Nico Hülkenberg mit Zeigefinger und zugespitztem Mund Richtung Fans

Nico Hülkenberg fuhr beim Audi-Debüt in Australien im Mittelfeld mit. Foto: IMAGO/Eibner

Formel-1-Stars fremdeln mit neuem Motor: Einem Team droht sogar der Renn-Ausschluss

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Die Favoriten tasteten sich vorsichtig hinein in diese neue Ära, am Ende ließ Oscar Piastri die Australier im Albert Park jubeln. Doch auch Charles Leclerc und Lewis Hamilton jagten ihre Ferraris schnell um die Strecke, Mercedes wirkte ebenfalls auf der Höhe. Einen absehbaren Sieger hat die generalüberholte Formel 1 nach dem Auftakttraining noch nicht – einen ersten großen Verlierer aber schon.

Fernando Alonso befinde sich angesichts des Dramas beim prominent besetzten Aston-Martin-Team mittlerweile „in einer schwierigen mentalen Verfassung“, das ließ Teamchef Adrian Newey wissen. Der Star-Designer selbst, über Jahrzehnte ein Weltmeistermacher in der Königsklasse, fühle sich „machtlos“, die Probleme mit dem neuen Motor „saugen alle Energie“ aus dem Team, so der Engländer.

Aston Martin mit großem Rückstand

Am Donnerstag hatte der Rennstall schon große Probleme mit der Power Unit eingeräumt, die starken Vibrationen könnten gar zu Nervenschäden in den Händen der Fahrer führen. Am Freitag bildete Aston Martin dann das abgeschlagene Schlusslicht, mit einem Rückstand von rund fünf Sekunden ist derzeit gar fraglich, ob die Piloten überhaupt die nötigen Rundenzeiten für eine Rennteilnahme erreichen können.

Auch Erfahrungen konnte das Team so kaum sammeln, und genau darum geht es eigentlich in jeder Minute der ersten Sessions vor dem Rennauftakt am Sonntag (5.00 Uhr MEZ/Sky). Die Reihenfolge für das Qualifying ist kaum abzuschätzen, so unterschiedlich verliefen die Trainings. Jedes der vier Topteams McLaren, Ferrari, Mercedes und Red Bull hatte seine Momente, Tagessieger war am Ende Piastri. 

Mercedes zeigte sich stark in Australien

Das hoch gehandelte Mercedes-Duo Kimi Antonelli und George Russell landete auf den Plätzen zwei und drei. Max Verstappen im Red Bull und Weltmeister Lando Norris im McLaren mussten sich nach technischen Problemen mit den Plätzen sechs und sieben begnügen.

Was das bedeutet, bleibt offen. Es sei kein normaler Trainingsfreitag, sagte Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies bei Sky, „normalerweise sucht man da nach Kleinigkeiten, hier geht es jetzt ums Lernen. Das Niveau, auf dem wir die Autos verstehen, ist immer noch niedrig. Es fühlt sich an wie der erste Schritt auf einem langen, langen Weg.“

Ordentliches Audi-Debüt für Hülkenberg

Das gilt insbesondere für Audi, das neue deutsche Werksteam gab am Freitag sein Debüt: Um 12.30 Uhr Ortszeit, 2.30 Uhr in der deutschen Nacht, war Nico Hülkenberg als erster Pilot aus der Garage gefahren und absolvierte damit die ersten Kilometer eines Audi-Boliden in der Formel 1. Die Plätze 12 und 14 für Hülkenberg und Gabriel Bortoleto waren ein ordentlicher Einstand.

Insgesamt waren die neuen Autos, in denen die Leistung erstmals fast zur Hälfte aus einem Elektromotor kommt, etwa drei Sekunden langsamer als in den Trainings von Australien vor einem Jahr – nach den Eindrücken der Testfahrten war das so zu erwarten.

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Die Fortschritte waren von Runde zu Runde recht groß, die Fahrer tasteten sich sichtbar an die optimale Taktik für eine schnelle Runde heran: Entscheidend sei die Frage, an welchen Stellen durch langsamere Fahrt elektrische Energie zurückgewonnen werden kann, um sie anderswo gewinnbringend einzusetzen, das hatte Hamilton schon vor den Trainings gesagt. (sid)

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