Lokalsport
Sie fordern den BVB: Was aber steckt eigentlich hinter diesem HEBC?
Hamburgs Pokalsieger bekam ein Traumlos für die erste Runde des DFB-Pokals. Was den Klub auszeichnet, der vor dem größten Spiel seiner langen Geschichte steht.
„Hier ist von jedem etwas, der Verein ist offen für verschiedene Typen“, sagt Petros Papadopoulos, seit 17 Jahren Klubwirt beim Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club, kurz HEBC. Am 6. Juni gab es Bier bei ihm nur aus Flaschen, weil der Andrang so groß war: Während Kinder auf dem Kunstrasen kickten, feierten die HEBC-Senioren auf der Terrasse – und im Klubheim warteten Fans und Mitglieder auf das DFB-Pokal-Los für den Oberligisten.
Es wurde Borussia Dortmund – ein Traumlos für den kleinen Verein, der dafür ans Millerntor oder in den Volkspark umziehen wird. „Man denkt die letzten Wochen, es gibt keine Steigerung mehr. Und dann kommt die Steigerung der Steigerung“, staunt Stilianos Vamvakidis, der vor vier Jahrzehnten als Jugendlicher an die Tornquiststraße kam und nun Liga-Manager der Lila-Weißen ist. „HEBC ist ein Verein mit sehr viel Herz und Leidenschaft und ein großer Teil meines Lebens“, sagt Vamvakidis, den alle nur „Speedy“ nennen.
HEBC stand 2005 vor einer Fusion mit dem ETV
Mitte Juni fliegt die Pokalsieger-Mannschaft mit den 2. und 3. Herren nach Kreta. Der gemeinsame Ausflug hat eine lange Tradition und steht für die Verbundenheit. „Erst ging es um Leistungsfußball, danach um viel, viel mehr“, sagt Christian Wriedt, der zur Mannschaft um den späteren Werder-Profi Thomas Wolter gehört, die das Hamburger Pokalfinale 1983 einst knapp verlor und sich immer noch regelmäßig trifft. „HEBC ist für viele einfach ein Zuhause geworden und das versucht man an die nächste Generation weiterzugeben.“
Fast wäre das unmöglich, denn 2005 stand der damals klamme Klub vor einer Fusion mit dem ETV. Dem damaligen Vorsitzenden Klaus Enghusen gelang es aber, die Eigenständigkeit zu bewahren. „Zur Vielfalt gehören auch kleinere Vereine und nicht nur Großvereine, in denen die einzelne Person untergeht“, sagt Vamvakidis. Dortmund kann kommen.
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