Drama im Eiskanal: 0,04 Sekunden fehlen zum deutschen Olympia-Gold
Laura Nolte hat ihren ersten Olympiasieg im Monobob auf dramatische Weise verpasst. In einem Krimi musste die 27 Jahre alte Weltcup-Dominatorin im vierten Lauf noch die US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor vorbeiziehen lassen und gewann mit 0,04 Sekunden – also vier Hundertstel – Rückstand Silber. Dritte in Cortina d’Ampezzo wurde Peking-Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA.
Für die deutschen Schlittensportler ist es dennoch die zwölfte Medaille im neunten Rennen der Winterspiele – und für Nolte die zweite ihrer Karriere: Vor vier Jahren in Peking war sie mit ihrem Triumph im Zweier zur jüngsten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte aufgestiegen. In Cortina eröffnete sie nun die deutschen Bob-Festspiele, die sich höchstwahrscheinlich schon am Dienstag fortsetzen werden: Im Zweier der Männer führt Johannes Lochner zur Halbzeit vor den Landsleuten Francesco Friedrich und Adam Ammour.
Monobob: Laura Nolte holt bei Olympia die Silber-Medaille
Für die in Frankfurt am Main lebende Ausnahmepilotin ist es dennoch eine weitere Enttäuschung in dieser Disziplin, nachdem sie bei der olympischen Premiere des kleinen Frauen-Schlittens in Peking nur Vierte geworden war. „Es ist mega, mit einer Medaille nach Hause zu fahren“, sagte Nolte in der ARD, ließ aber gleichzeitig durchblicken, enttäuscht zu sein wegen der verpassten Gold-Medaille: „Ich war eigentlich ready dafür, aber irgendwie sollte es nicht sein.“

Nolte führte in Cortina nach jedem der ersten drei Läufe – die bereits 41 Jahre alte Meyers Taylor fuhr an einem überragenden Tag aber noch nach vorne und krönte sich zur ältesten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte. Für die US-Amerikanerin ist es die sechste Olympiamedaille – aber das erste Gold.

Nolte will nun im Zweier am Freitag und Samstag zurückschlagen. Gemeinsam mit Anschieberin Deborah Levi ist sie nach fünf Siegen in sieben Weltcup-Rennen die Topfavoritin.
Beim Sieg von Meyers Taylor: Buckwitz landet auf Rang vier
Lisa Buckwitz vom BRC Thüringen, Olympiasiegerin im Zweier als Anschieberin von Mariama Jamanka in Pyeongchang 2018, wurde mit deutlichem Rückstand auf das Podium Vierte. Kim Kalicki aus Wiesbaden kam mit der anspruchsvollen Bahn überhaupt nicht zurecht und hatte als 15. mit der Entscheidung nichts zu tun.
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Im Monobob wird mit Einheitsschlitten gefahren, weshalb die Weltspitze im Vergleich zum Zweier deutlich enger beieinander liegt. In Peking war das erfolgsverwöhnte deutsche Team in der damals neu eingeführten Disziplin komplett leer ausgegangen. (sid/mp)
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