Lokalsport

„Nicht real“: „Multikulti-Klub“ kann Oberliga-Aufstieg kaum fassen

Nick Scharkowski von TBS Pinneberg jubelt nach dem 0:2 gegen Bramfeld.
Der erfahrene Stürmer Nick Scharkowski soll TBS mit seinen Toren in der Oberliga halten.

„Bis heute fühlt es sich nicht real an, dass wir in der Oberliga spielen“, sagt Berke Kilinc. Der Erfolg liegt bei TBS auch in der Familie.

An die türkischen Wurzeln erinnert beim TBS Pinneberg nur noch der ursprüngliche Vereinsname. Türk Birlikspor hieß er bei der Gründung 1995, seit 2010 ist es nur noch das TBS vor dem Stadtnamen. „Wir sind ein stinknormaler Verein, waren schon immer Multikulti“, sagt auch Ligamanager Berke Kilinc, der mit seinen 25 Jahren zu den Jüngsten im Hamburger Amateurfußball auf seiner Position gehört. Jetzt greift der Aufsteiger in der Oberliga an – dort ist er ein Anfänger. Dass es TBS auch eine Liga höher kann, hat der 1. Spieltag gezeigt.

Die Feierlichkeiten hatten es in sich, als die Pinneberger über Umwege und günstige Fügungen doch noch in die Oberliga aufstiegen. Weil 1860 München die Lizenz für die 3. Liga verlor und das eine Kettenreaktion auslöste, machte TBS durch die Aufstiegsspiele gegen den Bramfelder SV (2:2, 7:0) doch noch das Ticket für Hamburgs höchste Spielklasse klar.

Trainer Berkay Kilinc und sein Bruder Berke Ali Kilinc verfolgen das Finale des Yaans Cup bei TBS Pinneberg.
Die Brüder Berke (l.) und Berkay Kilinc prägen die Entwicklung von TBS Pinneberg.

„Bis heute fühlt es sich nicht real an, dass wir in der Oberliga spielen“, sagt Kilinc. „Dafür haben wir so lange gearbeitet.“

Zum Oberliga-Start besiegte TBS Pinneberg TuRa Harksheide

Seit einigen Jahren hat sich der mittlerweile beste Verein Pinnebergs um diese Entwicklung bemüht. Schon in der Bezirksliga trugen namhafte Amateurkicker das TBS-Trikot. Im erneuten Anlauf hat es nun geklappt mit dem großen Wurf, der aber keine Eintagsfliege sein soll. Schon am 1. Spieltag ließ TBS aufhorchen und besiegte TuRa Harksheide mit 2:1. Nun wartet mit Norderstedt II der andere Oberliga-Neuling. „Wir wollen uns schnell an die Liga anpassen, die nötigen Punkte holen, um die Klasse zu halten“, gibt Kilinc vor.

Das Unterfangen ist in jederlei Hinsicht Familiensache. Nicht nur, dass Kilinc als kleiner Junge mit seinem Vater Kemal und Bruder Berkay, der aktuell Co-Trainer ist und auch schon Cheftrainer war, die Spiele in früheren Tagen am Platz verfolgt hatte. Auch das Miteinander im Verein ist familiär geprägt. Viele helfende Hände sorgen für eine Atmosphäre, die es dem Klub mittlerweile ermöglicht, seine Topspieler wie die Torjäger Vincent Boock und Nick Scharkowski zu halten. Seinen Anteil daran hat auch Kilinc selbst, der trotz seines Alters kein Anfänger mehr ist.

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