„Möchte ich nicht mehr leisten“: Harnik macht Schluss in Dassendorf
Seine Quote bei der TuS Dassendorf ist unglaublich. In 131 Pflichtspielen für den Hamburger Oberligisten erzielte Martin Harnik 158 (!) Treffer und bereitete 41 weitere Buden vor. Das macht rund 1,52 Torbeteiligungen pro Partie. Weitere Scorerpunkte werden aber nicht hinzukommen. Der Stürmer, der zwischendurch auch spielender Co-Trainer war, verkündete am Sonntagabend seinen Abschied aus Dassendorf – mit einem emotionalen Post auf Instagram.
Die wichtigste Botschaft wurde Harnik zuerst los: „Nach sechs unvergesslichen Jahren bei der TuS Dassendorf habe ich mich dazu entschieden, den Verein zu verlassen. Diese Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen.“ Er halte sie aber für die richtige nach „sehr guten und wertschätzenden“ Gesprächen mit dem neuen Trainer Oliver Zapel sowie dem sportlichen Leiter Hakan Karadiken. Die TuS hatte die abgelaufene Oberliga-Saison hinter Meister ETSV Hamburg sowie dem Tabellenzweiten Eimsbütteler TV, der aktuell in der Aufstiegsrunde um den Sprung in die Regionalliga spielt, auf Rang drei beendet.
Stürmer Martin Harnik verlässt die TuS Dassendorf
Harnik war im Oktober 2020 nach Dassendorf gekommen, nachdem er bei Werder Bremen keine Zukunft mehr gesehen hatte. Das sei für ihn „der perfekte Übergang vom Profifußball zurück in den Amateurfußball“ gewesen, schreibt der Österreicher und schwärmt: „Ich wurde vom ersten Tag an herzlich aufgenommen und habe hier nicht nur sportlich eine geile Zeit erlebt, sondern vor allem menschlich. Dafür bin ich sehr dankbar.“
Neben seiner jahrelang wohl größten Leidenschaft, dem Fußball, baute sich Harnik aber auch viele andere Standbeine auf. Bis zu neun Jobs gleichzeitig managte er bis zuletzt, darunter auch seine Tätigkeit als TV-Experte. „In den vergangenen Jahren ist mein Leben außerhalb des Fußballs immer umfangreicher geworden. Familie, Projekte und meine eigenen Unternehmen nehmen inzwischen viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch“, erklärt er nun auf Instagram. „Gleichzeitig sind die Anforderungen im Verein größer geworden. Um diesem neuen Weg und den damit verbundenen Erwartungen gerecht zu werden, braucht es ein Maß an Einsatz und Verfügbarkeit, das ich aktuell nicht leisten kann und auch nicht mehr leisten möchte.“
Harniks Denkweise: ganz oder gar nicht. Der Ex-Profi möchte nicht riskieren, der Dassendorfer Mannschaft sowie dem Trainerteam nicht vollends gerecht werden zu können. Es ginge nur „mit voller Überzeugung und dem notwendigen zeitlichen Einsatz“ – dies könne er aber nicht mehr garantieren. Zugleich betont Harnik ausdrücklich, „dass ich den eingeschlagenen Umbruch und den neuen Weg des Vereins keinesfalls für falsch halte“. Klubpolitische Gründe sind also nicht der Grund für seinen Abschied.
Karriereende? Fußball-Zukunft des Ex-Profis noch unklar
Von einem endgültigen Karriereende schreibt der 38-Jährige, der in seiner Karriere neben Werder auch für den HSV, Hannover 96, den VfB Stuttgart und Fortuna Düsseldorf auflief, in seinem Statement nicht. „Wie es für mich persönlich weitergeht, weiß ich heute noch nicht. Zunächst steht die WM an, danach freue ich mich auf die Ferien mit meiner Familie“, führt Harnik aus. „Ab Mitte August werde ich sehen, ob und wo ich noch Fußball spiele, oder vielleicht auch nicht.“
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Abschließend schreibt Harnik in Richtung seines nun ehemaligen Klubs, für den er 2025/26 in 16 Liga-Einsätzen immerhin noch elfmal traf: „Ich habe Dassendorf als Ort und als Verein sehr ins Herz geschlossen. Die vielen gemeinsamen Erlebnisse, Erfolge, Freundschaften und Erinnerungen werden mich ein Leben lang begleiten. Es war mir eine Ehre, Teil dieses Vereins zu sein. Von Herzen: Danke für alles. Euer Hanno.“