Ukrainische Athleten laufen bei der Olympia-Eröffnungsfeier ins Stadion

Die ukrainischen Athleten laufen bei den Olympischen Spielen ein. Das wird es wegen des Boykotts bei den Paralympics nicht geben. Foto: IMAGO / ANP

Flagge „mit Blut getränkt“: Ukraine zieht schwere Konsequenzen bei den Paralympics

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Das ukrainische Team wird aus Protest gegen die Zulassung russischer und belarussischer Sportler unter eigener Flagge die Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele boykottieren – und ist damit nicht allein.

„Das ukrainische Paralympics-Team und das Nationale Paralympische Komitee der Ukraine boykottieren die Eröffnungsfeier der 14. Paralympischen Winterspiele und fordern, dass die ukrainische Flagge bei der Eröffnungsfeier der Paralympics 2026 nicht verwendet wird“, schrieb das Ukrainische Paralympische Komitee in einem am Freitag veröffentlichten Statement.

Auch Tschechien boykottiert Paralympics-Eröffnungsfeier

Wenige Stunden später kündigte auch das Paralympische Komitee Tschechiens die Maßnahme an. „Wir werden in keiner Weise an der Eröffnungsfeier teilnehmen“, hieß es in einer Stellungnahme der Tschechen, deren Meinung in dieser Sache „von Anfang an fest und unverändert geblieben“ sei: „Wir sind mit der Teilnahme von Russland und Belarus an den Spielen nicht einverstanden.“

Das ukrainische Paralympics-Team fühlt sich verraten. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) habe „mit seiner jüngsten konkreten Entscheidung die Möglichkeit geschaffen, dieselbe Flagge, die mit ukrainischem Blut getränkt ist, auf dem Gelände der 14. Paralympischen Winterspiele zu hissen“, sagte Valerii Sushkevich, Präsident des ukrainischen Paralympischen Komitees, der Nachrichtenagentur AFP.

Sushkevich kritisiert: „IPC hat seine Position geändert“

Bei den Spielen in Peking vor vier Jahren habe das IPC mit dem Ausschluss der beiden Kriegstreiber noch den ukrainischen Kampf für Frieden „unterstützt“. Nun habe „das IPC seine Position geändert“, so Sushkevich weiter, „und sich nicht an die Werte der Menschlichkeit, Demokratie und die Philosophie der internationalen Paralympischen Bewegung gehalten, ganz im Sinne des Slogans ‚Frieden für alle‘“. Dennoch werde die Ukraine „weiter kämpfen, um die Nationen im Kampf gegen den Krieg zu vereinen“.


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Sechs russische und vier belarussische Sportlerinnen und Sportler waren am Dienstag bei der Vergabe sogenannter Bipartite-Plätze (Wildcards) für die Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 15. März) zugelassen worden. Während heimische Regierungsvertreter einen Boykott ankündigten, werde die Ukraine mit einer Delegation von 36 Sportlerinnen und Sportlern, 22 Trainern sowie weiteren Betreuern nach Norditalien reisen, kündigte Sushkevich an. Dies sei ein wichtiges Zeichen: „Wir sind hier! Und wir bleiben ein wichtiger Teil der internationalen Paralympischen Bewegung.“

Erwartungen des Ukraine-Paralympics-Teams gedämpft

Die sportlichen Erwartungen seien nach Platz zwei im Medaillenspiegel 2022 allerdings gedämpft. „Im Vergleich zu Peking befindet sich das Team heute in einer sehr schwierigen Situation“, erklärte der aus der Heimat geflüchtete Präsident des ukrainischen Paralympischen Komitees. Die Mannschaft habe statt unter friedlichen Bedingungen diesmal „unter Bomben und ständigem Beschuss“ für die Spiele trainieren müssen. Außerdem seien die finanziellen Mittel um mehr als die Hälfte gekürzt worden.

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Dennoch hoffe er auf sportliche Erfolge als Zeichen für die Heimat. „Die heutigen Siege der ukrainischen Paralympioniken sind Geschichten, die für unsere vom Krieg betroffenen Menschen besonders wichtig sind“, sagte Sushkevich: „Diese Geschichten unserer Paralympics-Athleten geben ihnen ein Vorbild und die Möglichkeit, ins Leben zurückzukehren.“ (sid/ea)

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