Erst kommt Max Kruse und dann der Stress: Hamburgs Fußball vor dem Neustart
Der Winter geht, Max Kruse kommt. Endlich geht es wieder los mit dem Amateurfußball – und gleich mit dem Oberliga-Comeback eines Ex-Profis nach anderthalb Jahrzehnten. Für ihn und die anderen Hamburger Kicker steht direkt riesiger Stress bevor.
Im jüngsten Test der TuS Dassendorf bei Mecklenburg Schwerin (4:1) durfte Kruse schon 45 Minuten ran. Aufgalopp für den Oberliga-Neustart nach wochenlanger Winterpause. Dafür dass er – und alle anderen Amateurfußballer – sehr lange auf den Wiederbeginn warten mussten, darf Kruse nun sehr früh ran. Das Spiel beim USC Paloma wird am Sonntag bereits um 10.45 Uhr angepfiffen – ungewohnt für einen Kicker, der schon Champions-League-Abende in Madrid, Manchester und Moskau verbracht hat.
Max Kruse lief zuletzt 2010 in der Oberliga Hamburg auf
Die Oberliga hat lange auf den inzwischen 37-Jährigen gewartet. Im September 2010 lief Kruse für St. Paulis U23 gegen Buchholz 08 auf und steuerte zwei Torvorlagen zum 6:1-Kantersieg der braun-weißen Talente bei, von denen er das größte war. 307 Bundesliga-Einsätze mit 97 Treffern folgten, ehe der 14-malige Nationalspieler nach mehr als anderthalb Jahrzehnten wieder in der Oberliga kickt. Bei der Schweriner Generalprobe war er im offensiven Mittelfeld unterwegs.
Eine Spezial-Vorbereitung auf Kruse gibt es bei Paloma nicht. „Nach der wetterbedingt schwierigen Vorbereitung konzentriert man sich auf die eigene Mannschaft“, sagt Tauben-Trainer Marius Nitsch, der sich auf den prominenten Gegner aber durchaus freut: „Das sorgt für zusätzliche Attraktivität, und da möchten meine Spieler auch gerne ein positives Ausrufezeichen setzen.“
Nitsch erinnert daran, dass Martin Harnik, der zweite schillernde Ex-Profi bei Dassendorf, in seinem Podcast mit Max Kruse die Palomaten schon öfter als eine der „ekligsten“ Mannschaften bezeichnet hat: „Das hört man von einem, der schon ganz andere Gegner gehabt hat, natürlich gern.“
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Vielleicht ist es auch mentales Doping für einen massiv stressigen März, in dem Paloma wegen der Winter-Absagen gleich acht Pflichtspiele zu bestreiten hat. „Die Trainingseinheiten sind da eher regenerativer Natur“, skizziert Nitsch: „Die Matchfitness müssen wir uns über die Spiele holen.“ Vor dieser Aufgabe steht allerdings auch Max Kruse.