Wer Meister werden kann, wer um die Klasse kämpft: Alles Wichtige zum Oberliga-Start
Auf den Hattrick verzichtet Altona 93 in Folge. Der Champion der Jahre 2024 und 2025 hat sich in die Regionalliga Nord verabschiedet – aber wer tritt die Nachfolge als Hamburger Meister an? Und für wen geht es in der Oberliga der Hansestadt nur ums Überleben? Der große MOPO-Überblick zum Saisonauftakt in Hamburgs Eliteklasse.
Die Favoriten: Zwei Titelkandidaten treffen schon im Eröffnungsspiel am Freitagabend an den Sander Tannen aufeinander. Eisenbahn Hamburg empfängt mit 17 neuen Spielern (da-runter ein Quartett, das aus der Regionalliga kommt) den früheren Serienmeister TuS Dassendorf, der unbedingt an die alten Erfolge anknüpfen will. „Auf dem Papier ist Eisenbahn sicher der stärkste Konkurrent“, sagt Dassendorfs Trainer Özden Kocadal, der von HEBC in den Sachsenwald gewechselt ist. „Der Ort hat eine besondere Aura“, sagt der Coach über seine neue sportliche Heimat – was nicht zuletzt an den vielen Toren von Ex-Profi Martin Harnik liegt. Der prominente Neuzugang Marcus Coffie (Teutonia 05) fehlt Dassendorf jedoch wegen einer Achillessehnen-OP mehrere Monate.
Vorwärts Wacker könnte überraschen
Der Eimsbütteler TV dürfte mit seiner starken Nachwuchsarbeit auch eine gute Rolle spielen. Geheimtipp Vorwärts-Wacker Billstedt hat sich mit Torschützenkönig Michel Netzbandt verstärkt, der Türkiye im Vorjahr mit 30 Treffern fast allein zum Klassenerhalt schoss.
Die Neuen: Die Aufsteiger HT16 und Nikola Tesla bestreiten beide ihr Debüt im Oberhaus – und dann gleich gegeneinander. „Wir haben den schlafenden Riesen wachgeküsst“, freut sich Ahmet Sahin, Präsident von HT16, dem ältesten Turnverein der Welt. Jetzt schreiben auch die Fußballer an der Legienstraße Schlagzeilen. „Die Euphorie ist sehr groß, wir wollen frech aufspielen“, kündigt Sahin an. Das Abstiegsgespenst soll Billstedt jedenfalls meiden.
Kann Teutonia 05 den Absturz stoppen?
Mit Curslack-Neuengamme kehrt ein langjähriger Oberligist nach zwei Jahren zurück. Langzeit-Trainer Torsten Henke ist inzwischen Team-Manager und nach wie vor der Stabilitätsfaktor am Deich. Wenig Stabilität legte Teutonia 05 zuletzt an den Tag. Nach ihrem Regionalliga-Rückzug taten sich die Ottenser schwer, einen geeigneten Oberliga-Kader zusammenzustellen. Vielleicht hilft die Rückkehr an die Kreuzkirche, den Absturz aufzuhalten.
Der alte Adel: Im Juni feierte der SC Victoria den 50. Jahrestag des (verlorenen) Endspiels um die deutsche Amateurfußball-Meisterschaft 1975 – und lud ein Allstar-Team von Finalgegner VfR Bürstadt ins Stadion Hoheluft ein. Die Vicky-Auswahl nahm mit einem 7:1 furios Revanche. Nun wollen auch die Nachfolger mal wieder Erfolge feiern, gleich fünf Spieler vom SV Eichede sollen für den Aufschwung sorgen. „Wir sind sehr zufrieden mit unseren Neuzugängen und wollen auf jeden Fall besser sein als vorige Saison“, gibt Sportchef Michel Massing als Ziel aus. Da landeten die Hohelufter nur auf Platz elf.
Niendorf-Trainer scherzt: „Kann witzig werden“
Der USC Paloma zeigte beim Test-0:1 gegen Altona 93 viel Qualität, beim Niendorfer TSV haben sich einige ältere Akteure verabschiedet. „Wir sind die Überraschungsmannschaft“, sagt Trainer Ali Farhadi voraus: „Das kann sowohl in die eine als auch in die andere Richtung witzig werden.“ Der TSV Sasel wurde 2023 Meister, tat sich nach dem Abgang von Trainer Danny Zankl dann aber schwerer.
Die Außenseiter: HEBC hat sich in den vergangenen Jahren prächtig geschlagen. Wie die Eimsbütteler den Abgang von Trainer Kocadal verkraften, muss sich allerdings noch zeigen. Der FC Süderelbe hat traditionell Startprobleme. Wenn das Sommerurlaubsende nicht hilft, wird gern im Winter nachjustiert – und dann eine starke Rückrunde gespielt. Für den FC Türkiye aus Wilhelmsburg dürfte es ohne Goalgetter Netzbandt ziemlich eng werden.
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Vor den Stadttoren: Auch in Buchholz in der Nordheide, in Halstenbek und Harksheide wird Hamburger Oberliga-Fußball gespielt. Halstenbek-Rellingen verstärkte sich mit zwei Akteuren vom knapp am Aufstieg gescheiterten Nachbarn TBS Pinneberg. Buchholz und Harksheide setzen auf ihre Heimstärke, um größere Gefahr zu vermeiden.