Kläbo posiert mit seinen sechs Goldmedaillen

Johannes Høsflot Klæbo präsentiert seine sechs Goldmedaillen. Foto: imago/Bildbyran

„Der ist doch nicht ganz dicht“: Olympia-König Klæbo, der strenge Geruch und das Gold

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Norwegens Skilanglaufstar Johannes Høsflot Klæbo zog eine unvergleichliche Rekordshow ab und war der König von Olympia.

Nach seinem sechsten und allerschwersten Spurt zu den Sternen musste Johannes Hösflot Klæbo nicht lange auf Post von ganz oben warten. „Willkommen im exklusiven Klub“, schrieb Schwimm-Ikone Michael Phelps in einer Glückwunsch-Note an Norwegens Skilanglauf-Titan, von Rekord-Olympiasieger zu Rekord-Olympiasieger. Mit dem krönenden Abschluss seiner Goldmission stieg Klæbo als absoluter König der „MiCo“-Winterspiele in die Liga der Allergrößten auf.

„Es war der perfekte Abschluss dieser zwei Wochen“, sagte Klæbo, der im finalen 50-Kilometer-Marathon erkältungsbedingt – „ich habe mich gefühlt wie vom Traktor überfahren“ – weit über die Schmerzgrenze hinausgehen musste, um erneut Geschichte zu schreiben.

Phelps-Jagd? „Da bin ich hoffentlich an einem anderen Platz im Leben“

Sechsmal Olympia-Gold in einem Jahr hatte noch kein Wintersportler gewonnen. Und mit elf Olympia-Siegen ist der neue Winterrekordler der einzige Mensch neben Phelps mit seinen 23 Triumphen, der Goldmedaillen in zweistelliger Menge besitzt. „Ich weiß, wie viel Arbeit und Hingabe dahinterstecken“, schrieb Phelps – verbunden mit der Aufforderung an Klæbo, die Goldhamsterei bei Olympia doch bitte nicht einzustellen.

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Der Norweger allerdings, der sich gerade erst von der Halb-Bewusstlosigkeit erholt hatte, in der er einen Meter hinter der Ziellinie im Schnee zusammengesackt war, wollte davon nichts wissen. Ob er Phelps in Golddingen überholen könne? „Da müsste ich bis 2038 weitermachen. Dann bin ich aber alt und grau und hoffentlich an einem anderen Platz im Leben.“

Johannes Hösflot Kläbo nach seinem 50-km-Marathon – am Ende seiner Kräften angekommen. IMAGO/NTB
Johannes Hösflot Kläbo bei Olympischen Winterspielen
Johannes Høsflot Klæbo nach seinem 50-km-Marathon – am Ende seiner Kräfte angekommen.

Sprach’s, posierte noch einmal mit dem goldenen Sechserpack um den Hals – und sehnte sich dann schlichtweg nach viel Ruhe: Der letzte olympische Arbeitstag in Norditalien hatte nämlich auch dem Mann aus vergoldetem Stahl den Stecker gezogen. „Jetzt bin ich so müde, dass ich mich nicht mehr wie ich selbst fühle“, sagte der 29-Jährige, nachdem er wie bei der WM 2025 alle sechs Titel gewonnen hatte.

Ingwer, Knoblauch, Honig und Zitrone: Die Wundermittel?

Der brutale Klassik-Marathon, den er vor seinen Landsleuten Martin Løwstrøm Nyenget und Emil Iversen gewann, tat allerdings selbst dem Modellathleten brutal weh – einen Tag vor dem Rennen habe Klæbo „gehustet und geröchelt“, sagte seine Verlobte Pernille Døsvik. Um dann nach dem nächsten Gold-Coup kopfschüttelnd festzuhalten: „Der ist doch nicht ganz dicht.“ Mit Ingwer, Knoblauch, Honig und Zitrone, so sein Vater Haakon, habe sich Johannes therapiert: „Er roch schon sehr stark.“

Doch der Duft des Erfolgs überdeckte selbst den gröbsten Knofi-Mief. Ausnahmeathlet Klæbo hat seinen Sport durchgespielt, ist Rekord-Olympiasieger, -Weltmeister, -Weltcupsieger. In der gesamten Winter-Welt verschob er die Grenzen.

Klæbo auch in Zukunft unschlagbar? Deutscher Chefcoach ist sich sicher

Die Bestmarke des US-Eisschnellläufers Eric Heiden, der als zuvor einziger Wintersportler fünfmal Gold in einem Jahr geholt hatte, überstand 46 Jahre. Dann kam Klæbo, der zudem den Karriererekord bei Winterspielen seinen Landsleuten Björn Dählie, Marit Bjørgen und Ole Einar Bjørndalen (achtmal Gold) abnahm.

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Und wie geht’s weiter? 2038 mag er alt und grau sein, 2030 dürfte Kläbo aber erneut jung und golden dominieren. Da hole der wieder sechsmal Gold, sagte der deutsche Chefcoach Peter Schlickenrieder, der sich über Platz zehn von Florian Notz im Fünfziger mächtig freute, „die wird Klæbo wieder mitnehmen, da bin ich mir ziemlich sicher“.(sid/th)

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