Gela Allmann auf der Verleihung des bayrischen Sportpreises.

Gela Allmann wird die olympische Disziplin Skibergsteigen für die ARD als Expertin einordnen. Foto: picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Bei Fotoshooting auf Island: ARD-Olympia-Expertin stürzte 800 Meter in die Tiefe

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2014 stürzt Gela Allmann auf Island 800 Höhenmeter in die Tiefe – und überlebt. Nun begleitet sie die olympische Premiere ihrer Lieblingssportart Skibergsteigen als ARD-Expertin.

Am 3. April 2014, im Alter von 29 Jahren, blickt Gela Allmann dem Tod ins Auge. Bei einem Fotoshooting auf einem Berg auf Island verliert sie den Halt und fällt insgesamt 800 Höhenmeter in die Tiefe. Unzählige Knochen brechen, Bänder reißen, die Hauptarterie in ihrem rechten Oberschenkel wird durchtrennt. Kurz bevor sie über eine Klippe ins offene Meer geschleudert wird, kann sich Allmann mit letzter Kraft abbremsen. Sechs Monate verbringt sie im Krankenhaus – und kämpft sich dann zurück ins Leben.

Skibergsteigen heute olympisch – damals undenkbar

Fast zwölf Jahre später wird Allmann als ARD-Expertin die Olympia-Premiere ihrer Lieblingssportart Skibergsteigen begleiten. Aus dem Studio in Mainz analysiert sie die Sprint-Wettbewerbe an diesem Donnerstag (Finale ab 12.55 Uhr, ARD und Eurosport) und das Mixed-Relay zwei Tage später in Bormio (13.30 Uhr, ARD und Eurosport). „Ich habe Respekt vor der Aufgabe“, sagt sie, „aber ich freue mich, dass ich die Passion für den Sport rüberbringen kann.“

Vor ihrem schweren Unfall ist Allmann selbst eine ambitionierte Bergläuferin und Skibergsteigerin. Dass Skibergsteigen eines Tages olympisch werden könnte, „war damals noch überhaupt nicht absehbar“, sagt die 42-Jährige im Rückblick. Seinerzeit hätte sie auf eine Olympia-Teilnahme „bei den Damen keine Chance gehabt“, räumt sie ein, „hier habe ich leider zu spät mit dem Sport angefangen. Andere Nationen waren weit voraus“.

Wie kommt die neue Sportart an? Allmann ist optimistisch

In Norditalien nun zählt die Deutsche Tatjana Paller zum erweiterten Kandidatinnenkreis für eine Medaille. Der Sprint ist ihre Paradedisziplin. Die einzelnen Läufe umfassen einen Anstieg, eine Tragepassage und eine Abfahrt. Allmann glaubt, dass die neue Sportart beim Publikum gut ankommen wird: „Es ist jung, dynamisch und schnell“, sagt sie. 

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Auch Allmann ist weiterhin regelmäßig mit Tourenskiern unterwegs, die Liebe zu den Bergen hat sie trotz ihres Unfalls nie verloren – auch wenn sie noch immer mit den Folgeschäden zu kämpfen hat. Doch seit dem verhängnisvollen Tag im April 2014 blickt Allmann mit anderen Augen auf das Leben: „Du verstehst, dass es jeden Tag vorbei sein kann“, sagte sie – „und dass es wichtig ist, aus jedem Tag das Beste zu machen“. (sid/ea)

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