Leon Draisaitl im Spiel gegen die Slowakei

Die Last auf seinen Schultern war zu groß. Leon Draisaitl stand gegen die Slowakei mehr als 28 Minuten auf dem Eis. Foto: IMAGO/justpictures.ch

Haarsträubende Patzer: Medaillen-Traum der deutschen Eishockey-Stars laut geplatzt

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Offensiv zu harmlos, defensiv überfordert: Der zarte Medaillentraum von Leon Draisaitl und Co. ist laut geplatzt, die nominell stärkste deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Geschichte im olympischen Viertelfinale an der Slowakei klar mit 2:6 (0:1, 1:3, 1:2) gescheitert. Statt es als frecher Underdog im Kampf um Edelmetall mit den Top-Nationen aufzunehmen, steht nach einer Turnierleistung mit mehr Tiefen als Höhen die Heimreise an.

Pavol Regenda (19., 41.), Milos Keleman, Oliver Okuliar (beide 25.), Dalibor Dvorsky (31.) und Tomas Tatar (56.) trafen für die flinken Slowaken, die Deutschland wie schon 2022 in Peking (0:4 in der Viertelfinal-Qualifikation) aus dem Turnier warfen. Lukas Reichel auf Vorlage von Draisaitl (35.) und Frederik Tiffels (51.) sorgten in Mailand für ein etwas erträglicheres Ergebnis.

Leon Draisaitl fehlte die Leichtigkeit bei Olympia

Das DEB-Team, 2018 sensationell Silbermedaillengewinner, brachte zu selten im Turnier seine nominelle Power mit acht NHL-Spielern um den einstigen MVP Draisaitl aufs Eis. Defensiv fehlte dem Team von Bundestrainer Harold Kreis die Qualität in der Breite. Goalie Philipp Grubauer musste zu oft eingreifen.

„Natürlich fliegen wir da hin, um eine Medaille zu holen“, hatte Draisaitl vor der Reise nach Italien gesagt. Deutschlands bester Eishockey-Spieler der Geschichte stand seit seiner Ankunft im Fokus. Erst als deutscher Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier, dann als Kapitän und zentrale Figur auf dem Eis. Der Star der Edmonton Oilers rieb sich auf, kreierte Torchancen, doch ihm fehlte die Leichtigkeit – und dem Team der eine Moment, der eine positive Dynamik erzeugt.

Deutschland hatte eigentlich Glück im Turnier-Modus

Dabei hatte Deutschland Glück, als nach der Vorrunde die Karten neu gemischt wurden und das Turnier praktisch bei Null begann: Frankreich wurde in der Viertelfinal-Qualifikation trotz eines Durchhängers im Mitteldrittel 5:1 geschlagen. „Das Halbfinale ist zum Greifen nah“, sagte Top-Verteidiger Moritz Seider anschließend über die Slowakei, die über weniger NHL-Breite verfügt als Kanada, die USA und Finnland, die es ebenfalls direkt in die Runde der besten acht geschafft hatten. Doch auch diese Hürde war eindeutig zu hoch.

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Kreis wollte gegen die technisch und körperlich starken Slowaken um NHL-Star und Peking-MVP Juray Slafkovsky (Montréal Canadiens) eine stabile Defensive sehen. Auffälligster Spieler des DEB-Teams war zunächst aber Grubauer (Seattle Kraken), der allein in den ersten 20 Minuten stolze 17 Schüsse auf sein Tor bekam – während seine Vorderleute die wenigen guten Gelegenheiten ausließen.

Deutsche Abwehr mit schweren Patzern im zweiten Drittel

Im zweiten Drittel begünstigten zwei haarsträubende Abwehrfehler den slowakischen Doppelschlag binnen 33 Sekunden, die mehrheitlich slowakischen Fans in der Arena Santagiulia waren in Partylaune. Trotz des deutlichen Rückstands steckte Deutschland nicht auf, kam aber nicht mehr in Schlagdistanz.

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Die Konstellation in dieser Mannschaft sei „historisch“, hatte Kreis (Vertrag bis 2027) vor dem Spiel festgestellt: „Es sind alles Kumpels. Diese Mannschaft wird so wohl nicht wieder zusammenspielen.“ Bei der WM im Mai – inmitten der NHL-Playoffs – wird das deutsche Team ein anderes Gesicht haben. (sid/mp)

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