Deutsches Tennis setzt auf Hamburg-Booster: Eva Lys & Co. vor wichtiger Aufgabe
Es soll ein kleiner Neuanfang für das deutsche Frauen-Tennis werden – ein sehr norddeutscher Neuanfang. Nach dem Abstieg aus der Weltgruppe im Billie Jean King Cup hat der Itzehoer Torben Beltz (49) für sein Debüt als Team-Kapitän vier Spielerinnen nominiert, die allesamt aus Hamburg oder dem Hamburger Umland kommen.
Eva Lys (24), in Glinde geboren und auf den Tennis-Plätzen des Clubs an der Alster groß geworden, führt das Team an, zu dem außerdem die aus Hamburg-Wellingsbüttel kommende Ella Seidel (21), die in Reinbek geborene Noma Noha Akugue (22) und Tessa Brockmann (20) gehören, die wie Beltz aus Itzehoe kommt. „Dass alle Norddeutsche sind, ist eher Zufall, aber natürlich nichts Schlechtes“, sagt der frühere Trainer von Angie Kerber (38), die er vor zehn Jahren zu zwei Grand-Slam-Titeln geführt hat.
Tennis: Lys, Seidel, Akugue und Brockmann in Portugal gefordert
Nach dem Rücktritt der früheren Frontfrau ist das deutsche Damen-Tennis in der Findungsphase. Man wolle nun „unseren jungen Spielerinnen die Chance geben, Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Beltz. Lys sei dabei „natürlich unsere Leaderin im Team. Ich glaube, sie freut sich auf diese Aufgabe“.
Im vergangenen Jahr hatte sich Lys in die Top 40 der Welt gekämpft. Eine Knieverletzung zwang sie in den zurückliegenden Monaten zu einer Pause. Aktuell wird Lys, die die ersten beiden Matches nach ihrem Comeback verlor, auf Platz 76 geführt. „Natürlich wird sie eine wichtige Rolle spielen“, blickt Beltz auf die anstehenden Duelle in Oeiras/Portugal.
Dahinter soll Seidel für Punkte sorgen. Die 21-Jährige schaffte im vergangenen Jahr den Durchbruch in die erweiterte Weltspitze, ist die Nummer 82 im WTA-Ranking. „Sie ist hinter Eva unsere Führungsspielerin, die hoffentlich viele Einzel gewinnt und einen großen Anteil hat, den Wiederaufstieg zu schaffen“, sagt Beltz, der vor allem mit der Nominierung der 20-jährigen Brockmann überraschte. Die Itzehoerin verbesserte sich innerhalb eines Jahres im WTA-Ranking um mehr als 300 Plätze und wird aktuell auf Platz 278 geführt. „Sie hat es verdient, zu spielen“, so Beltz.
Das gilt auch für Noha Akugue, die 2023 als Trainingspartnerin hineinschnuppern durfte ins deutsche Elite-Team und nun vor ihrem Debüt steht. Die Rothenbaum-Finalistin von 2023 hatte die hohen Erwartungen nach ihrem Coup in der Heimat zunächst nicht erfüllen können. In diesem Jahr aber zeigt die Entwicklung der Linkshänderin steil nach oben. Sie konnte in Altenkirchen und Helsinki zwei ITF-Turniere gewinnen.
„Sie kommt gerade wieder richtig gut rein“, sagt Beltz. „Ich hoffe, dass sie eine gute Stütze ist, gerade im Einzel. Ich glaube, dass sie durch das Team einfach über sich hinauswächst.“
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In Oeiras muss das norddeutsche Quartett ab Dienstag die Gruppe mit Dänemark, Schweden und Portugal gewinnen, um die Chance auf den Aufstieg zu wahren. Er freue sich total auf die Aufgabe, sagt Beltz. Die Woche an der Atlantikküste werde das Team „richtig gut zusammenschweißen“.