Position der leicht verschobenen Steine zu korrigieren. „Curling“, sagte Scheuerl danach, „ist ein Gentlemen-Sport“. (sid/vb)

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