„110 Prozent Foul!“ Schiri-Wut bei Altona 93 nach bitterer Pleite gegen Hannover
Zwei verletzte Spieler, Pech mit den Schiedsrichter-Entscheidungen und folgenschwere individuelle Fehler: Altona 93 hat am Samstagnachmittag auf maximal bittere Art und Weise mit 2:4 gegen die U23 von Hannover 96 verloren. Vor allem die Entstehung des ersten Gegentreffers sorgte für Aufregung bei den Hamburgern.
Den ersten Rückschlag setzte es für Altona 93 vor 2336 Zuschauenden nach elf Minuten: Aus zunächst nicht erkennbaren Gründen setzte sich Stammkraft Moritz Grosche aufs Grün und musste ausgewechselt werden. Den Verteidiger hat es an den Adduktoren erwischt.
Regionalliga Nord: Altona 93 verliert gegen U23 von Hannover 96
Drei Minuten später stand es dann 1:0 für die Gäste, Tom Hobrecht verwertete einen feinen Steckpass zur Führung. Vorausgegangen war dem Treffer jedoch ein Ballgewinn, der am Rande der Legalität mindestens mal kratzte. Für den Betroffenen Tayfun Can von Altona 93 war die Sache gar eindeutig: „Wenn du mich und meinen Fuß fragst, sind das 110 Prozent Foul.“ Schiedsrichter Luca Sambill habe es „versucht, mir zu erklären. Ich habe es nicht verstanden und will es auch nicht verstehen. Klarer geht’s wirklich nicht.“ Auch Trainer Andreas Bergmann bekannte: „Ich bleibe dabei: Das ist ein Foul.“ Immerhin: Can konnte – wenn auch zunächst unter Schmerzen – weiterspielen.
Altona 93: Dennis Lohmann und Moritz Grosche verletzt raus
An diesem Samstag alles andere als eine Selbstverständlichkeit, wie sich vier Zeigerumdrehungen später zeigte: Keeper Dennis Lohmann fasste sich – ebenfalls ohne Gegnereinwirkung – an den rechten Oberschenkel, ihm ist es wohl beim Ausfallschritt vor dem 0:1 reingezogen. Nach mehrminütiger Unterbrechung musste auch er raus und wurde ersetzt durch Nikolas Wulf. 22 Minuten waren da gespielt. Ein Maß an Pech für Altona 93, normalerweise genug für eine ganze Halbserie, gepresst in eine einzige Anfangsphase.

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In der Folge konnte der Fokus dann endlich dem Kerngeschäft der Protagonisten dienen. Die 96-Talente hatten die Geschehnisse aus den Vorminuten aber offenbar noch nicht vergessen und schienen den Hamburgern ihr sportliches Mitgefühl aussprechen zu wollen. Anders ist nicht zu erklären, dass Hannover nach einer halben Stunde bei einem eigenen Standard die Restverteidigung derart vernachlässigte, dass Moritz Göttel nach Ballgewinn ab der Mittellinie Fahrt aufnehmen und frei vor Gäste-Keeper Abdoulaye Gueye vollstrecken konnte – 1:1 (31.).
Gelzer patzt, 96 führt – doch Altona beweist Moral
Einer Erwiderung dieses Präsents hätte es aus AFC-Sicht nicht zwingend bedurft, Rechtsverteidiger Bendix Gelzer überreichte es 96 aber doch: Im eigenen Sechzehner leistete sich der Rechtsverteidiger einen fatalen Fehlpass direkt in die Füße von Mustafa Abdullatif, der sich artig bedankte und zur erneuten Gäste-Führung einschob (45.+4).

Doch auch auf diesen Treffer hatte Altona 93 nach der Pause die richtige Antwort parat: Nach einer Klärungsaktion fasste sich Lesley Karschau aus der Distanz ein Herz und vollstreckte sehenswert zum 2:2-Ausgleich (53.). Die Widerstandsfähigkeit der Altonaer war an diesem Samstag beeindruckend. „Die Gegentore selber sind dumm und unglücklich. Aber Einstellung und Wettkampfbereitschaft waren einfach klasse“, befand auch Trainer Andreas Bergmann.
Andreas Bergmann lobt Hannover: „Waren wirklich stark“
Trotz allem musste sich Altona letztlich der Qualität des 96-Nachwuchses beugen. Nach rund einer Stunde schwanden die Kräfte der Gastgeber merklich, auf den 2:3-Rückstand durch Tom Hobrecht (60.) folgte diesmal nicht der abermalige Ausgleich, sondern das vorentscheidende 4:2 durch Rafael Martins Marques (76.). Zahlreiche weitere aussichtsreiche Angriffe spielte 96 entweder unsauber zu Ende oder scheiterte am nach seiner Einwechslung glänzend aufgelegten Schlussmann Wulf.
Die AFC-Offensive hingegen war weitgehend abgemeldet, sodass die Heimfans hinter dem Gäste-Tor ein alternatives Programm zur Unterhaltung fanden und sich mit lautstarken Rufen über das Aufwärmtraining der Hannoveraner Reservisten mokierten. „Wir haben wirklich gegen einen guten Gegner gespielt. Hannover war wirklich stark“, musste auch Bergmann anerkennen.
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Doch leichter werden die Aufgaben nicht, am Donnerstag (19 Uhr) gastiert mit dem SSV Jeddeloh II ein weiteres Team aus dem oberen Tabellendrittel an der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Bergmann gab sich dennoch kämpferisch: „Es tut zwar weh heute, aber wir hören nicht auf.“
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