Maurice Boakye bei seinem ersten von drei Treffern für den HSV gegen Altona 93

Maurice Boakye (r.) bei seinem ersten von drei Treffern für den HSV gegen Altona 93 Foto: WITTERS

Dreierpack Boakye! HSV-Nachwuchs mit Kantersieg gegen Altona 93

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Altonas erster Auswärtsauftritt im Jahr 2026 verlief äußerst ernüchternd: Nach dem 0:4 (0:2) bei der HSV-U21 verharrt der Regionalliga-Aufsteiger auf einem Abstiegsplatz. Die „Rothöschen“ zeigten dem Team von Andreas Bergmann deutlich seine Grenzen auf.

„Altona, wach auf!“, rief ein Gästefan nach 35 Minuten – doch da war eigentlich alles schon zu spät und seine Lieblinge lagen mit 0:2 im Rückstand. Von Beginn an gab der Profi-Nachwuchs den Ton an und forderte AFC-Keeper Dennis Lohmann. Gegen Niklas Tuppeck (3.) und Kelvin Ojo (9.) parierte er noch, beim Versuch von Maurice Boakye (15.) musste er sich auf die Hilfe seines Kapitäns Michael Ambrosius verlassen, der den Ball von der Linie kratzte.

Boakye stand kurz darauf wieder im Mittelpunkt: Altonas Abdul Saibou brachte den Junioren-Weltmeister von 2023, Bilal Yalcinkaya, im eigenen Strafraum zu Fall und sah dafür Gelb. Zum fälligen Strafstoß trat Boakye (21.) an – und schoss den Ball deutlich übers Tor.

Regionalliga Nord: U21 des HSV schlägt Altona 93 deutlich

Als Lesley Karschau (22.) im Gegenzug HSV-Schlussmann Hannes Hermann zu einer Parade zwang, witterte die Altonaer Mehrheit unter den 820 Zuschauer:innen Morgenluft – doch nicht lang. Der eben noch unglückliche Boakye setzte sich über links durch, ging in den Strafraum und platzierte den Ball im langen Eck – 1:0 für den HSV (26.)!

Altonas Defensivverhalten ließ nicht nur in dieser Szene zu wünschen übrig. Wenig später spielte Lukas Bornschein aus der eigenen Hälfte einen weiten Pass auf Boakye, der ungehindert in den Strafraum auf Tuppeck weiterleiten konnte. Der 20-Jährige ließ sich diese Chance nicht entgehen und traf vor den Augen von Profi-Assistenzcoach Loic Favé zum 2:0 (33.).

Boakye mit drei Toren für den HSV

„Wir sind nicht so griffig gewesen, hatten zu große Abstände und haben keinen Druck entwickeln können“, urteilte AFC-Trainer Bergmann über die Anfangsphase. Rasmus Tobinski (42.) sorgte kurz vor der Pause noch für ein wenig Altonaer Gefahr, sein Sturmkollege Moritz Göttel war bei der HSV-Abwehr weitgehend abgemeldet. Bergmann wechselte zur Pause dreifach, ohne dem Geschehen noch eine Wendung geben zu können.

Göttel (64.) nutzte zwar noch eine Gelegenheit, seinen dynamischen Antritt im HSV-Strafraum zu demonstrieren, doch seine Flanke fand keinen Abnehmer. Und im Gegenzug machte Boakye (65.) mit dem 3:0 alles klar. Da war sein Fehlschuss vom ominösen Punkt längst vergessen. „Das war eine sehr gute Leistung und ein sehr gutes Ergebnis, ein rundum gelungener Auftritt“, lobte HSV-Trainer Lukas Anderer seine Elf und Boakye im Besonderen: „Heute hat er den Unterschied gemacht.“

AFC-Rückhalt Lohmann parierte noch per Fuß gegen den eingewechselten Finn Barkowsky (77.), war dann aber nach starker Vorarbeit von Glory Kiveta zum dritten Mal gegen Boakye (81.) chancenlos. Das Tor zum Hattrick war schon der 18. Saisontreffer des 21-jährigen Ex-Eimsbüttelers, der in der Regionalliga-Torjägerliste auf dem zweiten Platz liegt.

„Ich habe den Kopf weiter hochgehalten und mir gesagt: Die nächste Aktion werde ich nutzen!“, blickte der Dreifach-Torschütze auf sein Elfmeter-Missgeschick zurück. „Wir sind sehr gut reingekommen und haben den Gegner gut ausgespielt“, fasste Boakye das Geschehen zusammen. Seine Zukunft ist noch unklar, für das U21-Konzept des HSV ist er in einem kritischen Alter. „Ich bin für alles offen, mache mir darüber aber nicht so viele Gedanken“, sagte der Goalgetter.

Niklas Jovanovic (86.) erwies sich auf der Gegenseite als nicht so treffsicher wie Boakye und vergab die beste Gästechance. Altona 93 bleibt mit 19 Punkten Vorletzter und steht am nächsten Samstag im Heimspiel gegen den Nachwuchs von Hannover 96 unter Druck. Kleiner Trost: Auch die Abstiegskonkurrenz aus Norderstedt (0:1 gegen Jeddeloh) und vom HSC Hannover (0:2 gegen den Bremer SV) sammelte am Sonntag keine Zähler – beide Vereine stehen mit 21 Punkten nur knapp vor Altona.

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