Alle 17 Minuten ein Gegentor: Bei diesem Hamburger Klub brechen alle Dämme
Zum Nikolaus könnte der SV Curslack-Neuengamme ein unerwünschtes Präsent bekommen: sein hundertstes Gegentor. Der Aufsteiger ist in der Oberliga nach gutem Start inzwischen heillos überfordert. Am Samstag (15 Uhr, Gramkowweg) schaut der Tabellenführer Eisenbahner TSV bei den defensivschwachen Deichkickern vorbei – und es droht das 100. Gegentor.
94 Gegentore in 18 Spielen – im Schnitt klingelt es alle 17 Minuten im Curslacker Kasten. Zuletzt gab’s zu Hause eine 2:9-Schlappe gegen Dassendorf. „Jede Woche macht irgendjemand anderes individuelle Fehler, das kriegen wir nicht abgestellt“, stellte Trainer Olaf Poschmann fest und monierte: „Bevor wir da sind, ist der Ball schon wieder weg. Unser Zweikampfverhalten reicht ganz einfach nicht, um in dieser Liga bestehen zu können.“
SV Curslack-Neuengamme gewann das erste Oberliga-Spiel
Dabei hat alles so gut begonnen. Ende Juli jubelte Poschmann über die „coole Rückkehr in die Oberliga“, als seine Elf das Auftaktspiel gegen HEBC mit 4:1 gewonnen hatte. Effiziente Abschlüsse und Glück und Geschick beim Verteidigen ließen darauf hoffen, dass sich die Vierländer nach zwei Landesliga-Jahren wieder in Hamburgs Beletage einrichten würden – wie von 2006 bis 2023, als der SVCN dauerhaft dabei war und einmal sogar Hamburger Vizemeister wurde.
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„Wir bringen unser fragiles Gebäude immer wieder brutal ins Wanken“, sagt Aufstiegscoach Poschmann, der am Deich derzeit nicht zur Debatte steht. Der Wiederaufstieg ist wohl zu früh gekommen – aber ein Fünkchen Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt es: In diesem Jahr erhielt Curslack-Neuengamme für seine hervorragende Nachwuchsarbeit den Uwe-Seeler-Preis. Die nächste Generation wächst also heran.
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