Trotz Abstieg: Warum die Regionalliga für den der ETV ein „Riesenerfolg“ war

Jasper Hölscher sitzt vor dem Tor im Sportpark Eimsbüttel
Lächeln trotz Abstieg: Jasper Hölscher zieht eine positive Bilanz der Regionalliga-Saison.

Nun es endgültig vorbei mit den Rechenspielen. Der Abstieg des Eimsbütteler TV aus der Regionalliga Nord ist besiegelt. Als Rückschritt sieht die Viertliga-Saison im Verein aber niemand – im Gegenteil. Der hungrige Absteiger zieht eine durchweg positive Saisonbilanz. Und das hat gleich mehrere Gründe, wie ETV-Boss Jasper Hölscher der MOPO erklärt.

Der Schmerz hielt sich in Grenzen beim ETV. „Ich habe mich auch gefragt, ob man trauriger sein müsste“, gibt Jasper Hölscher, Spieler und Sportlicher Leiter des Vereins in Personalunion, gegenüber der MOPO zu. Doch die Stimmung war positiv. „Es ist unsere Identität, uns daran zu messen, was wir reingeben, und nicht, was wir rausbekommen“, erklärt Hölscher. Es gehe um Entwicklung statt Ergebnisse. Formal mag der Abstieg ein Rückschritt sein, Hölscher bezeichnet die Saison dennoch als „Riesenerfolg“ und „definitiv als Schritt nach vorne“.

ETV hielt in der Regionalliga in vielen Spielen gut mit

Die Gründe dafür sind vielfältig. Sportlich hat der ETV in zahlreichen Spielen gezeigt, dass er mithalten kann. Außerdem ist der Klub seinem Anspruch als Ausbildungsverein gerecht geworden. Mit Maurice Boakye (19, VfB Stuttgart II) und Henok Tewolde (22, Eintracht Norderstedt) bleiben zwei Leistungsträger des extrem jungen Eimsbütteler Kaders (Durchschnittsalter: 22,93 Jahre) in Liga vier, weitere werden folgen. „Das sind Erfolge, das macht uns stolz“. Die Spieler, die dem ETV erhalten bleiben, hätten zudem große Schritte gemacht. „Das“, glaubt Hölscher, „wird man in der Oberliga sehen.“

Auch für den ETV als Gesamtverein war die Saison ein Meilenstein. „Wir haben es geschafft, ohne große Veränderungen an der Struktur, mit vielen Ehrenamtlichen eine Regionalliga-Saison problemlos zu organisieren“, sagt Hölscher. „Andere Vereine mit ganz anderen Strukturen trauen sich diesen Aufstieg nicht.“ Der 26-Jährige hofft auf eine Signalwirkung: „Das ist ein geiles Zeichen an die Stadt, wir sind gerne ein Vorbild.“

Eimsbüttel will in der Oberliga nun wieder neu angreifen

Doch es gab selbstredend auch Gründe dafür, dass es nicht gereicht hat. Der Anpassungsprozess an die neue Liga habe „einen Tick zu lang gedauert“. Zudem habe in einigen Phasen das Spielglück gefehlt, aber eben auch Qualität: „Wir haben ehrenamtliche Hobby-Fußballer, die zwar ambitioniert sind, aber nicht ihr Geld damit verdienen.“

Jasper Hölscher hilft Samuel Abiodun Olayisoye auf
Jasper Hölscher (r.) ist beim Eimsbütteler TV Sportchef und Stammspieler in einem.

Der Grundtenor beim ETV, er bleibt durchweg positiv. Zu sehr überwiegen die positiven Erkenntnisse, zu stabil steht das Vereinsgerüst. Das schlägt sich auch in der Kaderplanung nieder. Einen Umbruch wird es nicht geben, 14 ETV-Kicker haben bereits für die kommende Saison zugesagt. Zudem soll dem eigenen Nachwuchs wieder eine „brutal große“ (Hölscher) Rolle zukommen. Und auch die Nachfolge des scheidenden Trainers Khalid Atamimi, der bereits während der Saison monatelang im Ausland weilte, ist mit dem bisherigen U17-Trainer Can Schultz bereits geklärt.

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Mit den wertvollen Erfahrungen aus der Regionalliga-Spielzeit soll nun wieder angegriffen werden. „Es ist schon wieder eine neue Euphorie da. Wir haben richtig Bock, gleich wieder anzugreifen und ein geiles Oberliga-Jahr zu spielen“, sagte Hölscher. Wenngleich man beim ETV mit Demut und vollkommen ohne Druck in die neue Saison geht, so sei doch klar: „Natürlich wollen die Jungs wieder aufsteigen, am liebsten mit dem ETV.“ Denn, so Hölscher: „Wer jetzt kein Blut geleckt hat, wäre bei uns auch falsch aufgehoben.“