Paloma-Spieler jubeln über den Einzug ins Viertelfinale des Lotto-Pokals

Die Paloma-Spieler jubeln über den Einzug ins Viertelfinale des Lotto-Pokals. Foto: IMAGO / Hanno Bode

„Die bekloppten Palomaten …“: Hamburger Pokal-Experten jubeln schon wieder

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Sie standen 2024 und 2025 im Pokal-Finale. Und jetzt nehmen sie erneut Kurs aufs Endspiel. Der USC Paloma ist seinem Ruf, ein echtes Pokal-Team im Hamburger Fußball zu sein, am Sonntagvormittag einmal mehr gerecht geworden. Im Achtelfinale des Hamburger Lotto-Pokals setzten sich die Barmbeker mit 3:1 (1:1) gegen den Niendorfer TSV durch.

Der Tabellenfünfte der Oberliga revanchierte sich damit auch für die 0:3-Heimniederlage, die man gegen ebenjenen Gegner im Ligabetrieb kassiert hatte. Der NTSV war zuvor in der Liga fünf Spiele lang ungeschlagen geblieben, liegt als Tabellenzwölfter aber hinter den Erwartungen. Paloma baute vor 160 lautstarken Zuschauern seine eigene Serie auf acht Pflichtspiele ohne Niederlage aus.

Paloma geht früh in Führung

Die Anfangsphase gehörte überwiegend den Gastgebern. Viel ging bei Paloma über die rechte Außenbahn, vor allem über Samuel Jacob und Top-Torschützen Lennart Keßner. So auch in der achten Spielminute, als Jacob von außen ins Zentrum auf Keßner spielte, der den Ball zum 1:0 unten rechts ins Eck einschob.

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In der 24. Minute eine nahezu identische Situation. Der einzige Unterschied: Keßner konnte Jacobs Zuspiel dieses Mal nicht im Tor unterbringen.

Niendorf zeigt sich unbeeindruckt

Dann eine Druckphase von den Gästen aus Niendorf. In der 26. Spielminute konnte Paloma-Torwart Tjark Grundmann noch glänzend im Eins-gegen-eins gegen Lennard Heiduck parieren.

Eine Minute später folgte ein Freistoß für den NTSV aus knapp 18 Metern. Ante-Akira Kutschkes Schuss ins lange Eck konnte Grundmann nur abprallen lassen. Verteidiger Lars Kuchenbecker kam zuerst an den Ball und musste ihn nur noch über die Linie schieben – 1:1!

Verletzungs-Schock für die Gäste

In der ersten Halbzeit passierte danach nicht mehr viel. Zu einem Schockmoment kam es dann noch für die Gäste, als Kapitän Fynn Huneke nach einer Klärungsaktion im eigenen Strafraum unglücklich aufkam und schmerzverzerrt zu Boden ging und sich das Bein hielt. Kleine Erleichterung gab es zumindest dadurch, dass Huneke auf eigenen Beinen gestützt vom Platz humpeln konnte. Für ihn kam Pascal Ayene ins Spiel, Daniel Brückner wurde zum neuen Kapitän.

Paloma dominiert die zweite Halbzeit

In der zweiten Halbzeit kam dann fast gar nichts mehr vom NTSV. Kurz nach Wiederanpfiff fiel das vermeintliche 2:1 für die Hausherren. Schiedsrichter Adrian Höhns pfiff jedoch ab, bevor Tom Burmeister die Hereingabe von Felix Spranger mit dem Kopf über die Linie geschoben hatte. Aus Sicht des Schiedsrichters hatte Burmeister zuvor im Luftzweikampf zu viel mit den Armen gearbeitet.

In der 54. Minute zappelte der Ball dann wieder im Netz der Gäste, und dieses Mal blieb der Treffer bestehen. Aus Niendorfer Sicht bitter, denn der Torschütze war Lennard Speck, der eigene Verteidiger. Nach einer Flanke von Aulon Lekaj köpfte er den Ball in hohem Bogen über Torwart Gian-Luca Graefe, der nur noch hinterherschauen konnte – ein vorweihnachtliches Geschenk der Niendorfer.


