Verstappen-Triumph in Las Vegas – aber diese Gala kam wohl zu spät
Max Verstappen gewinnt den Großen Preis von Las Vegas, doch Lando Norris betreibt als Zweiter Schadensbegrenzung – und kann schon am kommenden Wochenende Weltmeister sein.
Max Verstappen genoss die Triumphfahrt im knallpinken Lego-Auto, vorbei an den jubelnden Fans und all den pompösen Bauten in Las Vegas. Ein gigantisches Feuerwerk ließ den nachtschwarzen Himmel erleuchten, und vor dem malerischen Bellagio Fountain durfte sich der Weltmeister trotz der nahenden Wachablösung noch einmal richtig feiern lassen.
WM-Wertung: Lando Norris noch 42 Punkte vor Verstappen
Doch im Titelrennen dürfte dieser souveräne Sieg zu spät kommen, denn Lando Norris betrieb als Zweiter nach einem ganz schwachen Start Schadensbegrenzung. Noch immer führt der Engländer die WM souverän an, vor den finalen Rennen in Katar und Abu Dhabi hat er 42 Punkte Vorsprung auf Verstappen und 30 auf seinen schwächelnden McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri (Australien), der nur Vierter wurde.

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„Es ist noch immer ein riesiger Abstand, aber wir versuchen immer, das Maximum herauszuholen“, sagte der bestens gelaunte Verstappen: „Wir halten an dieser Herangehensweise fest, und in Abu Dhabi werden wir sehen, wo wir stehen.“ Norris hörte dem Weltmeister grinsend zu und räumte ein, anfangs „etwas zu motiviert“ gewesen zu sein und „einen Fehler gemacht“ zu haben – am Start hatte er seine Führung abgegeben. „Trotzdem“, betonte er, „ist es ein gutes Ergebnis, gute Punkte. Ich bin nicht zu sehr enttäuscht.“
Norris kann schon in Katar Weltmeister werden
Bereits am kommenden Wochenende in Katar könnte Norris die WM entscheiden. Wenn er im Sprint am Samstag und dem Rennen am Sonntag vor seinen Kontrahenten ins Ziel kommt, hat er den Titel sicher. Piastri scheint nicht in der Lage zu sein, Norris noch zu gefährden. „Jetzt braucht es noch etwas mehr, die nächsten zwei Wochenenden versuche ich einfach, das Beste aus mir herauszuholen“, sagte er kämpferisch. Zufriedener war Nico Hülkenberg (Emmerich), der im Sauber Neunter wurde. Nur sein Rücken mache ihm nach dem fordernden Rennen Probleme, klagte er.

Norris hatte zu Rennbeginn Nerven gezeigt. Beim Start versuchte er, Verstappen den Weg abzuschneiden. Das gelang ihm zwar, doch dadurch verpasste er den Einlenkpunkt in die erste Kurve und musste erst den Niederländer sowie wenig später auch George Russell im Mercedes vorbeiziehen lassen.
George Russell verliert den zweiten Platz an Norris
Verstappen war zunächst für einige Runden unter Druck von Russell, doch der Engländer konnte dem Tempo des Titelverteidigers nicht allzu lang folgen und rutschte zügig aus dem DRS-Fenster. Zudem klagte Russell über Probleme mit dem Lenkrad. Norris folgte mit etwas Abstand als Dritter und mied großes Risiko. Wohl auch, um die Reifen zu schonen.

Nach den Boxenstopps blieb Verstappen vorne, Russell folgte vor Norris. Der McLaren-Pilot erkundigte sich am Funk nach dem weiteren Vorgehen. Der Schlüssel, um Russell zu knacken, sei das korrekte Verwalten der Reifen, lautete die Antwort. Norris solle erst am Ende ins Risiko gehen.
Marko: „Leichtigkeit von Verstappen beeindruckend“
Norris hielt sich an die Vorgabe und überholte Russell auf der langen Geraden ohne große Mühe. Doch das genügte McLaren nicht. „Schnapp dir Max“, funkte der Kommandostand. Verstappen wiederum erhielt eine entsprechende Warnung und erhöhte das Tempo.
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So baute der Titelverteidiger seinen Vorsprung an der Spitze aus. Am Ende lag er mehr als 20 Sekunden vor Norris. „Er hat mit so einer Souveränität und Leichtigkeit gewonnen, das war beeindruckend“, lobte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei Sky: „Es war eine unglaubliche Performance. Zum Schluss hat er noch die schnellste Runde hingeknallt, einfach super.“ Aber allem Anschein nach zu spät. (sid/mp)
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