Lokalsport

Oberliga-Start: Altona 93 ist der Favorit – extreme Wechselspiele bei der Konkurrenz

Rasmus Tobinski und Michael Ambrosius im Regionalliga-Spiel Altona 93 gegen FC St. Pauli II in Hamburg.
Kapitän Michael Ambrosius (r.) geht in sein fünftes Jahr bei Altona 93.

Die Spitzenteams tauschen ihre Kader aus, es gibt prominente Abgänge. Was Sie zum Start wissen müssen. 

Während das Transferkarussell im Spitzenfußball nach der WM erst langsam Fahrt aufnimmt, ist es bei den Spitzenteams der Oberliga Hamburg früh zu großen Personalrochaden gekommen. Viel Neues in einer Saison, die am Freitagabend beim ältesten Verein der Welt beginnt.

„Wir freuen uns, dass wir zu unserem 210. Geburtstag das Eröffnungsspiel ausrichten dürfen“, sagt Ahmet Sahin, Fußballchef der Hamburger Turnerschaft von 1816 (HT 16). Seine Billstedter landeten als Aufsteiger auf dem sechsten Platz und empfangen am Freitagabend den Vorjahres-Fünften USC Paloma. „Wir wollen unsere Saison bestätigen“, gibt Sahin als Ziel aus und prognostiziert: „Die Liga ist deutlich ausgeglichener, weil die Spieler sich verteilen konnten.“

ETSV und Dassendorf komplett neu aufgestellt

Gerade die drei großen Namen lieferten im Sommer ein Kicker-wechsle-dich-Spiel ab. Meister Eisenbahn verabschiedete nach dem Verlust des Sponsors mit 24 Spielern fast den gesamten Kader, Torschützenkönig Erolind Krasniqi versucht sich künftig bei Viertligist Weiche Flensburg. Das völlig neuformierte Team verlor das Supercup-Spiel gegen Pokalsieger HEBC im Elfmeterschießen.

Auch das drittplatzierte Dassendorf hat nach zwei Dutzend Abgängen, darunter die Ex-Profis Martin Harnik und Max Kruse, ein neues Gesicht. Die Ex-HSVer Kerim Carolus, Zhi Gin Lam und Mattia Maggio in Dassendorfer Diensten sind bei HT 16 gelandet.

Altona geht als Favorit in die Oberliga-Saison

Altona 93 trennte sich nach dem Abstieg aus der Regionalliga „nur“ von 16 Kickern und „bleibt der Favorit“, sagt Sahin: „Sie haben trotz der Abgänge eine gute Mannschaft zusammen.“ AFC-Knipser Rasmus Tobinski zog es – wie Krasniqi – nach Flensburg, der neue Trainer Jan-Philipp Rose hat vom ETSV ein Trio mit an die Griegstraße genommen: Tom Müller, Abdul Rauf und Luis Jahraus wollen in neuen Trikots wieder Meister werden. Kapitän Michael Ambrosius geht in seine fünfte Saison.

Andy Appiah und Mattia Maggio von TuS Dassendorf im Zweikampf gegen ETSV Hamburg auf dem Rasen.
Mattia Maggio (r.) zog es von Dassendorf zu HT 16, dafür macht Andy Appiah von der Eisenbahn nun bei „Dasse“ Halt.

Während Altona sich seit einem Jahrzehnt zwischen Regional- und Oberliga bewegt, hat Dassendorf im Winter erstmals das Aufstiegsziel ausgerufen. Der ehemalige Profitrainer (Großaspach, Fortuna Köln) Oliver Zapel hat am Sachsenwald einen Verjüngungskurs durchgesetzt, mit dem der einstige Serienmeister mehr werden soll als König der Provinz. Mit Linksaußen Manuel Pulido (33) vom VfB Lübeck wurde dafür auch ein Routinier verpflichtet.

HT 16 denkt (noch) nicht an den Aufstieg

Es geht auch um einen Platz in der Aufstiegsrunde. Weil der meisterhaften Eisenbahn im Frühjahr das Geld ausging, bestritt der ETV als Vize die Entscheidungsspiele und stieg in die vierthöchste Klasse auf.

Ein Sprung, den sich Sahin für HT 16 derzeit nicht vorstellen kann. „Regionalliga sind wir als Verein noch nicht, da fehlt viel Jugendarbeit und Infrastruktur.“ Madonna und Tom Cruise haben sich an der Legienstraße übrigens nicht angekündigt. „Wir bleiben beim Fußball“, sagt Sahin und lacht: „Vor dem Anstoß durch HFV-Präsident Christian Okun werden wir alle Oberliga-Mannschaften kurz vorstellen.“ Dann ist neben den Mitaufsteigern Concordia und Norderstedt II  mit TBS Pinneberg auch ein Verein vertreten, für den die Oberliga Neuland ist.

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