Lokalsport

„Ein brutales Jahr“: Weshalb Aufsteiger ETV für die Regionalliga seine Heimat verlassen muss

Bamo Karim vom Eimsbütteler TV jubelt nach dem Aufstieg in Heeslingen.
Kapitän Bamo Karim feiert Eimsbüttels Aufstieg in die Regionalliga Nord.

Wie der ETV nach dem Aufstieg sich in der 4. Liga zurechtfinden will.

Wird beim zweiten Mal alles besser? Dem Eimsbütteler TV gelang erneut der Sprung in die Regionalliga. Diesmal soll der Klassenerhalt zum „greifbaren Ziel“ werden.

Drei Siege, 15 Tore - die Kicker des Eimsbütteler TV ballerten in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord so, als wollten sie dem Abstiegsgespenst schon vorab einen gehörigen Schrecken einjagen. Komm uns bloß nicht zu nah! Doch für die neue Saison in der vierthöchsten Liga zählt der Rekord-Auftritt in den Entscheidungsspielen nicht mehr. Der ETV ist trotzdem optimistisch, das Schicksal von 2024 zu vermeiden, als es nach nur einem Jahr wieder zurück in die Oberliga ging.

„Der Klassenerhalt ist ein greifbares Ziel“, betont Trainer Can Schultz und denkt auch an die B-Note: „Daneben wollen wir ein brutales Jahr und eine geile Zeit auf der höheren Bühne haben.“ ETV-Fußballchef Albrecht Gundermann erklärt selbstbewusst: „Wir kommen, um zu bleiben.“

„Ein ausgewogener Mix“ beim ETV

Nach dem ersten Aufstieg 2023 startete der ETV mit fünf Niederlagen in die Saison und verpasste das rettende Ufer schließlich um deutliche 16 Punkte. Ein lehrreiches Jahr, aber kein erfolgreiches. „Damals waren wir jünger, wilder, talentierter und alles war Neuland“, blickt Mittelfeldspieler Jasper Hölscher zurück: „Dieses Mal ist es ein ausgewogener Mix. Das Grundniveau wird höher, aber es wird deutlich einfacher, sich in der Regionalliga zurecht zu finden.“


Zumal einzelne Spieler es immer wieder noch etwas höher schaffen. Der 19-jährige Verteidiger Farid Dibamba wechselt jetzt zum 1. FC Nürnberg, durchaus keine Ausnahme. Fast in jeder Transferperiode wird ein Eimsbütteler von Profiklubs abgeworben. Ein Umstand, den der ETV einkalkulieren muss, der ihn aber auch zu einer guten und beliebten  Adresse als Ausbildungsverein macht. 

ETV muss in Wandsbek spielen

„Die jungen Spieler nehmen den Sprung in die Herren-Mannschaft gut an“, sagt Kapitän Bamo Karim, der das abschließende 6:0-Schützenfest gegen Blumenthal mit einem Doppelpack einleitete. Der Kantersieg gegen den Bremer Meister fand auf neutralem Platz im niedersächsischen Heeslingen statt - doch nicht nur für die künftigen Auswärtsspiele in Oldenburg, Lübeck oder Hannover werden sich die ETV-Kicker geografisch umgewöhnen müssen.

Ich sehe den Umzug nicht als kritischen Punkt.

ETV-Kapitän Bamo Karim

Mit dem Aufstieg ist ein Umzug verbunden, da die ETV-Kunstrasenplätze für die Regionalliga nicht zugelassen sind. Ihre Heimspiele bestreiten die Eimsbütteler daher auf dem Naturrasen im Sportpark Hinschenfelde, in dem die Fußballerinnen des SC Victoria bereits ihr DFB-Pokal-Heimspiel gegen Werder Bremen (0:7) ausgetragen haben. „Ein Vorteil ist es sicher nicht, aber ich sehe das auch nicht als kritischen Punkt“, kommentiert Käpt’n Karim den Ortswechsel.

So dankbar man in Eimsbüttel für die Möglichkeit ist, in Wandsbek zu spielen - als Dauerzustand wäre dies kaum zu vermitteln. „Hamburg braucht mehr Sportflächen“, fordert der Vorsitzende Gundermann und regt an: „Wir wollen gerne mit der Hansestadt Hamburg gemeinsam überlegen, wie man auch in Zukunft in Hamburg nach einer bundesweiten Regionalliga-Reform noch mitspielen kann.“

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