„Ich bin so krepiert“: Biathlon-Krimi endet schon wieder dramatisch
Philipp Horn hat bei den Olympischen Winterspielen die so sehnsüchtig erhoffte Einzelmedaille für die deutschen Biathleten hauchdünn verpasst. Der 31-Jährige musste sich im Massenstart über 15 km nach großem Kampf mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.
Horn leistete sich beim letzten Schießen einen Fehler und kam mit 9,9 Sekunden hinter Quentin Fillon Maillet ins Ziel. Der Franzose zog in der Schlussrunde vorbei – und brachte seinen deutschen Konkurrenten zum Verzweifeln. „Ich habe mir gedacht: Warum er? Warum nicht jemand anderes?“, haderte Horn im ZDF. Das Duell mit Fillon Maillet, der bei einem Anstieg erfolgreich zum Überholmanöver angesetzt hatte, beschrieb er so: „Er ist eine absolute Maschine. Ich weiß nicht, wie das geht. Ich bin da so krepiert hinterher. Mir ist alles eingeschlafen, Arme und Beine.“
Horn im Massenstart auf Platz vier – zwei Norweger jubeln
Gold im letzten Männerrennen ging an den Norweger Johannes Dale-Skjevdal, der nach fehlerfreiem Schießen vor seinem Teamkollegen Sturla Holm Lägreid (1/+10,5 Sekunden) triumphierte. Für Fillon Maillet (4/+25,6) war es nach zweimal Gold bereits die dritte Medaille in Antholz. Philipp Nawrath (5/+2:05,3 Minuten), der Fünfter im Einzel geworden war, belegte bei schwierigen Bedingungen im Massenstart Rang sieben, David Zobel (7/+4:32,4) landete auf einem enttäuschenden 23. Platz.

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Die deutschen Männer blieben damit die zweiten Winterspiele in Folge ohne Einzelmedaille. Dem DSV-Team droht mit bislang nur einer Bronze-Medaille für die Mixed-Staffel das schlechteste Abschneiden seit der Wiedervereinigung. 2014 und 2022 hatte es immerhin jeweils noch zweimal Edelmetall gegeben. „Ich bin super happy, dass ich am Schießstand so super durchgekommen bin. Trotz aller Nervosität war ich fokussiert“, erklärte Horn. „Ich war das ganze Rennen überrascht, dass es so gut lief.“ Letztlich aber wurde es wieder nichts mit Edelmetall.
Preuß will deutsche Biathlon-Bilanz bei Olympia verbessern
Beim Abschluss der olympischen Biathlon-Wettbewerbe am Samstag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) steht Franziska Preuß deshalb umso mehr im Fokus. Deutschlands Sportlerin des Jahres will sich beim Massenstart über 12,5 km, dem möglicherweise letzten Rennen ihrer Karriere, endlich den Traum von einer Einzelmedaille erfüllen.
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Nach den bisherigen Enttäuschungen versuche sie, so die 31-Jährige, „noch mal den Kopf frei zu bekommen“. Dies sei in Antholz „nicht ganz so einfach, weil es wenig Möglichkeiten gibt, sich abzulenken“. Aber sie „versuche alles, damit ich am Samstag wieder mit einem Lächeln am Start stehe und einfach die Freude am Biathlon wieder spüre“. (sid/mp)
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