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In der 69. Spielminute hatte Niendorf noch mal die Chance zum Ausgleich, nachdem USC-Keeper Grundmann den Ball völlig ohne Not verlor. Niendorfs Heiduck kam an den Ball und zum freien Schuss, verpasste das Tor jedoch knapp.

Paloma macht den Deckel drauf

Rund zwanzig Minuten vor Spielende dann die Entscheidung. In Minute 72 tankte sich Tauben-Kapitän Moritz Niemann durch das Mittelfeld und legte ab auf Can Topcu. Der wiederum hatte das Auge für den einlaufenden Keßner, der kompromisslos in die linke Ecke zum 3:1 und seinem Doppelpack abschloss.

Und dann war Schluss. Der USC Paloma steht im Viertelfinale des Hamburger Lotto-Pokals.

Niendorf-Coach: „Wie nach Hause kommen“

„Die bekloppten Palomaten, das macht immer Spaß hier“, witzelte NTSV-Coach Ali Farhardi nach dem Spiel angesichts der lautstarken Unterstützung der Heim-Fans. Farhadi, der selbst eine Vergangenheit bei Paloma hat, machte deutlich, wem er im Pokal von nun an die Daumen drückt: „Es ist, wie nach Hause zu kommen. Ich drücke euch auch ganz fest die Daumen, dass ihr ins Finale kommt und bin fest davon überzeugt, dass das zum dritten Mal klappt“, sprach er den Gastgebern seine Unterstützung aus.

Mit Blick auf die Verletzung von Kapitän Huneke sprach Farhardi von einem „Mini-Schock“. Auch dieses Ausfallen habe für die „nicht vorhandene Kommunikation von hinten“ gesorgt. „Die Jungs waren wahrscheinlich alle schon halbwegs auf dem Weg in die Weihnachtsferien. Der einzige, der da gefühlt die Viererkette in die Hand genommen hat, war Tim Krüger“, so der Trainer.

Farhardi blickte erst mal erleichtert auf die Winterpause: „Die Pause brauchen wir. Wir sind wirklich momentan auf der letzten Felge unterwegs“, so der 52-Jährige.

Tauben-Trainer: „Jetzt-erst-recht-Mentalität“ beim USC

Die 0:3-Niederlage am ersten Spieltag in der Liga schien für Paloma eine Zusatzmotivation gewesen zu sein. „Der Stachel saß noch tief. Wir wollen gegen keinen Gegner zweimal in einer Saison verlieren“, sagte Palomas Trainer Marius Nitsch nach dem Spiel. Seine Elf habe eine „bärenstarke Leistung“ gezeigt.

Nachdem Paloma in der vergangenen Pokal-Saison im Finale gegen Eintracht Norderstedt im Elfmeterschießen unterlegen war, spricht Nitsch jetzt von einer „Jetzt-erst-recht-Mentalität“ im Klub.

Nitsch bedankte sich beim letzten Heimspiel des Kalenderjahres zudem bei den Fans für ihre Unterstützung: „Wenn du die Bilder siehst, wie viele Palomaten einfach vor Ort waren, was das für eine Stimmung ist. Das ist einfach etwas, was es in der Liga so nicht gibt. Da kannst du immer mal ein Spiel irgendwie ausgleichen, was du verlierst. Als Amateur-Fußballer ist das einfach das Größte.“

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Für beide Teams geht es jetzt erst einmal in die wohlverdiente Winterpause, ehe es im Januar weiter geht mit dem Ligaalltag (Niendorf am 30. Januar beim ETSV, Paloma am 1. Februar gegen Sasel). Das nächste Aufeinandertreffen folgt bereits am 10. Februar. Dann ist Paloma zu Gast bei den Niendorfern.

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