Große Emotionen durch Mariah Carey & Co. – aber Olympia-Eröffnung wird überschattet
Es war ein Novum: Erstmals wurden bei Olympischen Spielen zwei Feuer an verschiedenen Orten entzündet. Die traditionelle Aufgabe übernahmen unter dem Jubel des Publikums auch zwei Ski-Ikonen Italiens.
Die italienischen Skilegenden Deborah Compagnoni und Alberto Tomba sowie Abfahrtsolympiasiegerin Sofia Goggia haben die zwei olympischen Feuer der Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo entzündet. Am Ende der Eröffnungsfeier übernahmen die jeweils dreifachen Olympiasieger Compagnoni und Tomba die ehrenvolle Aufgabe in Mailand. In Cortina entfachte Goggia, die bei diesen Spielen wieder zu den Goldkandidatinnen zählt, das Feuer.
Erstmals zwei Feuer bei Olympischen Spielen
Zuvor hatte sie die Fackel von Sapporo-Olympiasieger Gustav Thöni erhalten. Die vier Wintersportler waren zuvor auch als Kandidaten gehandelt worden.
Dass es zwei Feuer gibt – eines am Arco della Pace (Friedensbogen) in der Innenstadt von Mailand und eines auf der Piazza Dibona in Cortina –, ist ein Novum.
Olympia-Eröffnungsfeier unter dem Motto Harmonie
Damit kehren die Winterspiele nach 20 Jahren zurück in die Alpen. Noch nie zuvor war Olympia so dezentral organisiert. Die Wettbewerbe finden an sieben Orten im Norden Italiens statt, teils hunderte Kilometer voneinander entfernt. Die langen Fahrtzeiten stellen Organisation und Athleten gleichermaßen auf die Probe.

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Die Eröffnungsfeier stand unter dem Motto „Armonia“ – Harmonie. Italien präsentierte sich mit allem, wofür es weltweit bekannt ist: Oper, Mode, Küche und Popkultur. Erinnerungen an Komponisten wie Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini trafen auf Figuren wie Pinocchio und Anspielungen auf Paparazzi.
Mariah Carey und Andrea Bocelli als Star-Gäste
Einige Kostüme stammten vom verstorbenen Modedesigner Giorgio Armani. Für Begeisterung sorgte US-Popstar Mariah Carey, die den italienischen Klassiker „Nel blu, dipinto di blu“ („Volare“) sang. Auch Andrea Bocelli, Laura Pausini, Cecilia Bartoli und Pianist Lang Lang traten auf.
Katharina Schmid und Leon Draisaitl mit deutschen Fahnen
Cortina war bereits vor 70 Jahren Gastgeber der Winterspiele. Sie gelten als Startschuss für den Aufstieg des Ortes zur „Königin der Dolomiten“.
Auch die deutschen Fahnenträger traten getrennt auf. Skispringerin Katharina Schmid übernahm ihre Rolle in Predazzo. Sie startet dort bereits am Samstag auf der Normalschanze. Eishockey-Star Leon Draisaitl führte einen anderen Teil des Teams im Stadion von Mailand an. Der 30-Jährige war erst kurz vor der Eröffnung angereist. „Ich bin unfassbar stolz drauf“, sagte er.
Deutschland mit Rekord-Team bei Olympia
130 der insgesamt 185 deutschen Athletinnen und Athleten waren bei der Eröffnung dabei. Es ist das größte deutsche Team bei Winterspielen. DOSB-Präsident Thomas Weikert sprach von großer Vorfreude und einem hoch motivierten Team.

Die deutsche Delegation lief als 32. Nation ins Stadion ein. Das Outfit – ein schwarzer Poncho mit Fischerhut – sorgte erneut für Diskussionen. Designer Harald Glööckler kritisierte den Look scharf. Der Nordische Kombinierer Johannes Rydzek verteidigte ihn als „ungewöhnlich“ und betonte den Teamgeist.
JD Vance und Frank-Walter Steinmeier bei der Eröffnung
Auf der Ehrentribüne saß neben IOC-Präsidentin Kirsty Coventry auch viel politische Prominenz. Coventry ist die Nachfolgerin von Thomas Bach an der Spitze des IOC. Unter den Gästen war auch US-Vizepräsident JD Vance, begleitet von seiner Familie und Außenminister Marco Rubio.
Insgesamt wurden rund 50 Staats- und Regierungschefs erwartet. Deutschland wurde durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten. Die Spiele eröffnete Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella mit der traditionellen Formel.
Proteste gegen ICE überschatten Eröffnungsfeier
Überschattet wurde der Auftakt von Protesten gegen die US-Delegation. Beamte der US-Einwanderungspolizei ICE waren an den Sicherheitsmaßnahmen beteiligt. Hunderte demonstrierten in Mailand gegen deren Anwesenheit.
Aus Sorge vor Anschlägen und Störaktionen setzt Italien während der Spiele mehr als 6000 zusätzliche Sicherheitskräfte ein.
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Bis zum 22. Februar kämpfen 2900 Athletinnen und Athleten bei 116 Entscheidungen um Medaillen. Die Hoffnung der Veranstalter: Mit der Rückkehr in die Alpen soll Olympia wieder mehr Stimmung bekommen. Die vergangenen Winterspiele in Sotschi, Pyeongchang und Peking hatten diese Erwartungen nicht immer erfüllt. 2030 kehren die Winterspiele erneut in die Alpen zurück – dann nach Frankreich. (dpa/mp)
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