Pauli trifft doppelt! Eimsbüttel rupft die Tauben – Eisenbahn verliert
Der Eimsbütteler TV hat seinen Vorsprung in der Oberliga Hamburg ausgebaut. Beim 3:1 (1:0) gegen den USC Paloma feierte Benjamin Lucht nach über einem Jahr sein Startelf-Comeback. Darüber war die Freude beim ETV noch größer als über den Ausrutscher von Verfolger Eisenbahn Hamburg.
„Wir können stolz darauf sein, ein Team wie Paloma 90 Minuten lang so unter Kontrolle zu haben“, befand ETV-Coach Can Schultz nach dem Erfolg, der nur kurzzeitig in Gefahr geriet. Den ersten Akzent setzten indes die Uhlenhorster Gäste: Nach einem Eimsbütteler Ballverlust im Mittelfeld lupfte Lennart Keßner (4.) den Ball aus 50 Metern Richtung Tor, wo ETV-Keeper Aboubakar Fofana ihn im Zurücklaufen und Nachfassen gerade noch so erwischte.
„Supernaiv“: Paloma-Trainer Nitsch ärgert sich über Gegentore
Dann aber gab Eimsbüttel den Ton an: Einen Kopfball von Max Mbodje (16.) klärte Paloma-Torwart Tjark Grundmann noch zur Ecke, doch wenig später war er machtlos: Bilal Damala sah den freilaufenden Jon Pauli (19.), der zum 1:0 für den ETV traf. Mbodje und Juri Marxen hätten erhöhen können, ehe Tom Burmeister (45.) kurz vor der Pause mit seinem abgefälschten Schuss wieder für ein kleines Ausrufezeichen Palomas sorgte.
In der zweiten Hälfte behielt Eimsbüttel die Spielkontrolle, belohnte sich aber erst spät. Mbodje ließ gleich zwei Paloma-Verteidiger stehen, scheiterte dann an einer Fußabwehr von Grundmann – doch Pauli (79.) hatte gegen die immer noch unsortierte Tauben-Abwehr keine Mühe, zum 2:0 abzustauben. Der zweite Saison-Doppelpack des 28-Jährigen. „Bei den Gegentoren verteidigen wir supernaiv“, ärgerte sich Paloma-Trainer Marius Nitsch und bilanzierte: „Wir sind noch nicht auf dem Level, auf dem der ETV sich befindet. Phasenweise war der Zwischenstand das beste am Spiel.“
Koschorreck macht es spannend, Mohamed alles klar
Erst recht, als der eingewechselte Jan Koschorreck (86.) für Paloma zum 2:1 traf. Ein überraschender Treffer, der aber keine Schlussoffensive der Gäste einläutete. Im Gegenteil: Karim Mohamed (90.+2) machte in der Nachspielzeit mit seinem 3:1 alles klar. „In der zweiten Halbzeit müssen wir den Deckel früher draufsetzen“, sagte Schultz, der neben dem Sieg auch das Startelf-Comeback von Benjamin Lucht feierte. Der 25-Jährige war zuletzt im November 2024 für den ETV aufgelaufen, dann zog er sich beim Hallenfußball eine komplizierte Verletzung zu.
„Wir sind unglaublich froh, dass er wieder da ist, weil uns das damals sehr mitgenommen hat“, freute sich Schultz: „Man hat gesehen, welche Spielfreude in ihm steckt.“ Vor einer Woche hatte der Coach ihn beim 2:0 in Halstenbek bereits für die letzten sieben Minuten gebracht. Nun spielte Lucht 80 Minuten, ehe Leonard Mai für ihn aufs Feld kam.
Teutonia schlägt Eisenbahn – Paloma hofft auf den Pokal
Für gute Laune sorgte auch das Ergebnis vom Parallelspiel an der Kreuzkirche: Der Verfolger Eisenbahner TSV strauchelte bei Teutonia 05 mit 0:1, Ryusei Abe (24.) traf für die Ottenser. In der Tabelle liegt der ETV mit 56 Punkten nun deutlicher vor Eisenbahn (52) und Dassendorf (49), die allerdings beide noch drei Spiele mehr zu absolvieren haben als die Eimsbütteler. „Mit der Tabelle beschäftigen wir uns noch gar nicht, jetzt stehen erstmal Englische Wochen an“, erklärte Schultz. In denen geht es für sein Team am Dienstag zum Schlusslicht Curslack-Neuengamme.
Für Paloma war das Oberliga-Topspiel nur eines von zwei Freitags-Highlights. Kurz vor dem Anpfiff wurde das Halbfinale im Lotto-Pokal ausgelost, in dem die Tauben in den beiden Vorjahren jeweils ins Endspiel eingezogen sind. Um den Final-Hattrick zu schaffen, müssten sie nun über Ostern bei der Oberliga-Konkurrenz von HEBC gewinnen. Eisenbahn reist im zweiten Halbfinale zum Gewinner des Flutlichtausfall-Nachholspiels zwischen Vorwärts-Wacker Billstedt und dem SC Victoria, das am Dienstag stattfinden wird – dann hoffentlich mit mindestens 90-minütigem Kunstlicht.
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Bei den Fußballerinnen trifft der Walddörfer SV auf den SC Victoria. Das zweite Halbfinale bestreiten die Siegerinnen der noch ausstehenden Viertelfinal-Begegnungen St. Pauli – Concordia und Eilbek – Condor.
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